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Brandenburg Twitternde Kiefer hat 1500 Follower
Brandenburg Twitternde Kiefer hat 1500 Follower
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01:15 14.07.2018
Die twitternde Kiefer in Britz. Quelle: Tanja Sanders/Thünen-Institut
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Eberswalde

Sprechende Bäume und Bilder aus der Luft: In Brandenburg sind neueste Technik-Trends zur Hege und Pflege von Wäldern vorgestellt worden. Besonders die „twitternde Kiefer“ aus Britz bei Eberwalde (Barnim) stieß auf viel Interesse. Der Baum ist seit 2016 mit Sensoren ausgestattet, die Ökologen auf elektronischem Weg über Verdunstung und Wasserfluss des Gewächses informieren. „Die Sensoren sind eine Art Frühwarnsystem. Sie zeigen uns die Wassernot des Baumes an, noch bevor es kritisch wird“, sagte Andreas Bolte, Leiter des Eberswalder Thünen-Instituts.

Viel Resonanz „fast schon lästig“

Seit fast zweieinhalb Jahren setzt der Baum täglich im Kurznachrichtendienst Twitter Botschaften in englischer Sprache ab wie „Heute habe ich 0 L transportiert. Wie viel Wasser hast du heute getrunken?“ Mittlerweile hat der twitternde Riese, der unter dem Namen „@TW_Britz“ zu finden ist, über 1500 Follower.

„Wir wollen mit den Tweets zum einen die Wissenschaftler-Community erreichen – aber auch die Bürger für Wald und Bäume sensibilisieren“, sagte Jürgen Müller, Waldökologe am Thünen-Institut. „Für jemanden, der sonst einfach durch den Wald spaziert, wird sichtbar, wie viel ein Baum täglich trinkt – oder wie viel er am Tag wächst“, so Müller. Bei der 26 Zentimeter schlanken Kiefer sind das bei anhaltender Trockenheit schon einmal 2,5 Millimeter. Die „twitternde Kiefer“ bekommt laut Institut viel Resonanz. „Es wird uns schon fast lästig“, sagte Müller lachend. „Aber natürlich gefällt uns das wachsende Bewusstsein.“

Weitere Bäume sollen digital werden

Neben dem Eberswalder Baum sind drei Bäume in Belgien sowie auch Bäume in Holland und England mit den twitterfähigen Sensoren ausgestattet. Die Sensorik stammt aus dem Labor für Pflanzenökologie der Belgischen Universität Gent. Ziel sei es, ein europaweites Frühwarnsystem für Trockenheit zu schaffen, sagte Institutsleiter Bolte.

In Brandenburg wollen die Wissenschaftler weitere Bäume mit den digitalen Messgeräten ausstatten. „Die Kiefer reagiert ja noch relativ gut auf Trockenheit und fängt frühzeitig an, ihre Verdunstung anzupassen“, erklärte Müller. „Die Buche hat es da schon schwerer.“

Die Forscher zeigten auch andere digitale Technik und den Einsatz von Drohnen über den Wäldern. Anlass war ein Besuch von Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde sowie Staatssekretär Thomas Kralinski im Thünen-Institut. Mit Luftbildern können die Forscher etwa den Zustand vom Baumkronen beurteilen und Sturmschäden besser einschätzen.

Mittlerweile gibt es an Bäumen Sensoren, die anschlagen, falls ein Waldbrand entsteht. „Wir können die Infos der Bäume an die Förster weitergeben, noch bevor der Brand ausgebrochen ist“, sagte Müller. Mit den Waldbrandsensoren schließe man eine Lücke zu den bereits verwendeten „Firewatch“-Systemen. Deren an Masten angebrachte Kameras schlagen erst Alarm, wenn sich eine Rauchwolke entwickelt hat. „Die Bäume reagieren schon viel früher“, so Müller.

Von Anna Bückmann

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