Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Trump-Effekt: Parteien gewinnen Mitglieder
Brandenburg Trump-Effekt: Parteien gewinnen Mitglieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 28.11.2016
Der Wahlsieg von Donald Trump bewirkt in Brandenburg mehr politisches Engagement. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

In Brandenburg hat der Sieg des Republikaners Donald Trump bei den US-Wahlen den Parteien einen außergewöhnlich deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen beschert. Vom sogenannten Trump-Effekt, der auch bundesweit zu beobachten ist, profitieren landesweit vor allem SPD, Linke, Grüne und FDP.

SPD meldet 31 Neueintritte seit der Wahl in den USA

Bei der brandenburgischen SPD, die rund 6000 Mitglieder hat, gab es 31 Neueintritte, seit der Populist Trump vor knapp drei Wochen die Präsidentschaftswahl gewann. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie in durchschnittlichen Monaten, hieß es aus der SPD. Es handelt sich dabei um Mitgliedsanträge, die online über die Internetseite abgewickelt wurden. Die meisten Neumitglieder seien zwischen 16 und 30 Jahre alt. Der stellvertretende Landesgeschäftsführer Matthias Beigel sagte, die Wahl Trumps sei für viele ein Schock und ein absoluter Tiefpunkt an politischer Kultur.

Märkische FDP registriert regen Zulauf

Die neuen Mitglieder gaben unter anderen an, sie wollten Populisten Vernunft entgegen setzen. Auch bei der märkischen FDP ist der Trump-Effekt tatsächlich sehr spürbar, wie Generalsekretär Christian Erhardt sagte. Es gab seit der US-Wahl am 8. November 15 Neueintritte. Mehrere Anträge würden noch bei den Orts- und Kreisverbänden liegen. Erhardt rechnet damit, dass die Zahl bis Ende November auf über 20 steigen werde. Aktuell hat die FDP 1148 Mitglieder, die Tendenz gehe leicht nach oben, so der Sprecher.

Linke verzeichnet bundesweit 274 Neueintritte

Die Linke in Brandenburg beobachtet das Phänomen ebenfalls, allerdings nicht ganz so stark wie auf der Bundesebene. Es gab in den zurückliegenden drei Wochen neun Eintritte in die Partei. „Das war also eher ein Mini-Trump-Effekt“, wie Parteisprecherin Anja Mayer sagte. Bundesweit gab es bei den Linken 274 Eintritte in den fünf Tagen nach der US-Wahl. Viele hätten offenbar einen Kontrapunkt gegen einen potenziellen Rechtsruck setzen wollen, so die Sprecherin. Die Grünen vermelden den Eintritt von 13 neuen Mitgliedern in diesem Zeitraum. Parteisprecherin Annette Weiß sieht darin auch einen Zusammenhang mit der Wahl Trumps und sprach von einer „Jetzt-erst-Recht-Stimmung“, die offenbar Sympathisanten der Grünen veranlasste, jetzt auch den Schritt in die Partei zu gehen. Landesweit haben die Grünen jetzt 1138 Mitglieder.

CDU und AfD profitieren nicht vom Trump-Effekt

CDU und AfD hingegen verzeichnen keinen „Trump-Effekt“. In diesen Landesparteien wurden, wie die MAZ auf Nachfrage erfuhr, keine außergewöhnlichen Mitgliederbewegungen registriert. Die CDU hat landesweit aktuell 5819 Mitglieder. Das sind 176 weniger als vor einem Jahr. In der Bundesgeschäftsstelle in Berlin hatte es 120 spontane Neueintritt gegeben, nachdem Angela Merkel bekannt gegeben hatte, sie werde erneut für das Bundeskanzleramt kandidieren. Die AfD ist nach Aussage von Parteisprecher Daniel Friese im Wachsen, die Zahl sei seit kurzem erstmals vierstellig: 1030. Nennenswert mehr Eintritte als gewöhnlich habe es weder nach der Trump-Wahl noch nach der Ankündigung von Angela Merkel gegeben, erneut als Bundeskanzler-Kandidatin anzutreten.

Von Igor Göldner

Brandenburg Rechtsextremismus-Experte im Interview - Neonazi-Prozess: Für Nauen „eine Befreiung“

Eine Gruppe Neonazis um den NPD-Abgeordneten Maik Schneider, der jetzt vor Gericht steht, hat die Stadt Nauen (Havelland) im vergangenen Jahr in Angst versetzt. Rechtsextremismus-Experte Markus Klein erläutert die Bedeutung des Prozesses und sagt, wie sich die rechte Szene gerade verhält und wie es in Nauen weitergehen sollte.

28.11.2016

Die Affären der Brandenburger Linken-Politiker ziehen derzeit alle Aufmerksamkeit auf sich. Leicht übersieht man dabei, welche innere Umwälzung die Partei gerade durchmacht. Ein Kommentar von MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

28.11.2016

Eine dreieinhalbstündige Dinnershow im Filmpark-Erlebnisrestaurant „Prinz Eisenherz“ lädt zum Schlemmen und Staunen ein. Besucher erwartet ein Vier-Gänge-Menü, Artistik, Feuershow und Tanz.

27.11.2016
Anzeige