Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Tiger in Bernau ausgesetzt
Brandenburg Tiger in Bernau ausgesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:44 19.09.2015
Diego auf dem Arm von Doris Tesch. Quelle: dpa
Anzeige
BernauMitte

Am 13. August klingelt es am frühen Morgen stürmisch an Tür der Kleintierarztpraxis von Doris Tesch in Bernau. Als sie die Tür öffnet, ist die Überraschung groß. Kein Haustierbesitzer mit seinem kranken Hund bittet um Einlass, sondern es steht ein Körbchen vor der Praxis. Darin ein kleines Tigerbaby.

“Der kleine Tiger rührte sich im Körbchen nicht, lag im Koma“, sagte promovierte Veterinärmedizinerin. Das winzige Tier war „vollkommen dehydriert und in einem schlechten Zustand“, erinnert sich auch Renato Raffael vom Wildkatzenzentrum Felidae in Tempelfelde. Gerade mal 1400g wog das nur wenige Tage alte Tierbaby. Die abgeklemmte Nabelschnur klebte noch am Bauch.

Diego auf dem Arm von Doris Tesch. Quelle: dpa

Fütterung im Zwei-Stunden-Takt

„Alle haben mir gesagt, dass ich Diego nicht durchbekomme. Aber nix da, über Infusionen habe ich ihn aufgepäppelt bekommen“, erklärt Tesch nicht ohne Stolz.Tagelang kämpfte die ganze Familie um das Überleben des kleinen Diego, wie er jetzt hieß. Er bekam Infusionen und wurde tröpfchenweise mit Milch aufgepäppelt. Im Zwei-Stunden-Takt wurde der Tiger gefüttert - 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Nach drei Wochen wog Diego bereits 4800 Gramm, fraß regelmäßig und legte bis heute noch rund ein weiteres Kilo drauf. Mittlerweile gibt es auch Rinderhack, wie auf der extra eingerichteten Internetseite www.tiger-diego.de zu lesen ist.

Auch wenn es so aussieht: Diego ist kein Plüschtier, sondern sehr lebendig. Quelle: dpa

Der Abschied naht

Medizinisch wird er zurzeit noch durch die Tierärztin betreut. Sie steht jedoch in engem Kontakt zu den Tierärzten des Eberswalder Zoos und des Berliner Tierparks. Aufnehmen können die Einrichtungen das Tigerbaby aber nicht.

Doch es wird Zeit. Die Ausflugstouren durch den Garten der Familie und das Spielen haben bald ein Ende. Er sieht zwar aus wie ein großes Plüschtier, aber auf dem Arm kuscheln geht gar nicht (mehr). “Kraulen am Boden lässt er sich aber gerne gefallen.“ Doch Diego braucht bald ein eigenes Zuhause.

Wenn es sein Gesundheitszustand erlaubt, soll Diego Anfang Oktober nach einer Eingewöhnungsphase in das Wildkatzen-Zentrum Felidae in Tempelfelde ziehen.

Ein Gehege muss her

Damit sich Diego in Zukunft wohl in Tempelfelde fühlt, müsse ein eigenes Gehege gebaut werden. Dafür sei es wichtig zu wissen, welcher Tigerart er angehört, denn danach richte sich die Bauart, erklärte Rafael. Bestimmte Arten können das ganze Jahr im Freien leben, andere wiederum benötigen eine feste Unterkunft.

Die Art könne allerdings nur über einen kostspieligen DNA-Test bestimmt werden. Damit es Diego bald schön hat, sei das privat geführte Wildkatzenzentrum auf Spenden angewiesen. Außerdem sollen für den Umbau der Anlagen Fördermittel beantragt werden.

Namenspate war eine Zeichentrickfigur

“Für meine Tochter Lysann gab es nur Diego. Das ist der Säbelzahntiger aus „Ice Age““, berichtet die Tierärztin. Woher Diego kommt ist auch noch unklar. Tesch vermutet, dass Zirkusmitarbeiter ihr den Kleinen vor die Tür gelegt haben. “Meine Praxis liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 2. Vielleicht haben die mich gegoogelt.“ Vor der Tür gesehen hat sie aber niemand mehr, als sie öffnete. “Ich bin nicht so schnell runter gekommen. Es war 6 Uhr in der Früh, als die bei mir Sturm geklingelt haben“, erinnert sich Tesch.

Von MAZonline

Brandenburg Vermutlich Brandanschlag in Neuhardenberg - Autos von Flüchtlingshelfern ausgebrannt

Am Samstagmorgen brannten in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) zwei Wagen von Mitarbeitern einer Flüchtlingsinitiative aus. Die Polizei vermutet, dass es sich um Brandstiftung handelt. Indizien sprechen für einen rechtsextremen Hintergrund, denn rund um den Tatort wurden Aufkleber mit einer eindeutigen Botschaft entdeckt.

19.09.2015

MAZ-Umfrage: Die AfD in Brandenburg kann von der Flüchtlingskrise nicht profitieren. Im Gegenteil. Im Popularitätsranking der Landespolitiker führt Ministerpräsident Dietmar Woidke deutlich. Einen Sprung nach oben machte Innenminister Schröter, während Bildungsminister Baaske heftig an Punkten verlor – aber immer noch weit vor Alexander Gauland liegt.

19.09.2015

Es dürfte eine der meist beachteten Bürgermeister-Wahlen in Brandenburg werden. Am Sonntag sind die Ludwigsfelder dazu aufgerufen einen Nachfolger für den überraschend verstorbenen Frank Gerhard zu bestimmen. Zur Wahl stehen vier Kandidaten. Wir stellen sie vor und erkären, warum das Amt nicht nur für die Stadt wichtig ist.

19.09.2015
Anzeige