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Brandenburg U2 predigen große Politik im Olympiastadion
Brandenburg U2 predigen große Politik im Olympiastadion
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15:46 13.07.2017
Larry Mullen Jr. und Paul David Hewson (Bono) von der irischen Band „U2“ spielten am Mittwochabend im Berliner Olympiastadion ihr einziges „The Joshua Tree“-Deutschlandkonzert. Quelle: Britta Pedersen/dpa
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Berlin

Bono könnte jetzt einfach sagen, dass der Regen doof ist und sich verziehen soll. Macht er aber nicht, der U2-Sänger steht im Berliner Olympiastadion auf der Bühne zwischen zwei Pfützen und huldigt der Kraft des Niederschlags: „Der Regen bringt uns alle nur noch näher zusammen.“

Grundgesetz-Zitate und Bilder von Angela Merkel und Pussy Riot

Gäbe es eine Pathos-Polizei, wäre Bono längst im Knast. Er beschwört die Einheit Europas, nennt Deutschland den „Spirit of Europe“, zitiert das Grundgesetz und widmet einen Song den großartigen Frauen dieser Welt. Auf der Leinwand erscheinen Anne Frank, Simone de Beauvoir, die Aktivistinnen von Pussy Riot und – huch – Angela Merkel und Christine Lagarde, die skandalumwitterte Chefin des Internationalen Währungsfonds. Häh?

Gitarrist The Edge (David Howell Evans), Schlagzeuger Larry Mullen junior, Sänger Bono (Paul David Hewson) und Bassist Adam Clayton spielten im mit rund 70 000 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion ihre Platte „The Joshua Tree“, deren 30. Jubiläum die Band zelebrierte.

Dass U2 stets versuchen, ihre Songs mit weltpolitischer Bedeutung aufzuladen, ist nicht neu. Bono ist eher ein Wanderprediger als ein gewöhnlicher Sänger. Dabei wirkt selbst sein hymnischer Gesang predigthaft. Beim einzigen Deutschland-Konzert in diesem Jahr sollte aber das Musikalische eigentlich ganz im Vordergrund stehen. Die Tour ist dem Jubiläum ihres sagenhaft erfolgreichen Albums „The Joshua Tree“ gewidmet. Die Band spielt alle Songs des vor 30 Jahren veröffentlichten Werks.

Ein Ausdruck bühnentechnischer Bescheidenheit

Die Iren verzichten dafür auf die Gigantomanie vorheriger Bühnenshows. Aufgebaut sind eine querformatige Leinwand, die wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch aussieht und darauf ein riesengroßer Joshua Tree, jenes wild wuchernde Gewächs, das ihrem 1987er-Durchbruchsalbum den Namen gab. Vor der Hauptbühne verläuft ein Laufsteg zu einer kleineren Zweitbühne. Klingt spektakulär, ist aber für U2-Verhältnisse ein Ausdruck bühnentechnischer Bescheidenheit.

„Sunday Bloody Sunday“ heizt Regencape-verhülltes Publikum ein

Noch bevor Bono und Co. alle Songs von „The Joshua Tree“ spielen, heizen sie der mit bunten Regencapes bedeckten Meute mit Superhits wie „Sunday Bloody Sunday“ und „Pride (In The Name Of Love)“ ein. Das vermeintliche Experiment, danach ein ganzes Album am Stück zu spielen, gerät zum berechenbaren Erfolg. Schließlich gehören zu den Songs jene Hymnen, nach denen das Publikum im Olympiastadion ohnehin giert: „Where The Streets Have No Name“, „I Still Haven’t found What I‘m Looking For“ und „With Or Without Me“. Im ausgedehnten Zugabenblock werden weitere Hits nachgereicht. Bono singt von der nassen Zweitbühne aus „A Beautiful Day“. Der Prediger steht allein im Regen und wird gebührend vergöttert. Nach ein paar weiteren Ansagen über Gott, sich selbst und die Welt entlässt er seine Gemeinde mit „One“. Großer Applaus nach rund zwei Stunden Pop-Pathos im Dauerregen.

Von Maurice Wojach

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