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Untreue-Verdacht gegen Ex-BER-Technikchef

Razzia am Flughafen in Schönefeld Untreue-Verdacht gegen Ex-BER-Technikchef

Horst Amann war von Sommer 2012 bis November 2013 Technikchef beim BER. Er deckte Tausende Mängel im Terminal auf, verlor aber einen erbitterten Machtkampf mit BER-Chef Harmut Mehdorn. Jetzt droht ihm neues Ungemach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 64-Jährigen wegen des Verdachts der Untreue.

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Ex-Technikchef am Pannen-BER:

Potsdam/Cottbus. Große Hoffnungen waren damals in den Bauingenieur Horst Amann gesetzt worden. Der neue Technik-Geschäftsführer der Flughafengesellschaft sollte nach der geplatzten Eröffnung des BER im Jahre 2012 das Chaos auf der Baustelle beenden. Doch Amann, von August 2012 bis November 2013 Technikchef, scheiterte – wie viele nach ihm. Jetzt wird gegen den heute 64-Jährigen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Cottbus leitete ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue ein, wie die Sprecherin der Behörde, Petra Hertwig der MAZ sagte. Dazu wurden am Dienstag Räume der Flughafengesellschaft durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Hertwig betonte, die Flughafengesellschaft leiste Unterstützung bei der Durchsuchung.

Im Kern geht es um Zahlungen an die damals für die Haustechnik am BER zuständige Firma Imtech im Jahre 2012. Die Gelder wurden damals überwiesen, ohne dass eine Leistung erbracht wurde. Der dafür zuständige Mann am BER war Technik-Chef Amann. Er begründete damals die Zahlungen von rund 70 Millionen Euro mit einem sonst drohendem Stillstand auf der Baustelle. Kurz zuvor war der Eröffnungstermin abgesagt worden.

Im Oktober 2016 war bereits ein ehemaliger Bereichsleiter der Flughafengesellschaft zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen Bestechlichkeit verurteilt worden. Er hatte von Imtech Schmiergeld in Höhe von 150 000 Euro kassiert. Im Gegenzug hatte er sich dafür eingesetzt, dass Nachtragsforderungen in Millionenhöhe ungeprüft an die Bauausrüsterfirma überwiesen wurden. Der Ex-Vorsitzende der Geschäftsleitung der Firma Imtech Deutschland erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten wegen Bestechung.

Amann kam 2012 vom Flughafen Frankfurt/Main nach Berlin. Schon kurz nach dem Amtsantritt des neuen Flughafenchefs Hartmut Mehdorn im März 2013 kam es zum Streit über die Strategie für das Milliardenprojekt. Amann gab seinen Posten auf und übernahm zum 1. November 2013 die Flughafen Energie und Wasser GmbH (FEW), eine hundertprozentige Tochter der Flughafengesellschaft. Sie betreibt das Strom-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Kältenetz der bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld sowie des neuen Berliner Flughafens. 2014 soll er von diesen Posten frei gestellt worden sein. Im Mai 2017 wurde Amann neuer Geschäftsführer der Regionaltangente West (RTW), einer geplante Stadtbahn-Linie im Rhein-Main-Gebiet.

Amann selbst zeigte sich über die Ermittlungen überrascht. Ihm sei nicht bekannt, dass gegen ihn ermittelt werde. Er habe sich nichts vorzuwerfen, ließ er erklären. Er selbst ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht vernommen worden. Das passiere erst, wenn sich der Anfangsverdacht erhärte, so Sprecherin Hertwig.

Von Igor Göldner

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