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Brandenburg „Überlagerte“ Geschichte
Brandenburg „Überlagerte“ Geschichte
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00:54 25.04.2018
Ein Ort der Erinnerung: Die Mahn- und Gedenkstätte des Konzentrationslagers Ravensbrück in Fürstenberg/Havel. Quelle: dpa
Potsdam

Geschichtsunterricht der besonderen Art: Rund 40 Jugendliche aus ganz Brandenburg wollen die teils in Vergessenheit geratene Geschichte der ehemaligen Außenstellen nationalsozialistischer Konzentrationslager erkunden. Der Landesjugendring Brandenburg und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten stellten das Projekt unter dem Titel „überLAGERt“ in Potsdam vor.

In dem landesweit koordinierten Pilotvorhaben zur Geschichte der Außenlager der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück werden Jugendliche zu Geschichtsforschern. „Wir wollen auf Spurensuche gehen und euch bei der Suche nach verdrängten Orten und Geschichten unterstützen“, sagte Roman Guski, Projektkoordinator des Landesjugendrings Brandenburg, der sich über das große Interesse der Jugendlichen freute.

Die Idee für „überLAGERt“ bestand bereits seit 2013. Zum Start kamen junge Menschen aus Cottbus, Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark), Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) und Grüneberg (Oberhavel) zusammen, die sich in ihren Projektgruppen mit den Lagern Schwarzheide, Grüneberg, Belzig/Roederhof und Lieberose/Jamlitz beschäftigen werden.

„Warum wurden diese Lager gebaut – für Menschen, die nichts getan haben?“

Ein Jahr lang gehen die Jugendlichen der Geschichte vor ihrer Haustür nach. In Workshops, bei Vor-Ort-Begehungen, Interviews oder Treffen in der Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen können sie wertvolles Wissen ansammeln. „Ich finde es spannend, mich mit diesem Thema zu beschäftigen“, sagt der zwölfjährige Niklas aus Grüneberg. „Es interessiert mich, warum diese Lager überhaupt gebaut wurden, für Menschen, die nichts getan haben.“ Von seiner Oma, die den Zweiten Weltkrieg miterlebte, habe der Siebtklässler schon einiges gehört. Auch Christin, 15 Jahre alt, ist schon gespannt. „Ich habe ein großes Interesse an Geschichte“, sagt sie.

„Das Projekt ist ungeheuer wichtig“, sagt Elke Krüger, Geschäftsführerin der Stiftung „Großes Waisenhaus in Potsdam“, die das Projekt mit der Flick-Stiftung fördert. „Es wird vergessen, was vor mehr als 70 Jahren passiert ist. Wenn die Gefahr besteht, zu vergessen, wie wichtig Demokratie ist, besteht die Aufgabe darin, dieses Wissen aufrecht zu erhalten.“

Interesse an der Thematik durch eigenes Entdecken

Mehr als 60 Außenlager der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen lagen in Brandenburg – vielerorts sind sie mittlerweile buchstäblich „überlagert“: Wohngebiete und Gewerbegelände verwischen die darunterliegenden Spuren.„Die NS-Zeit ist fern von der Lebensrealität der jungen Leute“, sagt Jane Baneth vom Landesjugendring. Das Interesse werde geweckt, wenn man selbst etwas entdecken und eigene Fragen stellen könne. „Was ist an diesen Orten passiert? Was hat das mit uns zu tun? Was für eine Gesellschaft wollen wir? Was wollen wir für unsere Zukunft? Damit sollte sich jede Generation auseinandersetzen.“

„Gerade die Außenlager zeigen, dass der NS-Terror Teil des Alltags der Menschen war“, sagt Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Außenlager seien für Jugendprojekte interessant, weil sie Anknüpfungspunkte an die unmittelbare Lebenswelt der Heranwachsenden böten. „Geschichte spielt sich nicht nur in Hauptstädten ab.“

Von Christina Koormann

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