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Über Arbeit und Unrecht: Zitate von Manfred Stolpe

Zum 80. Geburtstag von Manfred Stolpe Über Arbeit und Unrecht: Zitate von Manfred Stolpe

Arbeit zu schaffen und das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen zu stärken, waren die wichtigsten Anliegen von Manfred Stolpe. Die ausgewählten Zitate zeichnen das Bild eines weitsichtigen Menschen, der auf Ausgleich und Kooperation bedacht ist – und der dennoch meinungsstark und geradlinig ist.

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Manfred Stolpe im März 2015.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Arbeit zu schaffen und das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen zu stärken, waren die wichtigsten Anliegen von Manfred Stolpe. Die ausgewählten Zitate zeichnen das Bild eines weitsichtigen Menschen, der auf Ausgleich und Kooperation bedacht ist – und der dennoch meinungsstark und geradlinig ist. MAZonline zitiert aus Reden, Interviews und aus Büchern von Manfred Stolpe.

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Am 16. Mai 2016 ist der 80. Geburtstag von Manfred Stolpe. Der SPD-Mann war zwölf Jahre lang Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Er kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

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Wir Bürger der DDR und künftig des gemeinsamen deutschen Bundesstaates haben nicht den geringsten Anlaß zu Minderwertigkeitsgefühlen, denn wir haben die Einheit zustande gebracht, und wir sind keine Bürger zweiter Klasse im gemeinsamen Deutschland.“
Manfred Stolpe auf dem Landesparteitag der SPD am 2. September 1990 in Cottbus, auf dem er zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Brandenburg gewählt wurde

„Ich finde es geradezu zum Kotzen , wie hier einseitige Beschlüsse als Vereinbarung ausgegeben werden.“
Stolpe Ende November 1990 zum Beschluss der CDU-Ministerpräsidenten Ost, den Deutschen Fernsehfunk abzuschaffen

„Wir sind nicht schlechtere Deutsche, weil wir hier die Kriegsfolgen härter getragen haben, weil wir der Heimat treu geblieben sind, und weil wir unter schlechteren Voraussetzungen weniger schaffen konnten. [...] Wir brauchen kein Mitleid und keine Almosen , aber wir brauchen echte Chancen.“
aus der Regierungserklärung von Manfred Stolpe am 6. Dezember 1990 vor dem Landtag Brandenburg

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt. So gibt es überhaupt keinen Grund, die in Brandenburg erzeugten Nahrungsmittel zu verstecken. Deshalb meine herzliche Bitte: Denken Sie daran, daß Sie mit jedem Einkauf auch über Arbeitsplätze in Brandenburg entscheiden, besonders in der Landwirtschaft!“
aus der Regierungserklärung von Manfred Stolpe am 6. Dezember 1990 vor dem Landtag Brandenburg

„Der überwiegenden Mehrheit der Menschen auf dieser Erde geht es viel schlechter als uns. Wir wissen auch: Wenn die reichen Länder im Norden der Erde nicht bereit sind, den Völkern im Süden und im Osten zu helfen, dann werden die Flüchtlingsströme zunehmen.“
aus der Regierungserklärung von Manfred Stolpe am 6. Dezember 1990 vor dem Landtag Brandenburg

Manfred Stolpe im Februar 2005

Manfred Stolpe im Februar 2005.

Quelle: Detlev Scheerbarth

„Der Tunnel ist auch in den Köpfen der Menschen. Es ist nicht in erster Linie ein materielles, sondern wirklich ein mentales Problem, das ganz stark damit zusammenhängt, daß in den Köpfen der Menschen hier Arbeitslosigkeit gleichbedeutend ist mit gesellschaftlichem Aus: Wir werden nicht mehr gebraucht, wir sind nicht nur Deutsche zweiter Klasse, sondern wir sind eigentlich überflüssig.“
Manfred Stolpe im Interview mit „Die Zeit“ am 22. Februar 1991

„Die Hauptursache von Ängsten und Sorgen und auch Verbitterung ist gegenwärtig an allererster Stelle wirklich die Frage nach der Arbeit . Dies ist ein Punkt, mit dem Leute nicht gerechnet haben. Die meisten haben gesagt: Wir müssen hart und eine Menge mehr arbeiten. Aber daß sie gar keine Arbeit mehr haben, damit haben doch nur wenige gerechnet.“
Manfred Stolpe im Interview mit dem „Spiegel“ am 29. April 1991

„Schließlich hat jeder, der im Land blieb, arbeitete und Steuern zahlte, das DDR-System mitgetragen, ob er wollte oder nicht.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

„Aus alten Unrecht darf nicht neues Unrecht, aus der erzwungenen Teilung dürfen nicht neue Gräben entstehen.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

