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Berührender Empfang für Terror-Tote

Opfer aus Falkensee überführt Berührender Empfang für Terror-Tote

Ein Staatsempfang auf dem Regierungsteil des Flughafens Berlin Tegel: „Es war sehr berührend“, sagt die Schwiegertochter des Rentnerehepaars aus Falkensee, das beim Anschlag am vergangenen Montag in Istanbul ums Leben kam. Und sie dankt den Menschen, die Anteil nahmen.

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Die Särge mit den Anschlagsopfern sind in einem Hangar des Flughafens Tegel aufgebahrt.

Quelle: Foto: AFP

Falkensee. Die zehn deutschen Todesopfer des Terroranschlags von Istanbul – darunter das Ehepaar Marianne (71) und Rüdiger Faber (73) aus Falkensee (Havelland) – sind zur Bestattung in die Heimat geflogen worden. Ein Transportflugzeug der Luftwaffe mit den sterblichen Überresten an Bord landete am Samstagnachmittag auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel. Die Maschine parkte abgeschirmt von der Öffentlichkeit nahe eines Flugzeug-Hangars, in dem die Särge dann aufgebahrt wurden.

 

Die Leichen sollen nun obduziert werden. Die Bundesanwaltschaft hatte entschieden, dies in Deutschland machen zu lassen, bestätigte Birgit Faber, Schwiegertochter der beiden Brandenburger Opfer, der MAZ. Eine „würdige, ehrenvolle Ankunft“ hätte die Regierung ihren getöteten Angehörigen bereitet, sagt Birgit Faber. „Es war sehr berührend.“ Jede der Opferfamilien habe einen persönlichen Seelsorger und Betreuer vom Außenministerium zur Seite gestellt bekommen. Eine Staatssekretärin habe passende Worte gefunden, sogar die Särge seien, so Faber, „sehr schön“ gewesen. Ihre Familie sei „froh, dass die Eltern wieder zu Hause sind“. Sehen durften die Angehörigen die Anschlagsopfer aber nicht. Dafür erhielten sie aber die türkischen Totenscheine, sodass trotz der noch anstehenden Obduktion jetzt die Trauerfeierlichkeiten in Falkensee organisiert werden können. Die Familie möchte der Öffentlichkeit ermöglichen, mit zu trauern – etwa mittels eines Kondolenzbuchs. Die Schwiegertochter der Getöteten sprach von einer Welle der Anteilnahme.

Die Falkenseer hätten viele Briefe geschrieben, „handschriftliche Schilderungen, wie sie meine Schwiegereltern erlebt haben – das hat uns sehr geholfen“, sagt Birgit Faber. Mehrere Tage seien Besucher gekommen, um Anteilnahme zu zeigen. Freunde hätten Salat vorbei gebracht, „damit wir uns trotz allem ordentlich ernähren“, so Faber. „Wir müssen eben alle zusammen rücken.“

Der Bürgermeister habe angerufen, der Landessportbund – die Toten waren im Verein TSV Falkensee aktiv, die Schwiegertochter ist dessen Vorsitzende – schickte ein ergreifendes Schreiben. „Das sind ja sonst nicht so emotionale Männer“, sagt Birgit Faber. Besonders berührt hat Fischer eine Zuschrift einer Gruppe von Turnmusikern an die Hinterbliebenen. Darin stand: „Eine Symphonie vorzeitig zu beenden, hat ein Meisterwerk nicht verdient. Summen Sie die Melodie weiter!“

Von Ulrich Wangemann

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