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Brandenburg Türkei-Krise verunsichert Wirtschaft und Urlauber
Brandenburg Türkei-Krise verunsichert Wirtschaft und Urlauber
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18:19 22.07.2017
Die Beziehungen Deutschlands zu der Türkei sind angespannt. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Streit mit der Türkei und die Ankündigung der Bundesregierung, Wirtschaftshilfen auf den Prüfstand zu stellen, hat auch in Brandenburg zu Verunsicherungen geführt. Die neue Entwicklung in der Türkei sei besorgniserregend und erschwere den Wirtschaftsverkehr, sagte der Außenhandelsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Jens Ullmann, der MAZ. „Brandenburgs Firmen mit Türkei-Geschäften müssen sich auf die erschwerten Bedingungen einstellen.“ Eine andere Option gebe es nicht, betonte er.

224 Firmen mit Kontakten in die Türkei

224 märkische Unternehmen pflegen derzeit Geschäftsbeziehungen an den Bosporus. Im vergangenen Jahr sind die Export-Umsätze laut IHK auf 200 Millionen Euro angewachsen. Das ist ein Plus von 13 Prozent zum Jahr davor. Die Importe aus der Türkei wuchsen 2016 um 25 Prozent auf 162 Millionen Euro.

Abhängigkeit beider Länder groß

Ullmann rechnet nicht damit, dass die Wirtschaftsbeziehungen trotz der Verstimmungen mit Ankara nun „gekappt“ würden. Dazu sei die Abhängigkeit beider Länder zu groß. Neuinvestitionen deutscher Firmen in der Türkei allerdings gibt es praktisch seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor gut einem Jahr nicht mehr. Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wird diese Zurückhaltung bei Investitionen durch die Einschränkung von Exportkreditversicherungen und Investitionsgarantien weiter bestärkt.

Gabriel kündigt Neuausrichtung der Türkei-Politik an

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte eine „Neuausrichtung“ der deutschen Türkei-Politik angekündigt. Hintergrund sind die Verhaftungen deutscher Bürger wie des Menschenrechtlers Peter Steudtner, aber auch eine angebliche Liste mit Namen von Personen und Firmen in Deutschland, denen Ankara „Terrorunterstützung“ vorwerfe. Darunter sind unter anderem die Konzerne BASF und Daimler. Gabriel rief auch deutsche Firmen auf, Investitionen in der Türkei gut zu überdenken.

Türkei-Urlaub kann kostenfrei storniert werden

Ein Warnung richtete Gabriel auch an Türkei-Urlauber, die vor willkürlichen Verhaftungen nicht mehr sicher seien. Urlauber können laut Verbraucherzentrale Potsdam angesichts der unsicheren Lage eine Reise in die Türkei kostenfrei stornieren – auch wenn es keine offizielle Reisewarnung gibt. Der Außenminister habe schließlich die besondere Situation dargestellt und erklärt, dass deutsche Staatsbürger mit willkürlichen Verhaftungen rechnen müssten, sagte Sabine Fischer-Volk. „Das ist eine neue Situation, eine Eskalation der schon unsicheren Lage.“

Wenn Türkei-Urlaub, dann bei der Botschaft registrieren lassen

Im Zweifel sollten sich Urlauber rechtlich beraten lassen. Wer dennoch in die Türkei reise, sollte sich im Vorfeld bei der deutschen Botschaft registrieren. Dazu hat die Deutsche Botschaft auf ihrer Internetseite eine Krisenvorsorgeliste erstellt. „Die Vertretung rät dringend dazu, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit sie – falls erforderlich – in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen mit Deutschen schnell Verbindung aufnehmen kann“, heißt es auf der Internetseite www.tuerkei.diplo.de.

Von Igor Göldner

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