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Brandenburg Tod in der Biogas-Anlage
Brandenburg Tod in der Biogas-Anlage
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19:57 01.03.2013
Johannes Niedeggen. Quelle: Ute Sommer
POTSDAM/Angermünde

Offenbar war der 48-Jährige mit Wartungsarbeiten beschäftigt gewesen. Ein Mitarbeiter hatte die Leiche gegen 7 Uhr im Kessel des Anmischbehälters gefunden. Zuvor hatte die Kontrollelektronik eine Störung gemeldet.

Es komme öfter vor, dass sich Steine, Textilreste oder andere Fremdkörper im Mahlwerk der Anmischanlage verfangen, so der langjährige Mitarbeiter. Um sie zu entfernen, müsse von Automatik- auf Handbetrieb umgestellt werden. Beim Anmischen werden die pflanzlichen Bestandteile für die Biogasanlage im 24-Stunden-Betrieb vermischt, zerkleinert und zur Gärung in den Fermenter gepumpt. Dort entsteht das Biogas, aus dem dann Strom produziert wird.

Wie Niedeggen, dessen Leichnam von Kerkower Feuerwehrleuten geborgen worden war, tatsächlich ums Leben kam, ist derzeit offen. „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen“, sagte Staatsanwalt Jürgen Schiermeyer von der Staatsanwaltschaft Neuruppin, gestern auf MAZ-Anfrage. Zunächst erfolge eine Obduktion des Leichnams.

Spekulationen, wonach eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem mutmaßlichen Arbeitsunfall geführt hat, wurden weder von Staatsanwaltschaft noch Polizei bestätigt. Kenner der Anlage wollen jedoch nicht ausschließen, dass ein Mitarbeiter die Automatik bei Schichtbeginn wieder in Betrieb genommen hat, ohne zu wissen, dass sein Chef durch eine Luke in den Behälter gestiegen war.

Der Kerkower Ortsvorsteher Reinhard Koslowski ist tief betroffen vom Tod des Biobauern. Der gebürtige Rheinländer und studierte Agraringenieur war vor 20 Jahren in die Uckermark gekommen und hatte das ehemals Volkeigene Gut übernommen. „Wir waren alle beeindruckt, dass er den Betrieb so hochgepäppelt hat“, sagte Koslowski gestern der MAZ. „Es ist so traurig für die Familie und das ganze Dorf.“ Niedeggen hinterlässt eine Lebensgefährtin und drei Kinder. Koslowski hofft, dass das Gut vor den Toren von Angermünde mit seinem Bauernmarkt, der Gaststätte und den Fremdenzimmern weitergeführt wird.

Vor drei Jahren hatte Niedeggen, der bislang fünf Millionen Euro investierte und 22 Arbeitsplätze schuf, auf Bio umgestellt – mit Erfolg, wie sich zeigte. Der Öko-Betrieb mit fast 200 Milchkühen sowie Schafen und Angus-Rindern wurde zum Besuchermagneten in der Gemeinde am Rande der Schorfheide. Regelmäßig ist Gut Kerkow seither bei der Brandenburger Landpartie und auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. Für seinen Hügelkäse aus Eigenproduktion erhielt Niedeggen einen Preis.

Auch politische Prominenz machte gern in Kerkow Station. So lobte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) beim Biobauerntag im vergangenen November das Engagement des Vorzeigelandwirts Niedeggen für die gesamte Region. (Von Volkmar Krause)

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