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Brandenburg Unzufriedenheit mit öffentlichen Einrichtungen
Brandenburg Unzufriedenheit mit öffentlichen Einrichtungen
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11:47 25.05.2013
Quelle: MAZ/ Hübner
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Potsdam

Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

„Das wachsende Interesse an privaten Schulen ist ein bundesweiter Trend”, sagt der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding. Besuchten im Schuljahr 2002/2003 gerade einmal gut 10 000 Schüler private Einrichtungen, waren es im Schuljahr 2012/13 bereits mehr als 27 000. Auch die Zahl der Bildungsstätten hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Das Ministerium sieht in den freien Schulen einen wichtigen Partner für eine „bunte Schullandschaft”, die Eltern Alternativen biete. Um die Abwanderung von Eltern, die mit den öffentlichen Schulen unzufrieden sind, sorge man sich hingegen nicht. Anders sieht das der Landeselternrat. „Eltern, die unzufrieden sind mit zu großen Klassen und massivem Stundenausfall, setzen häufiger auf private Einrichtungen”, stellt die stellvertretende Sprecherin des Gremiums, Sigrid Bartolomé, fest. Ihrer Erfahrung nach kommt es jedoch auf das Engagement jeder einzelnen Schule an, ob der Unterricht qualitativ hochwertig ist.

Das Angebot der freien Schulen ist bunt gefächert: Montessori, Waldorf, Naturschule. Die Seeschule Rangsdorf bietet sowohl Unterricht am Gymnasium als auch eine Oberschule an. Besonders die Oberschule sei gefragt. „Wir sind proppenvoll und könnten glatt eine zweite aufmachen”, sagt Schulleiter Michael Kriegs. Ein Teil der Schüler besucht zudem das Wocheninternat der Einrichtung.

An einem idyllischen Seegrundstück mitten im Wald gelegen verfügt die Schule über kleine Klassen sowie Arbeitsgemeinschaften für Reiter oder auch „Autoschrauber”. Zudem kümmern sich Sozialarbeiter über den Unterricht hinaus um die Schüler. „Eine Eliteeinrichtung sind wir nicht”, betont Kriegs - trotz des maximalen Schulgelds von 420 Euro monatlich für das Gymnasium oder gar 1390 Euro mit Unterbringung im Internat.

„In Brandenburg gibt es keine Obergrenze für Schulgeld”, erläutert Ministeriumssprecher Breiding. Stattdessen muss der Durchschnitt der Kosten für eine Privatschule auf alle Schüler verteilt unter 135 Euro monatlich liegen. „Einkommensstarke Familien tragen so mehr bei als einkommensschwächere.” Jede Schule müsse in ihrem Konzept nachweisen, dass keine soziale Auslese stattfindet.

Die Seeschule in Rangsdorf vergibt daher zehn bis zwölf Prozent ihrer Plätze an Stipendiaten. Für einen Teil der Schüler trägt hier wie etwa an der Aktiven Naturschule Prenzlau (Uckermark) das Jugendamt die Kosten. „Auch wir haben Problemfälle bei uns, nicht alle Eltern fahren im großen schwarzen Auto vor”, sagt Kriegs.

Günther Fuchs, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, warnt hingegen: „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere öffentlichen Schulen attraktiv halten.” Gerade in ländlichen Regionen gebe es zu wenig Angebote. „Wir brauchen flächendeckend kleinere Klassen und individuelle Förderung.” dpa

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