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Brandenburg Urlauber lieben Brandenburgs Radwege
Brandenburg Urlauber lieben Brandenburgs Radwege
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21:02 08.08.2014
Der 630 Kilometer lange, in Tschechien beginnende Oder-Neiße-Radweg, der weitgehend entlang der deutsch-polnischen Grenze verläuft. Quelle: Patrick Pleul
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Potsdam

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium will die Kommunen bei der Instandhaltung von Radwegen finanziell unterstützen. Das kündigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) am Freitag an – wenige Tage nachdem der Landestourismusverband vor einem Verschleiß der Pisten gewarnt hatte. Wie hoch die Finanzspritze ausfallen soll, ließ der Minister offen, betonte aber: „Die touristische Basisinfrastruktur muss erhalten bleiben.“ Zudem wolle das Land „die Marke Brandenburg“ noch bekannter machen – mithilfe einer neuen Aufgabenverteilung innerhalb der Landesmarketingorganisation Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) und verstärkter Marktforschungsaktivitäten. Erste Ergebnisse von Befragungen wurden am Freitag vorgestellt.

Spreewald- und Uckermark-Urlauber sind besonders zufrieden

Wer seine Ferien im Spreewald oder in der Uckermark verbringt, hat demnach wenig zu meckern, wie Bernd Eisenstein, Professor von der Fachhochschule Westküste in Heide (Schleswig-Holstein), erklärte. 95 Prozent der Brandenburg-Urlauber gaben bei Befragungen an, dass ihnen ihr Aufenthalt gut oder sehr gut gefallen habe, 92 Prozent würden das Land weiterempfehlen. Innerhalb von drei Jahren sicher oder wahrscheinlich wiederkommen wollen 78 Prozent. Da viele der Befragten auch bei hoher Zufriedenheit gerne noch andere Ziele besuchen, sei dies ebenfalls ein guter Wert, erklärte Eisenstein.

Brandenburger Radwegenetz das beste in Deutschland

Das Brandenburger Radwegenetz, das laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) derzeit das beste Deutschlands ist, genießt auch bei Urlaubern hohes Ansehen, wie die Daten zeigen. Auch in Sachen Kultur, Gärten und Parks, Wellness und Natur trauen Touristen der Mark einiges zu. Wenn es um Kulinarik oder Wassersport geht, gilt Brandenburg bei den Befragten allerdings nicht unbedingt als die beste Adresse.

Nachholbedarf bei den Wasserwegen

Gerade bei den Wasserwegen sieht Eisenstein noch Nachholebedarf: Das vorhandene Angebot wie die Lausitzer Seenlandschaft müsse noch stärker beworben werden, erklärte der Professor. Minister Christoffers will sich zudem dafür stark machen, dass der Bund die ostdeutschen Wasserwege wieder in eine bessere Kategorie einstuft, was mit höheren Investitionen einherginge.

Was das kulinarische Angebot angeht, sei Brandenburg besser als sein Ruf, erklärte Olaf Schöpe, Präsident vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg. Bereits 300 Unternehmen beteiligten sich an der Initiative „Brandenburger Gastlichkeit“. Dabei machen Betriebe Qualitätstests und werden bei Bestehen mit einem Gütesiegel belohnt. TMB-Chef Dieter Hütte erklärte, das Reiseland Brandenburg sollte insgesamt „mutiger auftreten“ und zeigen, was es zu bieten hat.

Übernachtungszahlen steigen

Dass das einiges ist, dafür sprechen die Übernachtungszahlen: Diese sind von 2008 bis 2013 von rund zehn Millionen auf 11,5 Millionen gestiegen, wie das Ministerium erklärte. TMB-Chef Hütte rechnet damit, dass sich der Trend fortsetzt, auch wenn man in den ersten fünf Monaten 2014 einen leichten Rückgang verzeichnet habe. Unter den Besuchern seien immer mehr ausländische Gäste, so Eisenstein, besonders Polen und Niederländer. Die Zahl der umworbenen, weil als zahlungskräftig geltenden Schweizer habe sich in den vergangenen Jahren sogar verdoppelt. Zusätzliche 13,8 Millionen Übernachtungen entfielen auf den „grauen Markt“, erklärte er. Gemeint sind Besucher, die bei Freunden oder Verwandten unterkommen – aber dennoch Geld in der Mark ausgeben.

Von Angelika Pentsi

48.000 Menschen arbeiten in Brandenburgs Tourismus

  • Die Brandenburger Tourismuswirtschaft umfasst mehr als 10.000 Betriebe und damit mehr als jede andere Branche im Land. Dabei handelt es sich aber meist um kleine Firmen.
  • 1659 Beherbergungsstätten gab es 2013 im Land Brandenburg, davon 172 Campingplätze. 126.326 Betten wurden im Land gezählt.
  • Mit nahezu 48.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Tourismuswirtschaft im Land Brandenburg neben der Ernährungsbranche der stärkste Wirtschaftszweig.
  • 345 Vorhaben im Bereich des Tourismus hat das Land zwischen 2009 und 2013 mit 102 Millionen Euro gefördert. Meist ging es dabei um Projekte kleiner Betriebe an den Rad- und Wasserstraßen sowie in den Kur- und Erholungsorten.
  • Die beliebtesten Reiseregionen im Land waren das Seenland Oder-Spree, der Spreewald, das Ruppiner Seenland, der Fläming und Potsdam.
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