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Übergriffe im Asylheim: Verdacht erhärtet sich

Asyl-Erstaufnahme in Potsdam Übergriffe im Asylheim: Verdacht erhärtet sich

Nach den Enthüllungen der MAZ über sexuelle Übergriffe und die Zustände in der Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung in Potsdam erhärten sich die Vorwürfe. Die beiden Beschuldigten – ein Mitarbeiter und der bisherige Leiter – müssen bis heute Abend Stellung nehmen. Die Staatsanwaltschaft prüft auf Anfangsverdacht, und die Opposition fordert bereits Konsequenzen.

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Quelle: dpa

Potsdam. Nach Bekanntwerden schwerer Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Potsdam hat das DRK einen neuen Leiter eingesetzt.

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Die für die Erstaufnahmestelle in Wünsdorf (Teltow-Fläming) vorgesehene Führungskraft werde den Posten in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee nun übernehmen, sagte DRK-Sprecherin Iris Möker. Das solle Ruhe in die Einrichtung bringen.

Mitarbeiterbefragung – Verdacht erhärtet sich

Der bisherige Leiter sowie der wegen angeblicher Übergriffe beschuldigte Mitarbeiter müssen bis Donnerstagabend Stellung nehmen. Indes erhärten sich die Vorwürfe. In Mitarbeitergesprächen in Anwesenheit von Personalratsmitgliedern erklärten etliche Mitarbeiter, die Anschuldigungen träfen zu. In den kommenden Tagen sollen die Mitarbeiter nun in Einzelgesprächen detailliert befragt werden.

Grüne und CDU fordern bei Aufklärung „höchste Priorität“

Die grüne Opposition im Landtag hat das Innenministerium aufgefordert, „mit höchster Priorität“ aufzuklären. „Es verwundert doch sehr, dass das Deutsche Rote Kreuz nach den Vorfällen in der Erstaufnahmeeinrichtung Unterschleuse Anfang des Jahres nun erneut in einem von ihm betriebenen Heim mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert ist“, sagte Ursula Nonnemacher, innenpolitische Sprecherin der Fraktion. Auch CDU-Innenexperte Björn Lakenmacher forderte eine „schonungslose Aufklärung“ und die Schaffung von besseren Kontrollmechanismen.

Nonnemacher fordert besseren Schutz und bessere Information

Nonnemacher erneuerte ihre Forderung nach Einrichtung von Anlaufstellen für gewaltbedrohte Frauen und Kinder in den Flüchtlingsheimen sowie nach besserer Information zu bestehenden Hilfsangeboten. Es müsse zudem sichergestellt sein, dass die vom Land zugesagten Stellen für Migrationssozialarbeit auch wirklich besetzt werden.

Vorwurf: Mitarbeiter wird sexuell übergriffig

Ein Mitarbeiter eines Flüchtlingsheimes des Deutschen Roten Kreuzes in Potsdam soll sich, wie die MAZ enthüllte, einem anonymen Brief zufolge weiblichen Flüchtlingen sexuell angenähert haben. In dem Schreiben ist von „wiederholten sexuellen Handlungen“ des Hausbetreuers mit „weiblichen Schutzbefohlenen“ die Rede, womit wohl geflüchtete Frauen gemeint sind.

Leitung billigte und vertuschte – und weitere Vorwürfe

Der Leitung der Erstaufnahme werden in einem anonymen Brief „Billigung und Vertuschung“ der Vorfälle vorgeworfen. Auch werden dem Heim in dem Brief massive Versäumnisse bei Seuchenvorsorge und Sicherheitsstandards zur Last gelegt. „Wir prüfen jetzt den Inhalt des Schreibens, ob sich ein Anfangsverdacht bestätigt“, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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Von Ulrich Wangemann

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