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Über 7000 Raser tappen in Radarfalle

Blitz-Marathon in Brandenburg Über 7000 Raser tappen in Radarfalle

Mit 70 Sachen an der Kita vorbei, Tempo 115 vor einer Schule und 220 km/h statt den erlaubten 120 auf der Autobahn: Obwohl alle Standorte der Radarfallen im Voraus bekannt waren, gab es auch beim diesjährigen Blitz-Marathon Autofahrer, die viel zu schnell unterwegs waren, wie die Gesamtbilanz zeigt.

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Quelle: dpa

Potsdam. Der Blitz-Marathon ist Geschichte. Er endete am Donnerstagmorgen um 6 Uhr mit mehr als 7000 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Das teilte die Polizei Brandenburg am Nachmittag mit. Im Fokus der europaweiten Aktion, an der knapp 500 Beamte beteiligt waren, standen insbesondere Alleen und Bereiche vor Kitas, Schulen oder Senioreneinrichtungen. 184.283 Fahrzeuge wurden durch automatisierte Messtechnik und mit Handlasermessgeräten gemessen.

Obwohl die Kontrollstellen vorab angekündigt wurden und online eingesehen werden konnten, fuhren 7.015 Fahrzeugführer zu schnell (7.028 im Jahr 2016), was einer Quote von etwa 3,8 Prozent (3,43 Prozent im Jahr 2016) entspricht.

Die traurigen Spitzenreiter

– In Vogelsdorf raste eine Person mit 115 km/h an einer Schule vorbei. Erlaubt waren an dieser Stelle 50 km/h .

– In Wandlitz (Barnim) fuhr ein Mann vor einem Kindergarten mit Tempo 68 , erlaubt waren hier nur 30 km/h.

– Auf der A 2 (Potsdam-Mittelmark) wurde ein Mann mit Tempo 220 geblitzt - erlaubt waren 120 km/h .

– Am Autobahndreieck Havelland fuhr ein Fahrer mit 193 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer .

– Auf der A  13 wurde ein Autofahrer mit 121 km/h bei erlaubten 60 km/h gemessen.

– Auf der A 2 blitzte die Polizei einen Autofahrer mit 177 km/h bei erlaubten 100

Abschluss-Bilanz für den Norden

Mit erheblichem Beamteneinsatz wurden erneut zahlreiche, zum Teil erhebliche Geschwindigkeitsverstöße festgestellt und geahndet. Wenn auch die „Trefferquote“ naturgemäß deutlich geringer war, als bei unangekündigten Kontrollen. Ziel des Einsatzes war es aber, in erster Linie die Problematik des „Rasens“ erneut in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu rücken und auch mit diesen ins Gespräch zu kommen und beides wurde deutlich erreicht, heißt es seitens der Polizeidirektion Nord am Donnerstag.

Oberhavel

Im Landkreis Oberhavel wurden insgesamt 15.580 Fahrzeuge gemessen, von denen 510 zu schnell waren. 14.153 Fahrzeuge passierten die „Blitzer“ und 1.427 wurden per Handlaser überprüft. Die höchsten Geschwindigkeitsverstöße wurden auf der A 10 im Bereich des Autobahndreiecks Havelland festgestellt. Spitzenreiter war ein Daimler Benz aus Rostock, der im 120 km/h-Bereich mit 193 km/h unterwegs war. Er muss mit einem Bußgeld in Höhe von 440 Euro, zwei Monaten Fahrverbot und zwei Punkten rechnen.

Vor einer Kita in der Hauptstraße in Wensickendorf war ein Fahrer mit 70 km/h im 30er Bereich unterwegs. Dieser Fahrer muss sich auf 160 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot einstellen.

Bei ihren Kontrollen trafen die Beamten nicht nur auf Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, sondern straften u.a. auch Verstöße gegen die Gurtpflicht und Telefonierer am Steuer ab.

Prignitz

Im Landkreis „Prignitz“ wurden durch 3.702 Fahrzeuge überprüft, davon 3.001 durch „Blitzer“ und 701 durch Beamte mit Handlasergeräten. Dabei wurden 77 Verstöße geahndet.

Bei der durchgeführten Geschwindigkeitskontrolle mit dem Lasermessgerät im Bereich Meyenburg wurde ein Skoda-Fahrer festgestellt, der mit 101 km/h bei erlaubten 70 km/h unterwegs war. Er wird mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro sowie einem Punkt rechnen müssen. Auch in der Prignitz gab es Fahrer, die wegen des nicht angelegten Sicherheitsgurtes verwarnt wurden.

Ostprignitz-Ruppin

Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurden genau 14.484 Fahrzeuge überprüft, davon 13.482 durch „Blitzer“ und 1.002 durch Beamte mit Handlasergeräten. Hier wurden insgesamt 360 Verstöße festgestellt. Spitzenreiter war ein Fahrer auf der A 24 zwischen den Anschlussstellen Neuruppin und Herzsprung mit 170 km/h bei erlaubten 130 km/h. Der Fahrer muss sich auf 120 Euro Strafe und einen Punkt einstellen.

In der Holzhausener Straße in Kyritz wurde ein Fahrer mit 81 km/h bei erlaubten 50 km/h gemessen. Er darf den Führerschein für einen Monat abgeben, erhält zwei Punkte und muss 160 Euro Strafe zahlen. Auchin Ostprignitz-Ruppin wurden zudem andere Verkehrsverstöße festgestellt. Hier handelt es sich überwiegend um das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes.

