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Brandenburg Mit 1000 zusätzlichen Studienplätzen gegen den Lehrermangel
Brandenburg Mit 1000 zusätzlichen Studienplätzen gegen den Lehrermangel
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16:28 11.02.2019
Lehrer und Lehrerinnen werden in Brandenburg dringend gesucht. Quelle: dpa
Potsdam

Mit einem drastischen Ausbau der Studienplätze und der Senkung der Abbrecherquoten bei den Lehramtsstudiengängen an der Universität Potsdam will Brandenburg dem Lehrermangel im Land abhelfen. Die derzeit 650 Studienplätze für Anfänger in der Lehrerausbildung sollen bis zum Wintersemester 2020/21 auf 1000 Anfängerplätze pro Jahr ausgebaut werden. Die Abbrecherquote von derzeit etwa 35 Prozent der Studienanfänger will die Universität durch bessere Betreuung der Studienanfänger auf 25 Prozent drücken.

Dadurch sollen bis in gut fünf Jahren jährlich 750 neue Lehrer erfolgreich ihre Ausbildung an der Universität Potsdam abschließen. Nach Modellrechnungen vom vergangenen Herbst müsste dies reichen, um den künftigen Lehrerbedarf Brandenburgs zu decken. Insgesamt will das Land in dieses Programm rund 60 Millionen Euro stecken. Schon kommendes Jahr sollen 16, 5 Millionen Euro bereitstehen.

20 zusätzliche Professuren

„Viele Jahre haben wir über Bedarf produziert“, sagt Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). „Diese Zeit ist lange vorbei. Das Ganze hat sich komplett gedreht.“ Der notwendige Ausbau der Studienkapazität gehe nicht ohne mehr Personal. Die Universität Potsdam bekomme 20 zusätzliche Professuren und 100 weitere Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, die meisten davon unbefristet. Hinzu kommen sollen 20 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität. Mittelfristig soll auch ein neues Lehrgebäude entstehen.

Die Anzahl der Lehrstunden für diese neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Universität Potsdam werde hoch sein, kündigte der Vizepräsident für Lehre und Studium, Andreas Musil, an. „Es ist vergleichbar mit denen eines Fachhochschulprofessors.“ Das heißt sie müssen 16 bis 18 Stunden pro Woche unterrichten.

Musil kündigte eine bessere Beratung der Studienanfänger und Raum für „Selbstreflexion“ auch während des Studiums zum Beispiel durch intensive Vor- und Nachbereitung von Praxiserfahrungen mit den Dozierenden an. Viele Lehramtstudierende fühlten sich nicht genügend „abgeholt“. Dies solle durch eine verbesserte Betreuung geändert werden.

Studiengang Kunst zurück an die Uni Potsdam

Der Ausbau der Studienkapazitäten wird laut Münch dem besonderen Bedarf Brandenburgs angepasst. So soll es zwei Studiengänge im Lehramt Förderpädagogik mit 60 Plätzen ab 2020 geben. Eingeführt werden soll auch der Innovationsstudiengang Mathematik/Physik, bei dem unter anderem die Studienorganisation für beide Fächer koordiniert und optimiert werden soll. Außerdem soll der Studiengang Kunst für die Primar- und Sekundarstufe zurück an die Universität Potsdam geholt werden. Drei Professoren sollen hier ab 2020 15 Studienplätze ermöglichen.

Gegenüber der MAZ räumte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) ein, dass eine höhere Absolventenzahl an der Universität Potsdam noch keine Garantie für mehr Bewerber auf Lehrerstellen in Brandenburg sei. Zahlen über die in Brandenburg verbleibenden Absolventen hat das Ministerium nicht.

Weiterhin auf Quereinsteiger setzen

Die Wahl des Berufsortes sei frei. Allerdings würden in allen Bundesländern Lehrer ausgebildet. „Rechnerisch geht es auf“, sagt Ernst. Dafür müssten sich alle Bundesländer daran halten, für alle anderen auszubilden. So gibt es derzeit in Westdeutschland eine Überkapazität von Absolventen. Derzeit gibt es aber keinen funktionieren Ausgleich zwischen Ost und West .

Ernst betont, dass für eine Übergangszeit der akute Lehrermangel in Brandenburg noch durch Quereinsteiger gefüllt werden muss. Für das laufende Schuljahr waren 280 Seiteneinsteiger, zum Beispiel studierte Chemiker, Physiker oder Musiker ohne pädagogische Ausbildung, fest angestellt worden. Solche Quereinsteiger werden 15 Monate lang qualifiziert.

Insgesamt gibt es derzeit 2214 Seiteneinsteiger an den Schulen. Daran knüpft auch die Kritik der bildungspolitischen Sprecherin der oppositionellen Grünen im Landtag, Marie Luise von Halem. Der Aufwuchs sei richtig, komme aber zu spät, sagt sie. „Das Problem ist nun, dass die ersten Absolventen frühestens in sechs Jahren in die Schulen kommen werden und dann die Bedarfe wieder zurückgehen.“

Von Rüdiger Braun

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