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Brandenburg Bewährungsstrafe für Schummel-Lehrerin
Brandenburg Bewährungsstrafe für Schummel-Lehrerin
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13:51 17.06.2015
Am Mittwoch wird das Urteil gegen die Schummel-Lehrerin erwartet. Quelle: dpa
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Kiel

 Eine falsche Lehrerin, die in mehreren Bundesländern jahrelang mit gefälschten Zeugnissen unterrichtet hat, ist vom Amtsgericht Kiel wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 50-Jährige aus Wismar zunächst ihr Lehrer-Diplom in Deutsch und Staatskunde, das sie noch in der DDR erhalten hatte, manipuliert hatte, um als Lehrerin arbeiten zu können.

In den folgenden Jahren hatte sie dann immer wieder Urkunden mit Abschlüssen gefälscht, die sie nie erhalten hat, um weiter in dem Beruf tätig sein zu können. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwalt hatten Bewährungsstrafen gefordert.

Die Richterin bescheinigte der 50-Jährigen eine hohe kriminelle Energie. Sie war zunächst in Mecklenburg-Vorpommern tätig, später in Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein und wieder in Mecklenburg-Vorpommern. Immer wenn ihre Tätigkeit aufzufliegen drohte, wechselte sie die Schule oder das Bundesland. Erst 2013 flog sie endgültig auf. Ein psychiatrischer Sachverständiger bescheinigte der Angeklagten volle Schuldfähigkeit.

Geständnis unter Tränen

Die Frau räumte vor Gericht ein, für ihre Staatsexamina und andere Urkunden über 20 amtliche Stempel gefälscht zu haben, um ihren Papieren den Anschein von Echtheit zu geben. Die Frau schönte nach eigenen Angaben nach der Wende aus Angst vor Arbeitslosigkeit ihre Vita. "Es war eine Zeit, in der Vergangenheiten gelöscht wurden“, sagte sie im Gerichtssaal unter Tränen. Sie habe schon immer Lehrerin werden wollen. Sie stellte sich selbst zwei brillante Zeugnisse einer Universität in Nordrhein-Westfalen aus, die sie nie besucht hatte.

Misstrauische Kollegen

Ihren Aussagen zufolge gab es bereits an ihrer ersten Station als Lehrerin in Wolgast Verdachtsmomente gegen sie. Daraufhin wechselte sie nach Brandenburg. Von dort zog sie weiter nach Berlin. Dort ließ sie sich im Zusammenhang mit einem Disziplinarverfahren gegen sie aus dem Beamtenverhältnis auf Probe entlassen. Das hinderte sie aber nicht, mit falschen Papieren ab 2008 an einem Gymnasium in Mölln als Studienrätin tätig zu werden. 2010 wurde die Schulleitung misstrauisch. Ende 2012 wurde sie suspendiert, Anfang 2013 aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Danach arbeitete sie noch an zwei Schulen bei Schwerin.

Frau unterrichtete unter anderem in Neuruppin

Mehrere Bundesländer, in denen die gelernte Krankenschwester an der Tafel stand, fordern zudem die Rückzahlung unrechtmäßig erhaltener Bezüge in sechsstelliger Höhe. Brandenburg habe keine Forderungen gestellt, sagte der Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums, Florian Engels. Die Hochstaplerin unterrichtete von 1995 bis 2000 am Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin unter anderem die Fächer Recht, Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde – ohne dafür ausgebildet worden zu sein.

MAZ

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