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Brandenburg Unfallgaffer: Einfach nur respektlos
Brandenburg Unfallgaffer: Einfach nur respektlos
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12:20 28.04.2017
Ganz ungeniert draufhalten – das ist das Motto der Gaffer. Quelle: dpa
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Potsdam

Schon wieder mussten sich Rettungskräfte beschimpfen lassen, schon wieder hat die Rettungsgasse nicht funktioniert. Immer häufiger beklagen Feuerwehrleute und Sanitäter eine zunehmende Respektlosigkeit auf der Straße.

Manche Autofahrer halten geradezu ungeniert mit der Kamera drauf, wenn sie einen brennenden Unfallwagen sehen oder eine Reanimation am Straßenrand. Im Geiste sehen sie dort keinen Menschen vor sich, der Hilfe benötigt, sondern die Klickzahlen, die ihr Internetvideo in den sozialen Gaffermedien bekommen wird. Solche Leute fühlen sich von der Feuerwehr behindert in ihrer freien Sicht auf das Elend anderer.

Und dann sind da die Drängler, die im Stau glauben, schneller voranzukommen, wenn sie munter die Spur wechseln. Dass sie dabei Einsatzwagen den Weg versperren – egal: Im Straßenverkehr ist sich oft genug jeder selbst der Nächste.

5. Juli 2015: In Bremervörde (Niedersachsen) behindern nach einem tödlichen Unfall drei Männer die Arbeit der Rettungskräfte. Es kommt zu Handgreiflichkeiten. Quelle: dpa

Da ist der Ruf nach härteren Strafen verständlich. Fälle wie der Gaffer-Prozess von Bremervörde (Niedersachsen), bei dem am Donnerstag ein 27-Jähriger zu vier Monaten Haft wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt wurde, sind die Ausnahme.

Ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro ist doch geradezu lächerlich, wenn Rettungskräfte behindert werden, während weiter vorne im Stau gerade jemand um sein Leben kämpft. Also ruhig rauf mit den Strafen. Aber bringen wird das leider nichts. In der Realität werden die asozialen Täter kaum je belangt, weil es in Unfallsituationen schlicht Wichtigeres zu erledigen gibt als Gaffer zu jagen.

Von Torsten Gellner

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