Abschluss-Bilanz für den Westen

Für den „Blitzer-Marathon“ haben insgesamt 109 Beamte der Polizeidirektion West im Rahmen des bundesweiten „Blitzermarathon 2017“ an 50 Messstellen Fahrzeugführer überprüft.

Von gemessenen 56636 Fahrzeugen, waren 2487 zu schnell unterwegs.

Havelland

Davon stellte die Polizei im Landbereich des Havellandes 43 Geschwindigkeitsübertretungen fest. Auf der A10, Höhe der Anschlussstelle Berlin-Spandau / B 5, die zum Havelland gehört, wurden 288 Übertretungen registriert.

Teltow-Fläming

In Teltow-Fläming waren es im Landbereich 100, davon allein 72 auf der L 40 zwischen Güterfelde und Großbeeren.

Auf der L 73 zwischen Lynow und Stülpe war der Schnellste mit 110 km / h bei erlaubten 70 km/ h unterwegs.

Am Autobahnkilometer 76, zwischen den Anschlussstellen Genshagen und Ludwigsfelde West auf der A 10, die ebenfalls im Landkreis Teltow-Fläming liegt, waren es 397 Geschwindigkeitsübertretungen.

Potsdam-Mittelmark

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurden auf Landstraßen und in Ortschaften 119 Geschwindigkeitsübertretungen durch die Polizei registriert. Auf der B 2 bei Dietersdorf fuhr ein Autofahrer 102 in einem 70 er Bereich.

Hinzu kommen 943 Geschwindigkeitsübertretungen auf den Autobahnen im Landkreis Potsdam-Mittelmark, mit Schwerpunkt A 2.

Potsdam, einschließlich nähere Umgebung

Für Potsdam, einschließlich der näheren Umgebung erfasste die Polizei 597 Übertretungen, davon 547 allein im Zeitraum zwischen 03.00 Uhr morgens und 23.00 Uhr abends (am Mittwoch) auf der Nutheschnellstraße, auf Höhe des Sterncenters. Der Spitzenreiter war hier mit 146 km/h bei erlaubten 80 km/h unterwegs.

Abschluss-Bilanz für den Süden und Osten

Beamte der Polizeidirektion Süd stellten während des Blitz-Marathons insgesamt 1.214 (7,5 %) Geschwindigkeitsverstöße fest. Bei insgesamt 16.232 gemessenen Fahrzeugen wurden in der Polizeiinspektion CB/ SPN 4.065 Fahrzeuge und 244 Verstöße (6,0 %) registriert. In der PI DS wurden insgesamt 4.543 Messungen durchgeführt und 101 Übertretungen (2,2 %) festgestellt, in der PI OSL gab es 5.880 Überprüfungen mit 727 Verstößen (12,4 %) und in der PI EE 1.744 Registrierungen mit insgesamt 142 Überschreitungen (8,1 %).

Cottbus / Spree-Neiße

Zwischen Cottbus und Spremberg wurde ein Verkehrssünder mit der für diesen Kreis höchsten Überschreitung von 44 km/h bei erlaubten 100 km/h auf der B 97 geblitzt. Als Konsequenz schlagen hier 160 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot zu Buche, wie die Polizei mitteilte. Ein weiterer PKW-Fahrer wurde in der Ortslage von Werben mit 72 km/h bei erlaubten 50 km/h gemessen.

Dahme-Spreewald

Auf der B 96 A wurde zwischen Schönefeld und Mahlow ein Fahrzeug bei erlaubten 100 km/h mit 159 km/h gestoppt. Bei der Überschreitung von 59 km/h drohen nun 240 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Auf der Waßmannsdorfer Chaussee in Schönefeld stellten die Beamten des Weiteren einen Kraftfahrer fest, der mit 93 km/h bei erlaubten 50 km/h unterwegs war.

Es wurden im Landkreis aber auch weitere Verkehrsverstöße registriert werden. So wurden drei Anzeigen wegen Fahren bei „Rotlicht“, sieben Gurtverstöße und einmal Fahren mit Handy am Ohr aufgenommen.

Oberspreewald-Lausitz

Jeweils mit 21 km/h zu viel auf dem Tacho wurden in Zerkwitz (51 km/h bei 30 km/h) und in Schipkau (71 km/h bei 50 km/h) Kraftfahrer ertappt. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurde auch der „Raserkönig Süd“ geblitzt. Auf der A 13 zwischen dem Spreewalddreieck und der Anschlussstelle Kittlitz wurde der Pkw-Fahrer mit 121 km/h bei erlaubten 60 km/h fotografiert.

Bei einer Überschreitung von 61 km/h außerhalb von Ortschaften sieht der Bußgeldkatalog 440 Euro als Verwarnung zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot vor.

Elbe-Elster

„Im eher beschaulichen Landkreis Elbe-Elster“ war man ebenfalls flott unterwegs“, so die Polizei. Mit rasanten 150 km/h wurde ein Fahrzeugführer bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf der B 87 bei Hohenbucko gemessen. Diese zu schnell gefahrene Geschwindigkeit von immerhin 50 km/h wird dem Fahrer mit 160 Euro, zwei Punkten und ein Monat Fahrverbot noch lange zu denken geben. In der Jahnstraße in Falkenberg stellten die Polizeibeamten einen Autofahrer fest, welcher in einer „30er“ Zone mit 49 km/h unterwegs war.

Traurige Bilanz 2016

2016 wurden in Brandenburg bei der Aktion rund 7000 Raser erwischt. Im vergangenen Jahr kamen bei geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfällen in Brandenburg 35 Menschen ums Leben.

Von MAZonline

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