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Trend zu Bieryoga schwappt nach Deutschland

„Prooost“ statt „Ooom“ Trend zu Bieryoga schwappt nach Deutschland

Biergruß statt Sonnengruß: Nach zu viel Alkohol kann so mancher nicht einmal mehr geradeaus laufen. In Berlin gibt es Menschen, die nach ein paar Bier auf einem Bein stehen - beim Yoga. Der Trend kommt aus den USA – und stellt gleich einen doppelten Kater in Aussicht.

Bieryoga in einer Berliner Kneipe: Eine Teilnehmerin bei einer Übung.

Berlin. Die Yoga-Lehrerin stellt gleich einen doppelten Kater in Aussicht. Einen für die Muskeln und einen für den Kopf, aber nur „einen kleinen“. Was an diesem Abend in einer Berliner Kneipe stattfindet, ist keine gewöhnliche Sportstunde. Statt „Ooom“ heißt es hier „Prooost“ und statt „Sonnengruß“ gibt es den „Biergruß“. Was ein gutes Dutzend Menschen hier barfuß und mit Gerstensaft tut, nennt sich Bieryoga. Es ist die jüngste Blüte der ursprünglich indischen Philosophie, die man eher mit Yogi-Tee als mit Bier verbindet.

„Zugegeben widerspricht sich das ein bisschen“, sagt Trainerin Jhula, die für eine gemeinnützige Organisation arbeitet, und ihren richtigen Namen lieber für sich behält. „Aber ich kenne total viele Leute, die sowohl Yoga machen als auch Bier trinken.“ Die 30-Jährige hat eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin gemacht. „Bierernst“ nehme sie den Sport aber nicht.

Sport und Bier

Sport und Bier: Passt das oder nicht?

Quelle: dpa

Vor Beginn der Stunde zeigt sich schnell: Alle Teilnehmer haben schon einmal Bier getrunken. Doch nicht jeder hat bereits Yoga praktiziert. Jhula beruhigt die Neulinge: „Umgekehrt wäre es schwieriger.“ Die Übungen, die dann folgen, kommen vor allem Kneipengängern zugute. Bei einer Position werden die Beine im Stehen umeinandergeschlungen - ganz so, als stünde man in mit einem dringenden Bedürfnis in der Toilettenschlange. Bei einer anderen Übung setzt man sich auf einen imaginären Stuhl. Diese Fertigkeit, erklärt Jhula, sei auch in einer völlig überfüllten Kneipe ohne freie Plätze von Vorteil. Und das Bier? Etwa zwei Flaschen leeren die Teilnehmer, die alle jung und sportlich aussehen, während der Stunde. Jhula hat das Getränk in die Übungen integriert. An der Herausforderung, die Flasche während einer Pose nur mit den Lippen zu umschließen und zum Trinken anzuheben, scheitern jedoch alle Teilnehmer. Freihändig auf dem Kopf balanciert sie später allerdings der eine oder andere – und das nur auf einem Bein stehend.

Auf einem Bein wird das Bier auf dem Kopf balanciert

Auf einem Bein wird das Bier auf dem Kopf balanciert.

Quelle: dpa

In Deutschland ist Bieryoga ein neues Phänomen. In den USA gibt es die Kombination schon länger – etwa unter dem Namen „Detox Retox“, der dafür steht, nach dem Entgiften wieder Alkohol zu sich nehmen. Yoga findet dabei oft direkt in der Brauerei statt. Bier gibt es in der Regel aber erst hinterher.

Passen Yoga und Bier also zusammen? „Sport und Bier gehören während des Aktivseins auf jeden Fall nicht zusammen“, betont Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Denn der Alkohol trübt die Wahrnehmung, behindert die Muskelkontrolle, beeinträchtigt die Balance und schränkt die Ausdauer ein.“ Weil er auch die Ermüdung fördere, werde zudem die Erholung nach der Stunde behindert. „Wenn schon Flüssigkeit“, sagt Froböse, „dann nur Wasser oder in der zweiten Stunde einen Energiedrink.“

Von Antonia Lange

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