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Teufelsstern und Sternschnuppen

Sternenhimmel über Brandenburg im November 2015 Teufelsstern und Sternschnuppen

In den Novembernächten kann man fast alle Sternbilder sehen, die in Brandenburg überhaupt zu beobachten sind. Besonders interessant ist der Stern Algol im Sternbild Perseus, auch als Teufelsstern oder Haupt der Medusa bekannt. Und Mitte November können wir uns über den nächsten Sternschnuppenstrom, die Leoniden, freuen.

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Algol, der "Teufelsstern", im Sternbild Perseus

Quelle: erstellt mit Stellarium 13.0

Nun ist es wieder soweit. Der ambitionierte Sternengucker muss nicht mehr zu nachtschlafenden Zeiten beobachten, sondern er findet bereits abends um 19.00 Uhr einen dunklen Himmel vor. Dieser hat auch im November wieder einiges zu bieten: So kann man in einer Nacht so ziemlich alle Sternbilder sehen, die in Brandenburg überhaupt zu beobachten sind. In der Abenddämmerung gehen im Westen die Frühlingssternbilder gerade unter, um kurz vor dem Morgengrauen im Osten wieder aufzugehen. Die Wintersternbilder um Orion gehen abends im Osten auf, wenn der Süden durch die Herbststernbilder beherrscht wird, in deren Zentrum das Pegasus–Viereck steht. Östlich schließt sich die Sternenkette der Andromeda an, welche uns den Weg zum Sternbild Perseus weist.

Der gekennzeichnete Stern Algol ist ein spezieller Stern, eigentlich ein Sternsystem aus mindestens drei Sternen, welche um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Obwohl man die Komponenten am Himmel mit bloßem Auge nicht auseinanderhalten kann, sieht man, dass der Algol seine Helligkeit rhythmisch merklich ändert. Der Rhythmus bei Algol beträgt 2 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten. Der Grund ist, dass die „Kante“ der Umlaufebene der Sterne genau in unsere Blickrichtung zeigt. So stehen Sterne mal nebeneinander (heller Algol) und mal hintereinander (dunklerer Algol).

Da der Helligkeitswechsel über mehr als eine Größenklasse geht, erkannte man diesen bereits im antiken Griechenland und wies dem Algol die Bedeutung des Hauptes der Medusa zu, welche der antike Held Perseus köpfte. Er verwendete dieses Haupt als Waffe im Kampf gegen das Meeresungeheuer (am Himmel verkörpert durch das Sternbild Walfisch), um die Tochter des Königspaares Kassiopeia und Cepheus, die Prinzessin Andromeda, zu befreien. Ein Blick aus den Augen der Medusa versteinerte jeden, der ihm ausgesetzt war. Im Mittelalter nannte man den Algol auf Grund seiner wechselnden Helligkeit „Teufelsstern“.

Den Planeten ist der Morgenhimmel zugedacht. Vor Sonnenaufgang sieht man im Südosten unterhalb des Regulus den Jupiter, Mars und die alle überstrahlende Venus. Die Planeten Uranus im Sternbild Fische und Neptun im Sternbild Wassermann sind am Abendhimmel vorhanden. Aufgrund ihrer geringen Helligkeiten sind sie jedoch nicht zu sehen. Die Helligkeitsangaben erfolgen in Größenklassen (Magnitudo), wobei kleinere Zahlenwerte größere Helligkeiten bedeuten. Die Abbildung zeigt die Stellung der Planeten bei ihrem Umlauf um die Sonne am 15. November.

In der Nacht zum 17. November lohnt es mal wieder nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Grund ist das Maximum des sogenannten Leonidenstroms. Ausgangspunkt aller Sternschnuppen scheint das Sternbild des Löwen zu sein, woher der Strom auch seinen Namen hat. Ursache für das gehäufte Auftreten dieser Leuchterscheinungen ist die Hinterlassenschaft des Kometen 55P/Temple-Tuttle . Dessen Trümmerteile sind allerdings über die Jahrhunderte - der Leonidenstrom ist schon über 1000 Jahre bekannt - schon weit gestreut, dass das Maximum relativ schwach ausfällt. Alle 33 Jahre kreuzt die Erde jedoch die Bahn des Kometen, nachdem er gerade das innere Sonnensystem verlassen hat. Dann können schon einige 1000 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Das wird allerdings erst 2031 wieder soweit sein.

Der Mond wird Anfang November den Morgenhimmel erhellen. Abnehmend nähert er sich dem Neumond am 11. November. Zwei bis drei Tage später erscheint er als schmale Sichel wieder am Abendhimmel und nimmt bis zum Vollmond am 25. November („ Jagdmond “) stetig zu. Die Länge des lichten Tages nimmt weiter ab. Am 1. November beträgt sie neun Stunden und 41 Minuten (SA: 7.11 Uhr; SU: 16.52 Uhr) am 30. November nur noch acht Stunden und 14 Minuten (SA: 7.59 Uhr; SU: 16.13 Uhr). Damit verbunden sind die abnehmenden Mittagshöhen der Sonne. (1.11.: 24°; 30.11: 17°).
Von Uwe Schierhorn

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen.

Quellen: Abbildungen erstellt vom Autoor mit Hilfe von Stellarium 0.13.01 (Freeware)
Daten: www.calsky.com

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