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Überraschendes Aus für Senvion-Werk Barnim

Windrad-Produzent Überraschendes Aus für Senvion-Werk Barnim

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion baut den Konzern um und schließt sein Werk im Landkreis Barnim. Die 120 Beschäftigten trifft die Nachricht nach Gewerkschaftsangaben „völlig unvorbereitet“. Der Stellenabbau sei „unvermeidlich“, heißt es von Senvion. Künftig wird anderswo investiert.

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Senvion baut Windräder.

Quelle: dpa

Hamburg, Trampe. Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion will in diesem Jahr in Deutschland rund 730 Arbeitsplätze streichen. Dicht gemacht werden unter anderem die Betriebsstätten Trampe im Landkreis Barnim und Husum (Schleswig-Holstein) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven.

IG Metall: Beschäftigte „vollkommen unvorbereitet“

Das Aus für das Werk in Trampe (Barnim) kommt nach Angaben der IG Metall für die 120 Beschäftigten «vollkommen unvorbereitet». Der Konzern habe im vergangenen Jahr noch «satte Gewinne» eingefahren, wollte ursprünglich in Trampe noch ausbauen, erklärte der Chef der IG Metall in Ostbrandenburg, Peter Ernstdorf. Unklar sei auch, was jetzt aus den 80 Mitarbeitern einer in Eberswalde ansässigen Servicefirma werde.

Produktion wird verlagert

Die Konzernholding begründete die Einschnitte am Montag mit einem stärker werdenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Deshalb sollen Teile der Produktion verlagert und Standorte in Deutschland geschlossen werden, wie die Luxemburger Senvion S.A. mitteilte. Der Vorstand will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen.

Deutscher Markt stark zurückgegangen

«Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten», sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger. Senvion habe in den vergangenen beiden Jahren bereits Abläufe verbessert, Investitionen getätigt und neue Produkte entwickelt. Aber allein der für Senvion bislang starke deutsche Markt habe sich von mehr als 5,0 Gigawatt 2015 installierter Leistung auf 2,8 Gigawatt fast halbiert. «Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent reduziert», sagte Geißinger.

Expansion nach Übersee

Er will vor allem in Übersee - Südamerika, Australien, Indien sowie den USA - mit Anlagen für den Niedrigwindbereich expandieren. «Ich bin überzeugt, dass wir mit deutscher Technologie die Energiewende auch global zum Erfolg führen», sagte Geißinger. Der mit der Produktentwicklung beschäftigte Standort Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist den Angaben zufolge kaum vom Stellenabbau betroffen, seinen Verwaltungssitz hat das Unternehmen in Hamburg.

Weltweit auf Platz 4 im Windenergie-Anlagenmarkt

In Deutschland habe Senvion einen Marktanteil von 8 Prozent, berichtete Geißinger. Weltweit rangiere das Unternehmen an vierter Stelle im Windenergie-Anlagenmarkt. Die Festaufträge für 2016 lagen bei 1,3 Milliarden Euro. Einschließlich der noch nicht endgültig festgezurrten Abschlüsse betrugen sie 1,765 Milliarden Euro.

Senvion gibt seine Jahreszahlen für 2016 am Donnerstag bekannt.

Von Almut Kipp

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