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Brandenburg So schön war der Blutmond
Brandenburg So schön war der Blutmond
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12:06 21.01.2019
Von der Schweiz aus war der Blutmond in voller Pracht zu sehen, wie dieses Foto zeigt. Quelle: dpa
Potsdam

Seltenes Bild für Frühaufsteher: Der Vollmond schimmerte am Montagmorgen während einer totalen Mondfinsternis rötlich. Das sah man in weiten Teilen Deutschlands. „Heute haben wir sogar eine sehr helle Finsternis“, sagte die Leiterin des Planetariums in Bochum, Susanne Hüttemeister. Besonders in der Mitte Deutschlands habe man die Mondfinsternis gut sehen können, sagte DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem im Norden und im Alpenvorland machte das Wetter den Mond-Fans einen Strich durch die Rechnung: Viele Wolken verdeckten dort die Sicht.

Zu einer solchen Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen dabei genau auf einer Linie. „Die Mondbahn ist geneigt gegen die Erdbahn“, erklärte Hüttemeister. „Deswegen läuft der Mond normalerweise südlich oder nördlich vorbei am Erdschatten. Heute trifft er ihn genau.“

Am 21. Januar war von Deutschland aus wieder eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Allerdings verschwand der Vollmond nicht völlig, sondern färbte sich dunkelrot ein.

Der Mond erscheint rötlich, weil rotes Licht durch die Erdatmosphäre in den Schatten gestreut wird. „Deshalb kommt auch der etwas unschöne Begriff Blutmond, den man überall liest, der aber eigentlich von einer amerikanischen Weltuntergangssekte erfunden worden ist und gar nicht historisch ist“, sagte Hüttemeister, die gemeinsam mit rund 200 Mondfans gen Himmel schaute.

Auch die Polizei Hameln machte ein Foto vom roten Mond und twitterte: „Mond kaputt? Keine Sorge. Dem Mond geht es gut. Also kein Grund, bei der #Polizei anzurufen. Der Erdtrabant hat sich heute Morgen kurz ein neues Gewand übergezogen. In der nächsten Nacht sieht er wieder so aus, wie wir ihn kennen.“ Auf Nachfrage antwortete die Polizei mit einem augenzwinkernden Emoji, dass niemand angerufen habe.

Nächste Chance erst 2028

Das Schauspiel begann gegen 4.34 Uhr, als der Vollmond langsam in den Kernschatten der Erde rückte. Um etwa 5.41 Uhr war der Mond vollkommen darin verschwunden - die totale Mondfinsternis begann. Von 6.44 Uhr an rückte der Mond wieder langsam aus dem Kernschatten heraus. Da der Mond gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erscheint er zudem besonders groß. Leider war davon in Brandenburg nichts zu sehen: Über der Mark hing eine dichte Wolkendecke. Ein paar Trostfotos finden Sie in unserer Bildergalerie (siehe oben).

Wer den kupferroten Mond verpasst hat, muss sich etwas gedulden: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde es erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Zuvor können von Deutschland aus allenfalls kurze Abschnitte solcher Ereignisse beobachtet werden.

Von MAZonline/dpa

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