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Teure Sache: So findet der BER seine Chefs ab

Flughafen Berlin Brandenburg Teure Sache: So findet der BER seine Chefs ab

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) kommt für alle ihre geschassten Geschäftsführer bislang auf rund zwei Millionen Euro Abfindungen. Dazu kommen Bezüge geschasster Technikchefs. Die Opposition kritisiert das kostspielige „Personalkarussell“.

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Eingemotteter Flugsteig.

Quelle: picture alliance / ZB

Potsdam. Ein kostspieliges „Personalkarussell“ sieht die Brandenburger CDU am Flughafen BER im Gange. „Wir schaffen uns ständig Ruhestandsmillionäre und erzählen im gleichen Atemzug einfachen Bürgern, dass sie keinen Schallschutz erhalten, weil ihre Wohnungen irgendwelche Vorgaben nicht erfüllen“, sagt Rainer Genilke, Mitglied des Flughafen-Sonderausschusses im Landtag. Die Freien Wähler wollen nach Angaben des Landtagsabgeordneten Christoph Schulze per parlamentarischer Anfrage Auskunft zu den kompletten Abfindungen für geschasstes BER-Führungspersonal erlangen.

Mühlenfeld erhält 800 000 Euro – und erspart dem BER Ärger

Was ist über die Zahlungen bekannt? Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) kommt für alle ihre geschassten Geschäftsführer bislang auf rund zwei Millionen Euro Abfindungen. So erhält der abberufene Flughafengeschäftsführer Karsten Mühlenfeld nach Angaben aus gesellschafterkreisen für dieses Jahr noch rund 500000 Euro, fürs nächste etwa 300000. Ende 2018 endet dann offiziell sein Arbeitsverhältnis. Eigentlich wäre sein Vertrag bis 2020 gelaufen. Mühlenfeld hätten bei einer konfliktreichen Trennung noch zwei Jahresgehälter in Höhe von insgesamt einer Million Euro zugestanden. Zum Streit vor Gericht war es etwa mit dem 2013 gekündigten Top-Manager Rainer Schwarz gekommen. Der klagte auf Fortzahlung seines Gehalts und erhielt vom Landgericht Berlin gut 1,2 Millionen Euro für die Restlaufzeit seines Vertrages zugesprochen. Hartmut Mehdorn wiederum verließ das Unternehmen ohne weitere Forderungen. Er hatte allerdings Jahresbezüge von bis zu 753 000 Euro, also deutlich mehr als seine Vorgänger und Nachfolger.

Kurzzeit-Technikchef Bretschneider hat nur sechs Monate Vertrag

Der vor gut zwei Wochen als Technikchef eingestellte, am Montag aber vom Aufsichtsrat abberufene Christoph Bretschneider ist finanziell gesehen ein Sonderfall. Der Kurzzeit-Technikchef hat einen Vertrag über sechs Monate und rechnet, wie der Regierende Bürgermeister von Berlin und Noch-Aufsichtsrats-Chef Michael Müller (SPD) sagte, seine Arbeit tageweise ab. Der Tagessatz soll 1700 Euro betragen. Deshalb ist es laut Müller „unproblematisch“, dass Bretschneider in den kommenden Tagen „seine Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellt, bis die Situation geordnet ist“. Man lote die Möglichkeit aus, Bretschneider weiter zu beschäftigen.

Auch die geschassten Technikchefs erhielten Abfindungen

Der noch von Schwarz geholte, von Mehdorn nach einem Dreivierteljahr im Amt 2013 entmachtete Technikchef Horst Amann wurde zunächst unter Beibehaltung seiner Bezüge auf einen anderen Posten versetzt und 2014 von allen Aufgaben freigestellt. 300 000 Euro pro Jahr erhielt er laut Medienberichten dennoch. 2015 wechselte er zu seinem alten Arbeitgeber Fraport. Amanns Vorgänger Manfred Körtgen erhielt laut Berliner Morgenpost nach seinem Rauswurf nach der BER-Nicht-Eröffnung 2012 gut 190 000 Euro Abfindung.

Neuer Flughafenchef will bis Sommer Zeitplan für Bau vorlegen

Unterdessen hat Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) wie erwartet seine Bereitschaft zur Übernahme des Aufsichtsrats-Vorsitzes erklärt – er hatte das Amt bereits übergangsweise von Dezember 2014 bis Sommer 2015 inne. Sein Amt als Staatssekretär in der Staatskanzlei soll Bretschneider behalten. Der neue Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup kündigte an, er wolle bis zum Sommer einen Terminplan für die Fertigstellung vorlegen. Dann erst werde man darüber diskutieren, wann ein sicherer Eröffnungstermin genannt werden könne.

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Von Ulrich Wangemann

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