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Teurere Beiträge: Nur Arbeitnehmer sollen zahlen

Krankenkassen Teurere Beiträge: Nur Arbeitnehmer sollen zahlen

Teurere Therapien, ältere Versicherte, neue Aufgaben: Die Beiträge für die Krankenkassen werden in den nächsten Jahren deutlicher steigen als bisher angenommen. Deswegen wächst in Brandenburg die Kritik an der unfairen Belastung. Denn zahlen müssen die Zusatzbeiträge nur die Arbeitnehmer.

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Die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen. Die Beiträge auch.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Teurere Therapien, ältere Versicherte, neue Aufgaben: Die Beiträge für die Krankenkassen werden in den nächsten Jahren deutlicher steigen als bisher angenommen. Nach einer Kostenschätzungen des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem von der Universität Duisburg könnte sich der Zusatzbeitrag der Versicherten von heute durchschnittlich 1,1 Prozent des Bruttogehalts bis 2020 auf 2,4 Prozent mehr als verdoppeln. Das ist deutlich mehr als die gesetzlichen Krankenversicherungen bisher erwartet haben. Bei einem Bruttogehalt von 3000 Euro kämen auf Arbeitnehmer monatliche Zusatzkosten in Höhe von 39 Euro zu.

Kassenchefin kritisiert einseitige Belastung

Brandenburgs Kassen, die Zusatzbeiträge zwischen 0,6 und 1,5 Prozent erheben, wollen noch keine Prognose abgeben, bestätigen aber den steigenden Trend. Sie verweisen auf gestiegene Ausgaben im Gesundheitswesen durch teurere Therapien und eine wachsende Zahl älterer Versicherter. Außerdem habe der Bund den Kassen viele neue Aufgaben übertragen: „Die Gesetze des Bundes haben erhebliche Zusatzkosten zur Folge, aber der Nutzen ist nicht immer erkennbar“, kritisiert Gabriela Leyh, Chefin der Barmer GEK Berlin-Brandenburg. Die Kostensteigerungen dürften nicht einseitig zu Lasten der Versicherten gehen, fordert sie.

AOK verspricht „soliden Finanzkurs“

Auch bei der AOK Nordost weiß man noch nicht, wie sich die Beiträge entwickeln werden. AOK-Chef Frank Michalak verspricht jedoch nach dem stabilen Beitragssatz in diesem Jahr auch für 2017 einen „soliden Finanzkurs“, auch wenn dies „angesichts von starken Ausgabensteigerungen etwa im Arzneimittelbereich sowie zahlreicher Reformen ein ambitioniertes Ziel“ sei, wie er betonte.

Bundesratsinitiative aus Brandenburg wurde ausgebremst

Derweil wächst die Kritik an einer unfairen Kostenverteilung: Denn bei den gesetzlichen Krankenkassen wird nur der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Die darüber hinausgehenden Kosten müssen die Versicherten alleine tragen. Gewerkschaften und Sozialverbände fordern daher die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Beiträge durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Auch die Brandenburger Landesregierung drängt darauf und unterstütze im Januar eine entsprechende Bundesratsinitiative, deren Abstimmung jedoch bis auf Weiteres vertagt wurde. „Eine Rückkehr zur vollständigen paritätischen Finanzierung ist dringend geboten“, sagt Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt. „Es ist Zeit, die Arbeitgeber wieder zu gleichen Teilen an der Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge zu beteiligen.“

Ähnlich äußert sich der gesundheitspolitische Sprecher der Brandenburger CDU-Fraktion, Raik Nowka: „Wir dürfen die Arbeitnehmer in dieser Frage nicht alleine lassen.“

Von Torsten Gellner

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