„Nach meinem Empfingen zeigten die Leute im Westen ein Stück schlechtes Gewissen , daß sie, überspitzt formuliert, auf der Sonnenseite saßen, während wir armen Schweine bei den Russen und vor allem bei den Kommunisten leben mußten.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

„Zu den gegenseitigen Enttäuschungen der Deutschen Ost und der Deutschen West nach der Vereinigung gehört, daß der jeweils andere so wenig über die Lebenswirklichkeit weiß.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

„Ich spreche bewusst vom Wunder der Einheit , da ich mit dem Ende der deutschen Zweistaatlichkeit auf alle absehbare Zeit nicht gerechnet hatte.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

„Der radikale Umbruch zur Freiheit und der ebenso radikale Umbruch zu einem neuen Wirtschafts- und Rechtssystem hat viele Ostdeutsche in einem Maße überfordert, daß sie dies als neue, wiederum nur ihnen auferlegte Last empfinden. [...] Menschen zwischen Werra und Oder fühlen sich aus neuer Himmelsrichtung ausgebeutet oder doch benachteiligt.“
aus: Manfred Stolpe: Schwieriger Aufbruch, Siedler 1992

Manfred Stolpe im April 2011

Manfred Stolpe im April 2011.

Quelle: Michael Hübner

„Sperenberg ist der menschenfreundlichere, verkehrs- und flugtechnisch bessere Standort. Da im näheren Umfeld von Schönefeld 70.000 bis 100.000 Einwohner leben, wäre ein Großflughafen dort unmenschlich. [...] Ich werde freiwillig Schönefeld nicht zustimmen.“
Interview mit Manfred Stolpe im „Tagesspiegel“ vom 10. Juni 1995

„Wenn etwas wirklich wichtig ist, muss man darüber reden, nötigenfalls auch streiten . [...] Bei wichtigen Vorhaben schreibe ich daher keine Briefe - ich gehe zu den Leuten hin.“
aus: Manfred Stolpe: Sieben Jahre, sieben Brücken, Siedler 1997

„Doch schon lange ist die Krise des Arbeitsmarktes kein ostdeutsches Problem mehr, auch kein Problem sozialer Randgruppen. Arbeitslosigkeit kann jedem drohen, überall. Und längst ist bekannt, daß ein Leben ohne Arbeit krank macht – selbst wenn es nicht zu Obdachlosigkeit und völliger materieller Verarmung führt.“
aus: Manfred Stolpe: Sieben Jahre, sieben Brücken, Siedler 1997

„Es könnte spannend werden, ob wir zuerst eine Bundeskanzlerin oder einen ostdeutschen Bundeskanzler – oder beides zusammen – erleben werden.“
aus: Manfred Stolpe: Sieben Jahre, sieben Brücken, Siedler 1997

„Schon jetzt zeichnen sich Verteilungskonflikte ab, bei denen es längst nicht mehr ums Teilen, sondern vielmehr ums Behalten geht. Diese Art der Auseinandersetzung führt in eine Sackgasse. Ohne einen Sinn für den Ausgleich werden wir den Weg in die Zukunft nicht finden. [...] Dazu bedarf es jedoch einer Bereitschaft zur Kooperation, die in der bundesdeutschen Politik Mangelware geworden zu sein scheint.“
aus: Manfred Stolpe: Sieben Jahre, sieben Brücken, Siedler 1997

„Vielleicht hätte ich in Richtung Bundespolitik massiver drängen sollen, man solle doch bedenken, dass in Ostdeutschland die Arbeit , das Berufsleben einen sehr hohen Stellenwert haben. Beschäftigung, das Eingebunden-Sein sind von entscheidender Bedeutung. Da war ich vielleicht nicht laut genug.“
Interview mit Manfred Stolpe in der „Märkischen Allgemeinen“ zu Ostern 2008

Manfred Stolpe im Mai 2016

Manfred Stolpe im Mai 2016.

Quelle: dpa

„Ich hatte eine Debatten- und Diskussionsschulung jeden Morgen - ehrlicher kam kaum jemand auf mich zu.“
Manfred Stolpe Anfang Mai 2016 im RBB-Interview über seine Frau Ingrid

„Was musste man machen, um da Freiräume zu haben, um da atmen zu können, um Leuten zu helfen.“
Manfred Stolpe Anfang Mai 2016 im RBB-Interview über sein Wirken in der DDR

„2004 wurde mir vorhergesagt, ich würde keine drei Jahre mehr leben. Ich bin ein Beispiel dafür, wie weit sich die Medizintechnik entwickelt hat - und ich fühle mich wohl dabei.“
Manfred Stolpe im Mai 2016 über seine Krebserkrankung

Von MAZonline

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