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Turbo-Referendariat schreckt Lehrer auf

Ausbildung wird von 18 auf 12 Monate verkürzt Turbo-Referendariat schreckt Lehrer auf

Im Turbogang von der Uni vor die Klasse: Das Land Brandenburg will die Dauer der Lehrer-Ausbildung deutlich verkürzen. Ab 2019 soll das Referendariat nur noch 12 statt 18 Monate betragen. Andere Länder haben mit der Turbo-Ausbildung keine guten Erfahrungen gemacht.

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Lehrer warnen vor dem Turbo-Referendariat.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Turbogang von der Uni vor die Klasse: Brandenburgs angehende Lehrer sollen schneller eigenverantwortlich unterrichten. Das Land will die Dauer des Referendariats für Lehramtsanwärter deutlich verkürzen. Ab 2019 soll der praktische Vorbereitungsdienst nur noch 12 statt 18 Monate betragen.

„Ziel war und ist es, die Lehramtskandidatinnen und Lehramtskandidaten nach fünf Jahren Studium schneller an die Schulen zu bringen“, erklärte Antje Grabley, Sprecherin des Bildungsministeriums. „Angesicht des gestiegenen Bedarfs an Lehrkräften ist dies ein Instrument, dem gerecht zu werden.“

Brandenburger Ausbildung in der Norm – noch

18 Monate dauert ein Referendariat derzeit für angehende Lehrer in Brandenburg.

Damit ist die Mark in guter Gesellschaft: so lange dauert die Vorbereitung unter anderem auch in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen.

24 Monate lernen Referendare in Bayern, bevor sie ihre Ausbildung mit dem zweiten Staatsexamen abschließen.

Widerstand kommt von allen Verbänden

Gegen die Straffungspläne regt sich Widerstand. Anfang Februar wollen sich die schulischen Verbände in Potsdam mit Bildungspolitikern und Ministeriumsvertretern treffen. In einem Positionspapier heißt es: „Durch die Reduzierung der Ausbildungszeit auf zwölf Monate sinkt die Qualität der Ausbildung in erheblichem Maße, und es besteht die Gefahr, dass eine große Zahl berufseinsteigender Lehrkräfte unzureichend ausgebildet ist.“

Außerdem sorgt man sich um die Anerkennung brandenburgischer Abschlüsse in den anderen Ländern, wo die Vorbereitung teilweise doppelt so lang ist.

Mancher wird auf der Strecke bleiben

Karen Pölk, die als Leiterin der Voltaire-Gesamtschule in Potsdam viele angehende Lehrer begleitet, sagte: „Der Druck auf die Referendare wird wachsen, die Qualität der Ausbildung sinken.“ Sie befürchtet, dass einige Kandidaten auf der Strecke bleiben werden: „Das werden nicht alle schaffen.“

Begleitet viele Lehrer während der Ausbildung

Begleitet viele Lehrer während der Ausbildung: Karen Pölk

Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Bildungsministerium hält man dagegen: Die neuen Lehrer sollen durch eine sogenannte Berufseingangsphase stärker als bisher in den ersten Jahren unterstützt werden, etwa durch Coachings oder Fortbildungen.

Andere haben die Turbo-Ausbildung wieder gestoppt

Brandenburg wäre das einzige Bundesland mit einem so kurzen Vorbereitungsdienst. In Sachsen war das Referendariat kürzlich auf 12 Monate verkürzt worden. Jetzt wird es auf 18 Monate verlängert. Das Experiment sei schief gegangen, heißt es aus der dortigen Lehrergewerkschaft GEW: „Die Referendare haben sich massiv beschwert, die Ausbilder haben gemerkt, dass die Vorbereitung nicht vernünftig zu schaffen ist“, erklärte GEW-Referent Jürgen Thamm.

Brandenburgs GEW-Chef Günther Fuchs warnt deswegen davor, den Fehler zu wiederholen. „Die Standortvorteile, die man sich in Sachsen versprochen hat, sind nicht eingetreten“, erklärte er. „Das Referendariat ist als Vorbereitungsphase so wichtig und unverzichtbar, dass man es nicht verkürzen darf.“

Von Torsten Gellner

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