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Umstrittene Fussilet-Moschee geschlossen

Zwei Monate nach Terroranschlag in Berlin Umstrittene Fussilet-Moschee geschlossen

Die Berliner Fussilet-Moschee besuchte auch der Terrorist vom Breitscheidplatz, Anis Amri. Von außen wirkt das Mietshaus im zentralen Stadtteil Moabit unauffällig. In den vergangenen Jahren kamen nach Berichten von Nachbarn immer mehr islamistisch orientierte Besucher. Über eine Verbotsverfügung wird seit 2015 diskutiert. Nun hat die Moschee geschlossen.

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Die Fussilet-Moschee liegt im zentralen Berliner Stadtteil Moabit.

Quelle: imago/Olaf Wagner

Berlin. Die vom islamistischen Terroristen Anis Amri besuchte Fussilet-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit ist geschlossen worden. Auf einem Zettel an der Tür der Gebetsräume in der Perleberger Straße stand am Dienstag auf Deutsch und Türkisch: „Die Moschee ist endgültig geschlossen.“ Die Polizei bestätigte das. Auch die Schilder an der Tür waren abmontiert. Der Moschee-Verein ist Mieter in einem ganz normalen Wohnhaus. Die Nachbarn leben mit den Razzien – und der Angst.

Der Sender RBB berichtete, der Hauseigentümer und der Moscheeverein hätten sich auf ein Ende des Mietvertrags geeinigt. Möbel und Gebetsteppiche sollen bereits abtransportiert worden sein. Mit der Schließung reagierte der Moscheeverein möglicherweise auch auf Verbotsbestrebungen der Behörden.

Die Gebetsräume in dem unauffälligen Mietshaus waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Die Polizei beobachtete den Hauseingang von einer gegenüberliegenden Polizeiwache zeitweise mit einer versteckten Kamera. Amri hatte die Moschee oft besucht, zuletzt wurde er dort am Tag des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefilmt. Am Abend des 19. Dezember war er mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte zwölf Menschen getötet und mehr als 50 zum Teil schwer verletzt.

Ein Mann geht am 5

Ein Mann geht am 5. Januar in das Haus in der Perleberger Straße in Berlin, in dem sich die Räumlichkeiten des Moschee-Vereins „Fussilet 33“ befinden. Dessen Räume waren bei der Suche nach dem Attentäter Anis Amri zweimal Ziel der Fahnder.

Quelle: dpa

Über eine Verbotsverfügung gegen den Moscheeverein „Fussilet 33“ wird seit 2015 diskutiert. Die Senatsinnenverwaltung arbeitete schon länger daran. Unter Innensenator Frank Henkel (CDU) soll in der Verwaltung ein Beamter mit dem Verbotsverfahren befasst gewesen sein. Als er krank wurde, ruhte der Vorgang. Nach dem Anschlag sollte das Verbot eigentlich schnell kommen.

Polizeisprecher Winfried Wenzel sagte: „Wir nehmen die Entscheidung des Vereins zur Kenntnis, das Gebäude an der Perleberger Straße nicht mehr zu nutzen.“ Er fügte hinzu: „Wichtiger für die Berliner Polizei ist aber die Frage, wohin sich die potenziellen Gefährder wenden.“ Es sei durchaus sinnvoll, das Verbotsverfahren gegen den Moscheeverein weiter zu treiben. Dann könnten die bisher Verantwortlichen keine neue Moschee unter einem ähnlichen oder dem gleichen Namen gründen.

Das Gebäude an der Perleberger Straße ist unauffällig

Das Gebäude an der Perleberger Straße ist unauffällig. Vielen Berliner Moscheen sieht man ihre Nutzung von außen nicht sofort an, oft werden auch Gebäude in Hinterhöfen zum gemeinsamen Gebet genutzt.

Quelle: imago stock&people

Wenzel sagte, die Polizei habe weiterhin einen bestimmten Kreis von Menschen im Blick. Aktuell würde die Polizei 75 bis 80 Menschen in die Kategorie der Gefährder einordnen. Die Hälfte von ihnen sitze allerdings im Gefängnis oder halte sich derzeit im Ausland auf, zum Beispiel in Syrien.

Von dpa

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