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Brandenburg Uni Potsdam verabschiedet Psychologe Esser
Brandenburg Uni Potsdam verabschiedet Psychologe Esser
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16:40 05.02.2016
Schöne Zeit an der Uni Potsdam: Günter Esser. Quelle: foto: Fritze
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Golm

Die Beine werde er nach seiner Emeritierung nicht hochlegen, sagt der bisherige Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Potsdam, Günter Esser, der MAZ. „Ich habe noch vieles vor.“ Zum Beispiel werde er weiterhin Leiter der Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung an der Uni bleiben.

Die 1998 gegründete Einrichtung ist seit 1999 sogenanntes An-Institut der Universität. Seitdem starten dort jährlich Ausbildungsgänge für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Dort und zum Beispiel auch bei der Weiterbildung von Kinderärzten aus ganz Deutschland will Esser weiterhin aktiv bleiben. Nicht zuletzt wird er wie bisher auch selbst Patienten behandeln.

„Schweren Herzens“, wie er sagt, hatte der 1950 geborene Esser Anfang 1995 seine Arbeitsstelle an der Mannheimer Universität zugunsten der sehr jungen Universität Potsdam verlassen. Schon in Mannheim war der 1980 dort promovierte Psychologe mit Längsschnittstudien über Entwicklungsstörungen bei Kindern hervorgetreten. In Potsdam führte Esser diese kinder- und jugendpsychologischen Forschungen fort.

„Ich habe diesen Übergang bis jetzt keine Sekunde bereut“, sagt Esser. Die guten Arbeitsbedingungen an der jungen Uni seien hilfreich gewesen. „Meine eigene Abteilung war toll.“

Essers empirische Studien zur Kinder- und Jugendpsychologie wirken bis in die Gegenwart hinein. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte „Pier“-Studie, die Esser mit seiner Kollegin, der Professorin für Entwicklungspsychologie Birgit Elsner, durchführt, soll durch im wiederholte Befragungen der Teilnehmer Entwicklungschancen und -risiken im Kindes- und Jugendalter offenlegen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wollen die Potsdamer Forscher konkrete Präventionsprogramme entwickeln.

Potsdam habe sich in den 20 Jahren seines Wirkens zu einem guten Standort der Psychologien entwickelt, findet Esser. „Der Fokus hat sich inzwischen etwas verschoben“, sagt er. War früher die Kinder- und Jugendpsychologie stark, sei mit Forschern wie dem Leibniz-Preisträger Reinhold Kliegl oder dem Linguisten Harald Clahsen heute die Kognitionspsychologie gut vertreten. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) zählte in ihrem Grußwort am Freitag allerdings auch Esser selbst in diese Reihe. Er habe Anteil daran, „dass die Kognitionswissenschaften ein Forschungsschwerpunkt und eines der Aushängeschilder der Universität sind“.

Von Rüdiger Braun

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