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Uni Potsdam bildet geflüchtete Lehrer weiter

Schulen in Brandenburg Uni Potsdam bildet geflüchtete Lehrer weiter

Dieses Weiterbildungsprogramm ist einzigartig. Die Professorin für Empirische Unterrichts- und Interventionsforschung an der Universität Potsdam, Miriam Vock, kam auf die Idee, geflüchtete Lehrer aus Syrien an der Universität vor allem sprachlich weiter zu bilden. Dann könnten sie später Flüchtlingskinder in der Region unterrichten. Die Resonanz ist enorm.

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Potsdam. Die Idee ist deutschlandweit einmalig. Lehrerinnen und Lehrer, die aus dem Nahen Osten geflüchtet sind, sollen an der Universität Potsdam ein halbes Jahr lang vor allem sprachlich weitergebildet werden. Später könnten sie in Schulen eingesetzt werden.

Das Bildungsministerium schätzt, dass derzeit 4000 geflüchtete Kinder in Brandenburg unterrichtet werden. Das ist auch eine sprachliche Herausforderung. Syrische Lehrer könnten künftig „Brückenbauer“ sein.

20 ernstzunehmende Bewerbungen

Entwickelt haben diesen Plan Miriam Vock, Professorin für Empirische Unterrichts- und Interventionsforschung, und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Frederik Ahlgrimm. Bis zum 15. März sollten sich Interessenten dafür bewerben können. „Bislang sind um die 20 ernstzunehmende Bewerbungen für die Qualifizierung dabei“, sagt Vock. Überwiegend kämen sie aus Brandenburg und Berlin, einige aber auch von weiter weg. „Viele Bewerber haben Englisch studiert und schon viele Jahre unterrichtet.“ Es gebe aber auch Bewerbungen von Mathematik-, Physik- und Sportlehrern. „Es sind viele Fächer und Schulformen darunter. Die meisten Bewerber sind Syrer.“

Die Interessenten sollen von April bis September einen Vollzeitkurs im Fach Deutsch für Ausländer belegen. Ausrichten wird ihn das Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenz (Zessko) der Universität. Dafür finanziert das Wissenschaftsministerium eigens eine halbe Stelle. Danach sollen die Teilnehmer in einem Kurs das deutsche Schulsystem kennenlernen und schon an ersten Schulen hospitieren. Möglichst sollen sie dabei Teams mit Lehramtsstudenten der Universität bilden.

Berlin und Brandenburg stellt auch Quereinsteiger ein

Geplant seien bislang 15 Plätze. „Es zeichnet sich ab, dass das nicht reichen wird“, so Vock. Die Professorin ist zuversichtlich, dass die weitergebildeten syrischen Lehrer mittelfristig den Unterricht unterstützen können. „In Brandenburg und Berlin können die Schulen auch Quereinsteiger einstellen“, sagt Vock. Inzwischen sei die Universität auch schon in Gesprächen mit Schulbehörden und Schulen der Region.

„Ich hoffe, dass die ersten Teilnehmer schon kommenden Winter an Schulen gehen können“, sagt Vock. Für welchen Unterricht und welche Schulform müsse dann im Einzelfall entschieden werden.

Von Rüdiger Braun

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