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Brandenburg Umfrage: Ost und West kommen sich näher
Brandenburg Umfrage: Ost und West kommen sich näher
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14:00 03.10.2014
Herbst 2014: Familie Schramm vor einem Symbol der Teilung und der Vereinigung - der Glienicker Brücke in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Ost- und Westdeutsche unterscheiden sich in ihren Lebenszielen und privaten Wertvorstellungen kaum mehr voneinander, halten aber an ihren gegenseitigen Vorurteilen fest. Große Unterschiede bestehen weiterhin in der Beurteilung des politischen und wirtschaftlichen Systems. Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der MAZ in Zusammenarbeit mit 14 weiteren ostdeutschen Tageszeitungen ergeben. Die Studie aus Anlass des 25. Jahrestags der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls ist eine der umfassendsten der vergangenen Jahre.

Große Übereinstimmung legen die Menschen in den alten und neuen Ländern an den Tag, wenn es um die nötige Stabilität in ihrem Leben geht. Bei den vier wichtigsten Faktoren gibt es keine nennenswerten Unterschiede mehr: Ausreichend Geld (80 Prozent Ost/81 Prozent West), die eigene Familie (79/79), gute Freunde (63/66) und der eigene Partner (62/63) sind die vier Punkte, die für alle Deutschen ausschlaggebend sind bei der Frage, wie sicher sie sich in ihrem Leben fühlen. Der Ostdeutsche setzt bei der Absicherung darüber hinaus weiterhin stärker auf den Staat, während der Westdeutsche auf das Eigentum sowie Recht und Gesetz baut. Nur 41 Prozent der Ostdeutschen ist das Rechtssystem für ihre Sicherheit wichtig, aber 58 Prozent der Westdeutschen.

Vorurteile und Unterschiede

Gehalten haben sich die Vorurteile. Der Ostdeutsche hält den Westdeutschen nach wie vor für arrogant, geldgierig und egoistisch. Der Westdeutsche den Ostdeutschen vor allem für unzufrieden und misstrauisch. Auch die Begriffe „Ossi“ und „Wessi“ sind immer noch in Gebrauch – allerdings deutlich öfter im Osten als im Westen. Große Unterschiede gibt es bei der Beurteilung des politischen Systems. Während 74 Prozent der Westdeutschen die Demokratie als die beste Staatsform betrachten, teilen in Ostdeutschland nur 40 Prozent diese Auffassung. Beide Werte haben sich seit 1990 nur geringfügig verändert. Michael Sommer, Projektleiter bei Allensbach, spricht von einem „unbedingten Vertrauen“ in das politische System, das im Westen stärker sei. Die Ostdeutschen seien in diesem Punkt reservierter.

Für das Projekt hat das Institut für Demoskopie Allensbach 1573 Ostdeutsche ab 16 Jahren persönlich befragt. Zum Vergleich wurden 1520 Interviews mit Westdeutschen herangezogen.

Von Torsten Kleditzsch und Henry Lohmar

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