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Brandenburg Todesfahrer sollte in Psychiatrie – Gericht erteilte Bewährung
Brandenburg Todesfahrer sollte in Psychiatrie – Gericht erteilte Bewährung
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07:09 28.02.2018
In diesem Haus wurde die 79-Jährige tot aufgefunden. Quelle: dpa
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Müllrose

Der 24-Jährige, der zwei Polizisten und seine Großmutter getötet haben soll, war den Behörden schon seit einiger Zeit als psychisch auffällig bekannt. Mitte November 2016 musste er sich vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) unter anderem wegen Raubs, Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein verantworten, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte. Die Anklage habe in dem Prozess auf eine Unterbringung des Mannes in der geschlossenen Psychiatrie gedrängt, sagte eine Sprecherin der Behörde (AZ: 26 Kls 13/16).

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Das Gericht sei diesem Antrag zwar gefolgt, habe aber die Maßnahme zur Bewährung ausgesetzt. Denn ein Gutachter hatte dem 24-Jährigen Behandlungsfähigkeit bescheinigt. Er wurde aber wegen einer attestierten psychischen Erkrankung als schuldunfähig von allen Vorwürfen freigesprochen.

Nach Angaben der Polizei wurde der 24-Jährige seit Dienstagabend vernommen. Er soll am Dienstagvormittag zunächst seine 79-jährige Großmutter in Müllrose getötet haben - warum, war noch nicht bekannt. Möglicherweise stand er unter Drogen. Anschließend schnappte er sich den Wagen seiner Oma und flüchtete. Als er bei Oegeln bei Beeskow gestoppt werden sollte, überfuhr er die beiden Polizisten, die gerade ein Nagelbrett ausgelegt hatten. Die beiden 49 und 52 Jahre alten Familienväter, die sich auf einem Radweg befanden, waren auf der Stelle tot. Beide hinterlassen jeweils eine Ehefrau und drei Kinder.

Bundesweites Entsetzen nach der Tat

Die Tat des 24-Jährigen hat am Dienstag bundesweit für Entsetzen gesorgt. Besonders in Brandenburg war der Schock groß. Am Mittwoch wehen die Fahnen in dem Bundesland auf halbmast, im Landtag gab es eine Schweigeminute. Auf Twitter bekundeten mehrere Polizeien ihre Solidarität mit den Brandenburger Kollegen, viele Politiker äußerten ihre Trauer und ihr Entsetzen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Der Tod der zwei Polizisten hat mich schwer getroffen. Ich bin schockiert. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen.“

Am Brandenburger Innenministerium wehten die Fahnen am Mittwoch auf halbmast. Quelle: dpa

Die Polizei wird jetzt mit Hochdruck versuchen, weitere Hintergründe der Tat zu klären.

Seelsorger kümmern sich um Beamte

Am Mittwoch sicherte die Kriminalpolizei am Unfallort bei Oegeln weiterhin Spuren. Etwa 30 Beamte suchten mit Metalldetektoren und Spürhunden den Radweg und die angrenzenden Grundstücke an der Bundesstraße 168 ab. Kriminaltechniker nahmen sich zudem den sichergestellten Wagen der 79-Jährigen vor. Seelsorger kümmern sich um die Beamten, die am Dienstag in Oegeln im Einsatz waren.

Die Gewerkschaft der Polizei wollte sich nicht zu der juristischen Aufarbeitung des Falls äußern. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Kollegen der Opfer“, sagte Gewerkschaftssekretär Michael Peckmann. „Es gibt staatliche Institutionen, die das aufarbeiten müssen.“

Von Georg Russew, MAZonline

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