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Brandenburg Verdacht der Untreue gegen Biotech-Firma
Brandenburg Verdacht der Untreue gegen Biotech-Firma
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00:18 31.10.2013
Homepage der Human Biosciences. Quelle: Screenshot
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Potsdam

Auf der Unternehmenswebseite des Biotechnologieunternehmens Human Biosciences (HBS) GmbH versprüht man immer noch Optimismus: Mit Partnern und „dank der Investitionsförderung durch Banken sind wir da, wo wir sein wollen: An der Schwelle zum Standortaufbau in Luckenwalde“. An der Schwelle ist die Unternehmens-Niederlassung, in der HBS Wundpflaster produzieren wollte, aber auch stehen geblieben – trotz üppiger Fördermittel von Land und Bund. Der Anfangsverdacht, dass das Geld zweckentfremdet wurde, hat sich erhärtet.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen des Verdachts des Fördermittelbetrugs und des Betrugs gegen einen Verantwortlichen des amerikanisch-indischen Unternehmens. Das sagte Staatsanwalt Christoph Lange am Montag auf MAZ-Anfrage. Laut Lange geht es bei den Ermittlungen um eine Summe von insgesamt 6,1 Millionen Euro. Davon sind 3,3 Millionen Euro Fördergelder, die die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) bewilligt und ausgezahlt hat. 2,8 Millionen Euro kamen aus der Investitionszulage des Bundes. Insgesamt hatte die ILB 13,5 Millionen Euro für die Ansiedlung im Biotechnologiepark bewilligt, aber offenbar nur 3,3 Millionen Euro ausgezahlt, wie es jetzt heißt. Vor einem Jahr war noch von 6,5 Millionen die Rede.

Vorbestrafter Firmengründer

  • Gegründet wurde die Human Biosciences GmbH von Manoj K. Jain, dem Chef des US-Biotechnologie-Unternehmens Biocore, sowie indischen Investoren.
  • Manoj K. Jain wurde nach MAZ-Informationen 2006 von einem Gericht im US-amerikanischen Kansas City wegen der „Verabredung zur vorsätzlichen Sachbeschädigung einer Einrichtung der Vereinigten Staaten“ zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Was sich konkret hinter dem Vorwurf verbirgt, wollte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage nicht sagen.
  • Ein anderes Verfahren gegen Jain von 2004, in dem es um Betrug und Falschaussage sowie falsche Angaben in der Steuererklärung ging, wurde laut Aussage des Gerichts fallen gelassen. ang

„Wie in solchen Fällen üblich, haben wir einen Zahlungsstopp verhängt“, sagte Unternehmenssprecher Matthias Haensch. Der Kontakt zu dem Unternehmen beschränke sich nun auf diesen Zahlungsstopp, der seit April 2012 wirksam sei. Die ILB hatte selbst Anzeige erstattet, erklärte Haensch.

Steffen Streu, Sprecher des Potsdamer Wirtschaftsministerium, sagte gestern: „Wir müssen die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens abwarten.“ Die Entscheidung für die Förderung des Unternehmens war noch in der Zeit von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gefallen. Der Geschäftsführer von HBS, Michel de Mari, wollte die Ermittlungen auf MAZ-Anfrage nicht kommentieren.

Die Ansiedlung galt 2008 als großer Coup. 42,8 Millionen Euro wollte HBS in Luckenwalde investieren. Von dort aus sollten „kollagenbasierte Kosmetik und Wundpflegeprodukte der neuesten Generation“ für den Vertrieb in ganz Europa hergestellt werden, wie es weiter auf der Unternehmenswebseite heißt. Ursprünglich sollte die Produktionsstätte mit mehr als 80 Arbeitsplätzen 2009 fertig sein. Doch dieser wie auch viele weitere Termine platzten, immer wieder ruhte der Bau. Seit einem halben Jahr hat sich dort erneut nichts getan.

„Das ist nicht gut für unser Image“, sagt Christoph Weber von der Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Teltow-Fläming (SWFG), die den Biotechnologiepark betreibt. Einen finanziellen Schaden habe man aber nicht, da das Grundstück schon bezahlt sei. Von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zeigte sich Weber überrascht. Erst vorige Woche habe er mit dem Investor über das Projekt gesprochen, seinen Informationen zufolge ist alles in bester Ordnung und die Bauarbeiten werden im Frühjahr fortgesetzt.

Von Angelika Pensi

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