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Totschläger verletzt JVA-Beamten schwer

Attacke in JVA Brandenburg/Havel Totschläger verletzt JVA-Beamten schwer

Ein Brandenburger JVA-Beamter ist von einem Häftling mit einer Ketchupflasche angegriffen und schwer verletzt worden – so schwer, dass er teilweise sein Augenlicht eingebüßt hat. Abgesehen von diesem drastischen Vorfall berichten Insider, dass sich die Arbeits- und Haftbedingungen in dem Gefängnis radikal verschlechtert haben.

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Zu elf Jahren Haft wurde der Somalier (Bildmitte) wegen Totschlags im Dezember verurteilt.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg/Havel. Ein Beamter der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel wurde vor einigen Tagen schwer verletzt, weil ihm ein Untersuchungsgefangener eine gefüllte Ketchupflasche mit voller Wucht ins Gesicht schlug. Der erfahrene Beamte wurde in den Augen und an der Stirn getroffen. Der Angreifer, ein wegen Totschlags verurteilter Seeräuber aus Somalia, wurde nach Cottbus verlegt. Das Justizministerium bestätigte am Montag nur, dass es den Vorfall gegeben habe.

Beamter eilt einer Kollegin zu Hilfe

Laut unbestätigten MAZ-Informationen geschah der Übergriff am Mittwoch beim abendlichen Zählen im Untersuchungshaftgebäude. Eine Beamtin öffnete dazu die Zelle des 36 Jahre alten Somaliers, der sich hinter der Tür verborgen hielt. Er sprang sofort aus der Zelle, als der männliche Beamte seiner Kollegin zur Hilfe eilte, holte der U-Häftling mit der versteckt gehaltenen Ketchupflasche aus und schlug dem Beamten damit voll ins Gesicht.

Schwere Verletzungen im Gesicht und an den Augen

Das Opfer trug schwere Verletzungen im Gesicht davon, büßte sein Augenlicht zumindest zeitweise ein und ist bis auf Weiteres krankgeschrieben.

Arbeitsbelastung radikal gestiegen

Dagegen berichten mehrere Insider von einer radikal gestiegenen Arbeitsbelastung der JVA-Bediensteten, die sich auch in einem hohen Krankenstand niederschlage. Die Belastung, so heißt es, sei auch deshalb so hoch, weil das U-Haftgebäude mit mehr als 60 Insassen aktuell stark belegt ist, deutlich stärker als in früheren Jahren.

Gefangene psychisch gestört und kein Deutsch sprechend

Erschwerend komme hinzu, dass ein bestimmter Anteil der Gefangenen psychische Störungen aufweist. Zudem habe die Zahl derjenigen Gefangenen zugenommen, die kein Deutsch sprechen und mit denen daher eine Verständigung kaum möglich ist.

Keine personelle Aufstockung

Eine personelle Aufstockung gebe es in dieser angespannten Situation nicht, bestätigen mehrere Seiten inoffiziell. Die JVA-Leitung reagiere, indem sie die Zeiten verlängere, in denen die Gefangenen in ihren verschlossenen Zellen bleiben müssen und sich auch nicht auf ihrem Haftflur die Beine vertreten dürfen. Am Wochenende ist offenbar fast 16 Stunden lang Einschluss: zwischen 16.30 Uhr bis 8 Uhr am nächsten Morgen. Was die Freizeitgestaltung der Häftlinge angehe, laufe der Vollzug mit größeren Einschränkungen.

Angreifer wegen Totschlags verurteilt

Der mutmaßliche Angreifer stand im Spätherbst wegen Totschlags vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Potsdam klagte ihn an, am 5. Mai 2015 den Flüchtling Yusuf M. (21) im Übergangswohnheim in Teltow (Potsdam-Mittelmark) mit 19 Messerstichen umgebracht zu haben.

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Von Jürgen Lauterbach

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