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Überraschung – Diebe bringen Bilder zurück

Kunstraub in Teltow Überraschung – Diebe bringen Bilder zurück

Die Nachricht hatte die Kunstwelt in Aufregung versetzt. Anfang Dezember drangen Diebe in das Atelier des bekannten Malers Markus Lüpertz in Teltow (Potsdam-Mittelmark) ein. Sie erbeuteten Kunstwerke im Wert von mehreren 100.000 Euro. Von den Dieben fehlte jede Spur. Jetzt sind die Bilder wieder zurück.

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Anfang Dezember sind im Atelier von Lüpertz wertvolle Bilder gestohlen worden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Teltow. Überraschung in Teltow: Die Anfang Dezember vergangenen Jahres geraubten Bilder des Malerfürsten Markus Lüpertz sind wieder da. Lüpertz teilte der Polizei bereits Ende Januar mit, dass Unbekannte die gestohlenen Kunstwerke fast vollständig wieder auf dem frei zugänglichen Gelände des Künstlerateliers abgestellt haben. Das teilte die Polizei am Montagnachmittag mit. Lüpertz habe die Bilder vor seinem Atelier gefunden und gesichert.

Diese teils unfertigen Bilder kehrten wieder nach Teltow zurück

Diese teils unfertigen Bilder kehrten wieder nach Teltow zurück.

Quelle: Polizei Brandenburg

Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion West untersuchte die zurückgebrachten Kunstwerke und sicherte Spuren. Die Spurenuntersuchungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen, hieß es.

Anfang Dezember waren Unbekannte in das in das Atelier des prominenten Malers und Kunstprofessor Markus Lüpertz (74) in der Teltower Kanada-Allee eingedrungen. Alexander Kynch, sein Assistent, konnte nur noch panisch registrieren, was alles fehlt.

Nachgemachte Schlüssel und aufgebrochene Schlösser

Rund 30 Bilder und zwei Bronze-Skulpturen des berühmten Künstlers hatten die Kunsträuber mitgehen lassen. Der Wert der Kunstwerke wurde auf mehrere 100.000 Euro geschätzt. Die Täter müssen zum Teil sogar Nachschlüssel gehabt haben, vermutet Lüpertz-Sprecher Claus Otterbein. „Das Diebesgut wurde mit einem Wagen aus der Atelierhalle abgefahren“, hatte Otterbein berichtet.

Diese teils unfertigen Bilder kehrten wieder nach Teltow zurück

Diese teils unfertigen Bilder kehrten wieder nach Teltow zurück.

Quelle: Polizei

Unter den geraubten Kunstwerken befanden sich 15 unfertige Ölbilder, die noch nicht mit dem berühmten „ML“ signiert worden waren. Ob die Täter Kunstkenner waren, die gezielt nach Bildern gesucht oder die Kunstwerke nur wahllos mitgenommen haben, war bislang unklar. Ebenso unklar ist, ob die Kunsträuber bewusst den Zeitpunkt für ihren Einbruch wählten, an dem sich Markus Lüpertz nicht in der Region Berlin aufhielt.

Kunstdiebe haben unter anderem dieses Lüpertz-Werk gestohlen.Polizei

Der Diebstahl traf einen ganz Großen der Kunstszene. Lüpertz ist neben Georg Baselitz, Gerhard Richter oder Anselm Kiefer einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart – und einer der umstrittensten. Einer der gerne aneckt und provoziert. Berühmt sind vor allem seine monumentalen Skulpturen, wie zum Beispiel ein 18 Meter hoher und 13 Tonnen schwerer Herkules, den Lüpertz 2010 nach einjähriger Arbeit aus 244 Aluminiumgussteilen im Gelsenkirchener Nordsternpark aufstellen ließ.

Oder die „Philosophin“, eine unbekleidete Frauenfigur, die heute im Foyer des Bundeskanzleramtes steht und als Allegorie für die „nackte Wahrheit“ gelesen werden kann. Die undatierte Aufnahme zeigt ein Bild, das ebenfalls gestohlen wurde. Polizei

Bekannt wurde Lüpertz bereits in den 60er-Jahren in Westdeutschland durch seinen damals für unzeitgemäß gehaltenen Malstil. Der Künstler, der sich gerne selbst als Genie inszeniert, malte nämlich gegenständlich und zum Teil in kräftigen Farben, weshalb er zum sogenannten Neoexpressionismus gezählt wurde. Er protestierte damals nach eigenem Bekunden gegen den Zeitgeist der Abstraktion.

Mit Erfolg, wie man heute weiß, denn längst ist figürliche Malerei wieder in. Lüpertz legte Wert auf das klassische Handwerk des Malers, das er in den 70er-Jahren als Professor an der Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe und später an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte. Kritiker werfen ihm allerdings zum Teil einen Hang zur Selbstdarstellung und Übertreibung vor.

Lüpertz hat enge Beziehung zu Teltow

Mit Teltow verbindet Lüpertz eine enge Beziehung. Dem Wohngebiet Mühlendorf, in dem sich sein Atelier befindet, stiftete der Künstler im Sommer 2012 eine etwa zwei Meter hohe Bronze-Skulptur mit der ureigenen Lüpertzschen Bemalung und dem Namen „Athene“. Die Gemeinde, oder zumindest ihr Bürgermeister, war stolz wie Bolle: „Kunst im öffentlichen Raum hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Dass ein echter Lüpertz einen Platz im Mühlendorf schmückt, ist eine hohe Wertschätzung für unsere Stadt“, sagte SPD-Bürgermeister Thomas Schmidt damals bei der Enthüllung des Kunstwerkes.

Von MAZOnline

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