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Terrorverdacht: 17-Jähriger bleibt im Gewahrsam

Brandenburg, Berlin Terrorverdacht: 17-Jähriger bleibt im Gewahrsam

Fünf Monate nach dem Terroranschlag von Berlin hat Brandenburgs Polizei in Gerswalde (Uckermark) einen Terrorverdächtigen gefasst. Der minderjährige Flüchtling hat womöglich einen Selbstmordanschlag in Berlin geplant.

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Quelle: dpa (Genrefoto)

Potsdam. Wegen Terrorverdacht ist am Dienstag ein 17-Jähriger in Gerswalde in der Uckermark festgenommen worden, teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Potsdam mit. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Mann einen Anschlag in Berlin geplant haben.

17-Jähriger im Gewahrsam

Spezialkräfte der Landespolizei haben den jungen Mann, der bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten war, am Morgen in Gewahrsam genommen. Er leistete keinen Widerstand. Noch am Dienstag wurde der 17-Jährige einer Befragung unterzogen. Die Befragung wird am Mittwoch fortgesetzt, bis dahin verbleibt der junge Mann im Gewahrsam der Polizei.

Durchsuchungen im Heim in Gerswalde

Bis zum Abend wurde das Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gerswalde, in dem der 17-Jährige lebt, durchsucht. Dabei wurden drei Telefone und ein Tablet-Computer beschlagnahmt. Das Tablet kann mit hoher Wahrscheinlichkeit dem 17-Jährigen zugeordnet werden, wie die Polizei am Abend mitteilte. Die vier Geräte wurden sichergestellt und werden durch das Landeskriminalamt ausgewertet.

Komplizen in Gerswalde?

Anhaltspunkte für die Planung konkreter Taten konnten laut Polizei bislang nicht erlangt werden. Die polizeilichen Maßnahmen erstrecken sich zwischenzeitlich auch auf Mitbewohner des 17-Jährigen und dauern gegenwärtig noch an.

Abschied von der Mutter

Auf die Spur des Verdächtigen sei man durch Hinweise aus anderen Bundesländern, unter anderem aus Berlin und Hessen, gekommen, sagte Schröter. Der Mann habe sich in einer elektronischen Nachricht an eine Familienangehörige eindeutig zu dem geplanten Anschlag geäußert. Er habe sich von ihr verabschiedet mit dem Hinweis, er sei nun in den Dschihad („Heiliger Krieg“) eingetreten. Laut „Berliner Zeitung“ soll er die Nachricht via WhatsApp an seine Mutter geschickt haben, die sie an einen Cousin in Berlin weitergeleitet hat. Dieser soll dann die Polizei verständigt haben.

Im Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Meldungen, dass es sich bei dem 17-Jährigen um einen Syrer handelt, konnte das Innenministerium noch nicht bestätigen. Die Herkunft des 17-Jährigen sei noch nicht endgültig geklärt. Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Mann im Jahr 2015 unerlaubt nach Deutschland eingereist und war hier zwischenzeitlich als Asylbewerber registriert.

Nicht der erste Terrorverdächtige in Brandenburg

Auch im vergangenen Jahr sind in Brandenburg Terrorverdächtige verhaftet worden. Vorigen August ist ein zum Islam konvertierter Deutscher, damals 27, in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) festgenommen worden. Auch gegen einen 30-Jährigen aus seinem Umfeld erging Haftbefehl. Im Juni 2016 wurde eine ganze Terrorzelle ausgehoben. Einer der Mitglieder, Hamza C., hatte sich als Syrer ausgegeben und in Bliesdorf in Märkisch-Oderland gelebt. Im September 2015 ist ein syrischer Asylbewerber festgenommen worden, der mit seinen Verbindungen zum IS geprahlt hatte.

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Von MAZonline

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