Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Ein Kerzenmeer für Mohamed

Trauer am Berliner Lageso Ein Kerzenmeer für Mohamed

Seit Donnerstag ist es schreckliche Gewissheit – der 4-jährige Mohamed ist tot. Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Am Abend haben viele Menschen Blumen an der Stelle niedergelegt, an der Mohamed das letzte Mal lebend gesehen wurde – am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales. Die Trauer wurde auch dazu genutzt, die dortigen Zustände zu kritisieren.

Voriger Artikel
Mord an Mohamed – ein Dorf ist fassungslos
Nächster Artikel
12.000 Menschen müssen aus Wohnungen raus

Am Lageso ist Mohamed zuletzt lebend gesehen worden. Dort sind am Donnerstag Blumen und Kerzen niedergelegt worden.

Quelle: dpa

Berlin. Diese Tat macht viele Menschen fassungslos und unendlich traurig. Am Donnerstag ist einem Dorf in Teltow-Fläming die Leiche des 4-jährigen Flüchtlingsjungen Mohamed gefunden worden. Im Kofferraum eines Autos, versteckt unter Katzenstreu. Wie Mohamed ums Leben kam, ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass der Junge einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel und schon längere Zeit tot war. Der mutmaßliche Entführer ist am Donnerstag festgenommen worden und hat die Tat in einer ersten Vernehmung gestanden. Er wird am Freitag einem Haftrichter vorgeführt.

Große Trauer und Kerzenmeer am Berliner Lageso

Unterdessen haben sich bis zu 100 Menschen am Donnerstagabend am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit zu einer Trauer- und Mahnwache für den getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed versammelt. Sie zündeten Kerzen an oder legten Blumen und Stofftiere vor die zentrale Registrierungsstelle für Flüchtlinge, wo der Vierjährige am 1. Oktober entführt worden war.

Der Fall Mohamed – eine Chronologie

4. Oktober:
Mohamed wird seit drei Tagen vermisst. Nach seinem Verschwinden hatte die Polizei mit 30 Beamten den Fritz-Schloß-Park in Berlin-Moabit durchkämmt.

7. Oktober:
Sechs Tage nach seinem Verschwinden hat die Berliner Polizei mit Spürhunden nach dem vierjährigen Flüchtlingsjungen gesucht. Rund 20 Beamte und drei Hunde durchkämmten am Mittwochabend das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit.

8. Oktober:
Die Polizei veröffentlicht erstmals ein Foto eines Tatverdächtigen. Die Mordkommission leitet inzwischen die Ermittlungen.

9. Oktober:
Inzwischen sind bei der Polizei rund 30 Hinweise eingegangen.

14. Oktober:
Mohamed wird seit zwei Wochen vermisst. Eine Spur hat die Polizei weiterhin nicht. Aber ein neues Video, das den Tatverdächtigen und Mohamed zeigt, wird veröffentlicht.

18. Oktober:
20 Polizisten durchsuchen das Westhafen-Gelände nach dem Jungen.

27. Oktober:
Die Polizei setzt eine Belohnung für Hinweise in dem Entführungsfall aus. Bei Hinweisen gibt es 10.000 Euro. Außerdem wird ein neues Video mit dem mutmaßlichen Entführer veröffentlicht.

29. Oktober:
Die Leiche von Mohamed wird in einem Kofferraum gefunden. Der mutmaßliche Entführer, ein 32-Jähriger aus dem Landkreis Teltow-Fläming, gesteht, Mohamed entführt und getötet zu haben.

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Christian Hanke (SPD), zeigte sich erschüttert über den Tod des Jungen. „Natürlich ist die Situation noch einmal besonders tragisch, weil es sich hier um Flüchtlinge handelt, die nach Deutschland kommen, um hier Sicherheit zu haben.“ Er kritisierte auch die chaotischen Verhältnisse auf dem Gelände des Lageso. „Wir haben lange gefordert, die Wartesituation besser zu strukturieren.“

Familie von Mohamed lebt schon seit einiger Zeit in Deutschland

Nach Angaben der Ermittler vom Donnerstag hatte ein 32-jähriger Mann gestanden, den Flüchtlingsjungen getötet zu haben. Zuvor hatten sie den Mann gefasst und die Kinderleiche im Wagen des Verdächtigen gefunden. Mohamed und seine Familie stammen aus Bosnien-Herzegowina und leben schon seit einiger Zeit in Deutschland.

Entsetzen im Dorf des Entführers

In Kaltenborn, einem 80-Seelen-Dorf im Landkreis Teltow-Fläming, herrscht nach den Ereignissen vom Donnerstag Entsetzen. Der mutmaßliche Entführer von Mohamed, der 32-jährige Silvio S., hat hier bei seinen Eltern gelebt. Wenige Tage vor der Festnahme war er noch beim Herbstfeuer. Der entscheidende Hinweis, dass S. der Entführer sein könnte, kam von seiner Mutter. Sie rief die Polizei an, nachdem sie ihn auf den Fahndungsfotos erkannt hatte.

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg