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Tierische Patientin aus Brandenburg

Verletzter Uhu in Nabu-Wildvogelstation Berlin Tierische Patientin aus Brandenburg

Die Berliner Wildvogelstation beherbergt zurzeit einen außergewöhnlichen Gast: ein junges Uhu-Weibchen. Gefunden wurde der Vogel von Spaziergängern auf einer Pferdekoppel in Potsdam-Mittelmark, die das Tier kurzerhand retteten. Uhus sind äußerst scheue und seltene Tiere. Maximal 5 Brutpaare gibt es in Brandenburg.

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Das verletzte Uhu-Weibchen in der Berliner Wildvogelstation des Nabu.

Quelle: Andre Hallau/ Nabu

Berlin. Die Berliner Wildvogelstation beherbergt zurzeit einen außergewöhnlichen Gast: ein junges Uhu-Weibchen. Spaziergänger entdeckten den seltenen und sehr scheuen Vogel hilflos auf einer Pferdekoppel in Potsdam-Mittelmark. Die Eulen-Dame hatte sich mit ihren Fängen in einem Maschendrahtzaun verhakt und hing kopfüber darin fest. Ihre verzweifelten Befreiungsversuche führten zu Verletzungen. „Zum Glück hat sie aber nur eine Quetschung am Bein und keinen Knochenbruch”, sagte Anja Sorges, Sprecherin des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Das Tier soll nun rund zwei Wochen in der Nabu-Station bleiben - bis sich der dicke Bluterguss zurückgebildet hat.

„Im Moment kann der Uhu mit dieser Verletzung nicht jagen und auch nicht richtig landen”, berichtete Sorges. Deshalb wird das rund ein Jahr alte Tier jetzt mit Mäusen und Stubenküken gefüttert - und soll das Fliegen später in einer großen Voliere trainieren. Dann soll die Eule nahe des Fundorts wieder freigelassen werden. Die Pfleger hoffen, dass es sich dort am besten orientieren kann und ihr angestammtes Revier wieder besetzt. Mit nur zwei bis fünf Brutpaaren gilt der Uhu in Brandenburg als sehr selten.

Zuerst hatten die Tierpfleger gehofft, eine Berliner Uhu-Dame zu Gast zu haben. Da die Vögel in der Hauptstadt schon lange ausgestorben sind, wäre das eine kleine Sensation gewesen. Der Ring am Fuß verriet jedoch, dass der Uhu aus dem Raum Chemnitz stammt. Vogelschützer beringen junge Uhus bundesweit, wenn sie einen Horst kennen. Dadurch lassen sich ihre Wanderungen erfolgen.

Dass Uhus dabei weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Revier zurücklegen, ist nicht ungewöhnlich. Naturnahe Gegenden mit hohen Bäumen schätzen sie dabei besonders.

Zuletzt hatte der Nabu vor einigen Jahren einen Uhu zu Gast, der in einer Berliner Privatwohnung beschlagnahmt worden war. Sein Halter hatte die Eule nicht richtig gefüttert. In der Wildvogelstation wurde das Tier aufgepäppelt und erhielt ein Jagdtraining. Nach mehreren Wochen wurde der Vogel in Brandenburg ausgewildert.

In Gefangenschaft können Uhus über 20 Jahre alt werden. Wildvögel haben in ihren ersten beiden Lebensjahren das größte Risiko zu sterben, zum Beispiel, weil sie beim Jagen noch unerfahren sind und nicht genug Nahrung finden, berichtet Sorges.

Die Berliner Nabu-Station hat in diesem Jahr bereits 57 verletzten Greif- und Eulenvögeln das Leben gerettet. Darunter waren zum Beispiel Seeadler, Fischadler, Sperber, Mäusebussarde, Habichte und ein Rotmilan. Nur ein Turmfalke hat nicht überlebt. Alle anderen Tiere wurden nach der Genesung wieder freigelassen.

Der ungewöhnlichste Gast neben dem Uhu war in diesem Jahr ein „Tourist”. Urlauber hatten eine geschwächte Zwergohreule aus Italien mitgebracht, weil sie die Berliner Wildvogelstation kannten. Nach der Pflege reiste das Tier, das in Deutschland nicht heimisch ist, wieder nach Südeuropa zurück.

Pflege und Wiederauswilderung einer Eule oder eines Greifvogels sind kosten- und zeitintensiv. Sie schlägt jeweils mit mindestens 300 Euro zu Buche. Das junge Uhu-Weibchen könnte deshalb noch gut einen Paten gebrauchen, der seine „Arztkosten” übernimmt. Interessenten können sich beim Nabu melden.

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In Potsdam-Mittelmark gefunden, in Berlin gesund gepflegt

Vor drei Wochen hing sie buchstäblich noch in den Seilen, am Donnerstag flog sie gesund und munter in die Freiheit zurück. Die Rede ist von der Uhu-Dame aus Sachsen, die an einem Drahtzaun in preußischen Gefilden hängen blieb und in Berlin wieder gesund gepflegt wurde.

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