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CDU fordert Zuschuss für Kinderwunsch-Paare

Ungewollt kinderlos CDU fordert Zuschuss für Kinderwunsch-Paare

Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch bleibt nur der Gang zum Arzt. Doch die Behandlung ist teuer. Jeder Versuch kostet bis zu 4000 Euro, Erfolg nicht garantiert. Die Krankenkassen geben nur die Hälfte dazu. Für den Rest müsse der Staat einspringen, fordert Brandenburgs CDU.

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Nachwuchs als sehnlichster Wunsch: Zu einer glücklichen Beziehung gehören nach Ansicht vieler Männer und Frauen auch Kinder.

Quelle: Clearblue Unipath Diagnostics/dpa/gms

Potsdam. Sie sind gerade 18, günstigstenfalls verliebt und haben nichts Besseres zu tun, als ihre Zeit im Bett zu verbringen: So beschreibt Kay-Thomas Moeller die Idealbedingungen für Paare, um sich einen Kinderwunsch zu erfüllen. Zu den Kunden des Potsdamer Reproduktionsmediziners gehören jene, bei denen es nicht so einfach funktioniert.

Moeller sprach am Mittwoch im Sozialausschuss des Landtags vor. Der Gründer des Kinderwunschzentrums Potsdam war einer von vier Experten zu der Frage, ob das Land Paare mit unerfülltem Kinderwunsch fördern soll. So fordert es die CDU-Fraktion, nach dem Vorbild anderer Bundesländer. Brandenburg ist bislang als einziges im Osten außen vor, auch in Berlin gibt es Landesmittel für die Fruchtbarkeitsbehandlung.

„Die Kinder fehlen im Land“, argumentierte Moeller, der von den Paaren, die zu ihm in die Praxis kommen, immer wieder einen ganz bestimmten Satz zu hören bekommt: „Wir haben uns leider erst später kennengelernt.“

Es sind nicht nur medizinische Gründe, die den Reproduktionsmedizinern oftmals verzweifelte Kundschaft in die Arme treiben, wie Dörte Richter von Pro Familia Potsdam weiß. Das Thema „sicherer Arbeitsplatz“ sei sehr wichtig, sagte die Sexualpädagogin. Gibt es eine Jobgarantie? Oder droht nach der Geburt die Kündigung? Gerade für befristete Beschäftigte sei eine Schwangerschaft gleichbedeutend mit künftiger Arbeitslosigkeit, sagte Richter. „Natürlich macht das Angst.“

Wer seinen Kinderwunsch deshalb nach hinten hinauszögert, entfernt sich vom eingangs entworfenen Idealszenario Moellers. Von den jungen, gesunden Frauen mit Kinderwunsch seien 80 Prozent nach einem halben Jahr schwanger. Aber je älter die Partner sind, desto schwieriger wird es.

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch müssen die Hälfte der Kosten einer Fruchtbarkeitsbehandlung selbst bezahlen. Die meisten Krankenkassen übernehmen nur 50 Prozent der Kosten, bei einer begrenzten Anzahl von Versuchen. Allerdings gilt das nur für Verheiratete und in bestimmten Altersgruppen. Ein Anlauf kostet je nach Verfahren zwischen 3000 und 4000 Euro. Einige wenige Krankenkassen kommen für sämtliche Kosten auf – auch in der Hoffnung auf junge Beitragszahler, die nach einer erfolgreichen Befruchtung ein zusätzliches Mitglied garantieren.

Wenn die Kasse nicht alles zahlt, soll nach dem Willen der CDU nun der Staat einspringen. Die Fraktion hat einen Antrag gestellt, wonach sich Brandenburg an dem Bundesprogramm zur finanziellen Unterstützung von Paaren mit Kinderwunsch beteiligt.

Der Vorschlag wurde von den Experten einhellig begrüßt. „Die Steigerung der Geburtenrate ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“ , appellierte Andrea Galle von der Betriebskrankenkasse Verkehrsbauunion (BKK VBU) an die Abgeordneten. Constanze Körner vom Regenbogenfamilienzentrum des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg forderte zudem, dass sich das Land für eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften einsetzen müsse – damit auch homosexuelle Paare sich ihren Kinderwunsch leichter erfüllen können.

Der Sozialausschuss will den CDU-Antrag in seiner Sitzung Ende Juni abschließend beraten.

Sechs Länder beteiligen sich an Förderprogramm des Bundes

2,5 Prozent der bundesweit 682  069 Neugeborenen im Jahr 2013 kamen infolge einer Kinderwunschbehandlung zur Welt.

Bund-Länder-Kooperationen zur Förderung des Kinderwunsches bestehen derzeit mit Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Voraussetzung ist eine Altersbegrenzung zwischen 25 und 40 Jahren für Frauen und zwischen 25 und 50 Jahren für Männer. Das Paar muss nicht verheiratet sein.

In jedem Bundesland gelten im Einzelnen unterschiedliche Bestimmungen, auch die Höhe der finanziellen Hilfen variiert.

50 Prozent der Kosten von Fruchtbarkeitsbehandlungen verheirateter Paare – bei höchstens drei Versuchen – trägt die Krankenversicherung. Je nach Behandlungsform fallen pro Versuch etwa 3000 bis 4000 Euro an. Die vollen Kosten übernehmen die IKK Berlin-Brandenburg, die IKK Klassik und die DAK.

Weitere Informationen online unter www.informationsportal-kinderwunsch.de.

Von Bastian Pauly

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