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Trotz Geständnis: Millionen-Beute verschwunden

Prozess in Berlin Trotz Geständnis: Millionen-Beute verschwunden

Einer der Räuber trägt eine „Alte-Mann-Maske“, als sie an der Tür des Goldgeschäftes klingeln. Brutal wird ein Mitarbeiter gezwungen, die Tresore zu öffnen. Gegen zwei Tatverdächtige begann nun in Berlin der Prozess. Die Beute aber fehlt bis heute.

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Quelle: dpa (Genrefoto)

Berlin. Die Räuber entkamen mit einer Millionen-Beute: Sieben Monate nach einem Überfall auf ein Goldgeschäft in Berlin-Tiergarten haben zwei der mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht gestanden.

Die Angeklagten – ein 31-jähriger Fitnesstrainer und ein 24-jähriger ehemaliger Profiboxer – erklärten, sie seien an der Tat beteiligt gewesen. «Das war totaler Mist», schrieb der 31-Jährige in einem Brief an einen bei dem Überfall attackierten Angestellten. Die Verteidiger kündigten zu Prozessbeginn am Montag an, ihre Mandanten würden sich später detailliert äußern. Die Beute im Wert von über einer Million Euro ist bis heute verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 31-Jährige und ein gesondert verfolgter dritter Komplize in das Gold- und Silberkontor an der Budapester Straße eingedrungen waren. Zur Tarnung habe sich der 31-Jährige mit weißer Perücke, Maske und Gehhilfe als betagter Senior maskiert. Der 24-Jährige habe das Fluchtauto gefahren. Als dritter Verdächtiger wurde vor vier Wochen ein 33-Jähriger verhaftet.

Die Ermittler gehen von einem länger geplanten Überfall aus. Die Täter sollen einige Tage zuvor als angebliche Kunden eine große Menge 250-Gramm-Goldbarren bestellt haben. Es war 13.35 Uhr, als zwei der Räuber am 22. Oktober 2016 an der Tür des Ladens klingelten. Als ein Mitarbeiter öffnete, sei er sofort attackiert worden. Der 31-Jährige und der dritte Komplize hätten den inzwischen 61-jährigen Geschädigten geschlagen, getreten und mit einer Pistole bedroht. «Der Zeuge erlitt Todesangst», heißt es in der Anklage. Aus elf Tresoren seien rund 30 Kilogramm Gold erbeutet worden.

Knapp zwei Monate nach der Tat wurden die Angeklagten verhaftet. Die Polizei war ihnen unter anderem über eine Funkzellenauswertung auf die Spur gekommen sein. Bereits im Ermittlungsverfahren hätten beide Männer ausgesagt und den mutmaßlichen Komplizen benannt, hieß es am Rande der Verhandlung.

Die Angeklagten baten den Geschädigten um Entschuldigung. Sie würden seine Schmerzensgeldforderung in Höhe von 9000 Euro anerkennen, erklärten sie. Der Prozess wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung wird am 1. Juni fortgesetzt.

Von Anne Baum

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