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Todes-Mutter kommt noch diese Woche frei

Sabine H. hat 9 Babys getötet Todes-Mutter kommt noch diese Woche frei

Sabine H. hat neun Babys direkt nach der Geburt getötet, sie in Gefäßen aufbewahrt und sogar bei Umzügen mitgenommen. Dann flog sie auf und sollte 15 Jahre ins Gefängnis. Zwei Drittel ihrer Strafe hat sie abgesessen. Nun hat es die Anhörung wegen vorzeitiger Haftentlassung gegeben. Die Entscheidung ist gefallen.

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Sabine H. könnte vorzeitig entlassen werden.
 

Quelle: dpa

Cottbus. Es ist ein ganz besonderes Geschenk für Sabine H.: Nach zehn Jahren hinter Gittern darf die  Frau, deren Taten vor zehn Jahren ganz Deutschland fassungslos machten, die JVA Luckau-Duben (Dahme-Spreewald) vorzeitig verlassen. Die Strafvollstreckungskammer stimmte dem Antrag Sabine H.s auf vorzeitige Haftentlassung zu. Genau an ihrem 50. Geburtstag. Fünf Jahre früher als vorgesehen darf die Mutter der neun toten Babys aus Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) damit ein neues Leben in Freiheit beginnen. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte die gelernte Zahnarzthelferin 2006 zu 15 Jahren Haft verurteilt. Wegen achtfachen Totschlags .

In den Eimern, einer Wanne und einem Aquarium waren neun Babyleichen vergraben

In den Eimern, einer Wanne und einem Aquarium waren neun Babyleichen vergraben.

Quelle: dpa-Zentralbild

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Mutter ihre zwischen 1988 und 1998 geborenen neun Babys nach der Geburt sterben ließ und anschließend in Eimern, Blumenkübeln und einem ausrangierten Aquarium versteckte, bis sie in den Gefäßen 2005 bei Aufräumarbeiten auf dem Grundstück ihrer Eltern gefunden wurden. Der erste Fall von 1988 war nach DDR-Recht schon verjährt. Im Revisionsverfahren bestätigte das Gericht das erste Urteil zwei Jahre später.

Auf das neue Leben vorbereitet

„Sie ist natürlich wahnsinnig erleichtert“, sagte ihr Potsdamer Anwalt Matthias Schöneburg am Mittwoch der MAZ. Er rechne damit, dass seine Mandantin, die während der Haft ein Malereistudium abschloss,  noch in dieser Woche das Gefängnis verlassen könne. Das Gericht muss seinen Beschluss noch in Schriftform bringen und der Staatsanwaltschaft und der JVA zustellen. Die zuständige Richterin habe signalisiert, dass das umgehend geschehen soll.

„Sie ist gut vorbereitet auf diesen Tag“, sagt Schöneburg. Sie habe eine Wohnung. Wo genau, will der Anwalt nicht sagen, um seine Mandantin zu schützen. Ihm sei klar, dass das Leben draußen für Sabine H. nicht einfach werde, wenn sie erkannt werde. Das Bild der „Mördermutter“, wie der Boulevard sie bezeichnete, ging vor zehn Jahren durch die Republik.

Todes-Mutter hat Taten psychologisch nicht aufgearbeitet

Sabine H. hat vier lebende Kinder. Zu allen hat sie während der Haft Kontakt gehalten, auch zu der Jüngsten, die bei der Verhaftung 2005 erst zwei Jahre alt war. Das Mädchen wächst bei Sabine H.s Schwester auf. Den Kontakt zu ihrer Tochter zu intensivieren sei ihr das Wichtigste nach ihrer Entlassung, sagte Schöneburg. Auch eine Therapie will Sabine H., die inzwischen keine Kinder mehr bekommen habe, nach Angaben ihres Anwalt machen. In der JVA gab es kein Angebot, um die Taten psychologisch aufzuarbeiten.

Von Marion Kaufmann

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