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Brandenburg Umzugsunternehmer Klaus Zapf ist tot
Brandenburg Umzugsunternehmer Klaus Zapf ist tot
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17:34 21.08.2014
Der Unternehmer Klaus Zapf starb am Mittwoch überraschend an einem Herzinfarkt. Quelle: dpa
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Ob prominent oder Student: Mit den Kartons von Klaus Emil Heinrich Zapf zogen schon Viele von Haus zu Haus und um die Welt. Der Umzugsunternehmer, der mit seinem langen Bart als Sympathisant der Linken und gelegentlicher Talkshow-Gast weit über die Stadtgrenzen bekannt war, ist tot. Der Firmengründer starb am Mittwoch im Alter von 62 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts, wie sein Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Zapf hatte sich schon vor einiger Zeit aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen.

Wowereit würdigt Zapf als Botschafter Berlins

Seine 1975 im grün-alternativen Milieu Berlins entstandene Firma baute Zapf, der nie einen Führerschein besaß, mit heute 600 Mitarbeitern zu einem Transportimperium mit rund 60 000 Kunden aus. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nannte Zapf einen "politischen Menschen", der aus seinen Überzeugungen keinen Hehl gemacht habe. Vor allem bei der beruflichen Bildung habe er sich engagiert. Berlin verliere mit dem Tod des Baden-Württembergers  "einen echten Berliner, der nicht nur mit seinem Unternehmen, sondern auch als Mensch so hervorragend zu Berlin gepasst hat und ihr ein guter Botschafter war."

Der in Eppingen aufgewachsene Spediteur war mit zwei Plastiktüten, ein paar Socken und Unterhosen auf der Flucht vor dem Wehrdienst in den Westen Berlins gezogen und wollte Jura studieren. Er brach das Studium ab und überlebte erst einmal mit Jobs am Zapfhahn hinter dem Tresen. 

Erster Umzug über die DDR-Transitstrecke

Mit einem Kleintransporter übernahm Zapf dann zunächst Entrümpelungen und beförderte Klaviere. Sein erster Umzug ging von der Neuköllner Niemetzstraße nach Hamburg. Zum Glück habe es auf der DDR-Transitstrecke nicht geregnet. Sonst wäre er sofort pleite gewesen, sagte er einst in einem Interview. Auch den Rat eines Bankmitarbeiters habe er bald beherzigt, erst einmal eine Bilanz lesen zu lernen.

So wurde aus "Westberlins bestem Umzugskollektiv" (Eigenwerbung) mit einer blauen Kugel als Firmenlogo und dem lateinischen Motto "Mens agitas molem" ("Der Geist bewegt die Masse") ein konkurrenzfähiges Unternehmen. Studenten, die bei Zapf als Möbelpacker anheuerten, traten nach ihrem Abschluss in das Management der Firma ein, etwa als Betriebswirte und Ingenieure, wie es in der Zapf-Chronik heißt.

"Ich sehe aus wie die Wurst"

Einen großen Schub erhielt Zapfs Firma mit dem Mauerfall. Von Berlin aus gründete er selbstständige Niederlassungen in der ganzen Republik. Ab 1991 setzte er Wechselcontainer ein, baute ein europäisches Netzwerk aus und knüpfte Kontakte zu Großkunden in der Wirtschaft und Behörden. Zu den lukrativen Aufträgen gehörte der Umzug der Deutschen Bahn mit 2500 Arbeitsplätzen nach Berlin.

Bis zu seinem Rückzug aus dem Geschäft erschien Zapf oft persönlich bei seinen Kunden, nahm Maß und schätzte Kosten. Seine Zottelhaare und der Pferdeschwanz taten dem Geschäft keinen Abbruch. "Wenn Du Wurst verkaufst, musst Du aussehen wie die Wurst. Ich sehe aus wie die Wurst - umzugstechnisch", sagte er über sein Äußeres.

Lebensbilanz: Reich, aber moralisch gescheitert

Als Altlinker, vor dessen Firmenzentrale heute eine Lenin-Statue steht und der seinen Schreibtisch mit einer Marx-Büste schmückte, erwarb sich Zapf auch den Ruf als "Prozesshansl". Mit seiner Firma Pomoschnik Rabotajet GmbH, was auf russisch "Der Helfer arbeitet" bedeutet, überzog er Aktiengesellschaften mit Gerichtsverfahren, wenn er Unrecht witterte. Er wolle damit den Aktien-Streubesitz mehren. 2007 wurde er vom Frankfurter Landgericht wegen "Rechtsmissbrauchs" zu Schadensersatz verurteilt.

Zwar wurde Zapf Millionär, sein Konto sei voll, bekannte er in der "Harald Schmidt Show". Dennoch zog er eine nüchterne Lebensbilanz. Er sei gescheitert, "moralisch und ideell total an die Wand gefahren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Sein letzter Umzug, so sagte er, solle auf den Friedhof in Eppingen gehen, an dem er schon als Kind vorbeispazierte.

Von Esteban Engel

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