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Brandenburg Verdeckter Stern und Ende der Sommerzeit
Brandenburg Verdeckter Stern und Ende der Sommerzeit
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03:00 01.10.2015
Typisches Wintersternbild: der Orion mit den Hauptsternen Rigel und Beteigeuze. Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium
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Wenn man im Oktober nach Einbruch der Dunkelheit den Himmel beobachtet, stellt man fest, dass sich dieser gegenüber dem September kaum geändert hat. Das hat einen einfachen Grund: Der Effekt der langsam nach Westen ziehenden Sternbilder wird von der früher untergehenden Sonne in etwa ausgeglichen.

Guter Blick auf die Milchstraße

So haben wir im Oktober am Abend noch mal einen Blick auf das Sommerdreieck aus Deneb (Sternbild Schwan), Wega (Leier) und Atair (Adler). Auch wird gerade am Monatsanfang vor Mondaufgang (am 1. Oktober um 20.54 Uhr bzw. am 4. Oktober um 23.24 Uhr) ein Blick auf das Band der Milchstraße möglich sein, welche sich durch das Sternbild Schwan im Südwesten über den Zenit bis zum Sternbild Kassiopeia im Nordosten entlangstreckt. Im Südosten regieren die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda, Perseus, Fische und Wassermann. Im Laufe des Abends steigt im Osten das Sternbild Stier mit seinem rötlichen Hauptstern Aldebaran auf, der helle Kapella aus dem Sternbild Fuhrmann ist schon länger zu sehen.

Mond versteckt den Aldebaran

In dieser Region findet am Donnerstag, den 29. Oktober, ein besonderes Schauspiel statt. Gegen 22.55 Uhr schiebt sich der Mond auf seiner Bahn um die Erde vor den hellen Aldebaran. Zirka eine Stunde später gibt er ihn wieder frei. Wie bei einer Sonnenfinsternis kann man hier die reale Bewegung unseres kosmischen Begleiters wahrnehmen: Der Mond bewegt sich innerhalb von vier Wochen einmal von West nach Ost durch die Sternbilder. Seine tägliche Bewegung nach dem Aufgang im Osten bis zum Untergang im Westen ist dagegen nur eine scheinbare Bewegung, die durch die Rotation der Erde um ihre Achse verursacht wird. Trotz der Einfachheit dieser Erscheinung ist die genaue Zeitpunktbestimmung enorm wichtig, um Unterschiede zwischen der astronomisch gemessenen Weltzeit (Zonenzeit) und der Atomzeit festzustellen und auszugleichen.

Planeten am Morgenhimmel

Zu den Planeten: Saturn geht am Abend kurz nach der Sonne im Südwesten unter. Er wird erst im kommenden Jahr wieder zu sehen sein. Ansonsten ist der Abendhimmel frei von Planeten. Dafür hält der Morgenhimmel gleich bis zu vier Planeten bereit: Im Sternbild Löwe (Hauptstern Regulus) wird alles durch die Venus überstrahlt. Mit einer Helligkeit von  4,4 Größenklassen ist sie unübersehbar. Ihr Aufgang verschiebt sich von 3.10 Uhr am Monatanfang auf 3.22 Uhr am 24. Oktober, wo sie den größten Abstand von der Sonne am Himmel erreicht hat.

Jupiter ist ebenfalls gut zu sehen. Am Monatsanfang geht er nach der Venus gegen 4.30 Uhr im Osten auf. Zwischen beiden Planeten ist der etwas dunklere aber auffällig rote Mars auszumachen. Jupiter wird sich im Lauf des Monats immer mehr der Venus nähern. Am 25. Oktober steht er nur knapp zwei Vollmondbreiten neben ihr. Am folgenden Tag hat sich dann die Reihenfolge geändert: Jupiter geht als erster um 2.20 Uhr auf, Venus (2.25 Uhr)  und Mars (2.39 Uhr) folgen. Zwischen dem 10. Oktober und dem 25. Oktober ist der die Sonne am nächsten umlaufende Merkur sichtbar. Seine Aufgangszeit liegt kurz vor Sonnenaufgang, so dass er nur knapp über dem Horizont zu beobachten ist.

Zeitumstellung am 25. Oktober

Die Mittagshöhe der Sonne wird sich im Oktober um 12° von knapp 35° auf ca. 23° verringern. Dadurch verkürzt sich die Dauer ihres Aufenthaltes über dem Horizont um zirka zwei Stunden. Benötigt die Sonne am Monatsersten 11 h 38 min von Aufgang (7.06 Uhr) bis Untergang (18.44 Uhr), so sind es am 31. Oktober nur noch 9 h 40 min (SA: 6.59 Uhr; SU: 16.40 Uhr). Durch die Umstellung der Uhren auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) wird sich der Sonnenhöchststand ab dem 25. Oktober wieder zur angestammten Zeit gegen 12.00 Uhr ereignen.

Die Zeitumstellung erfolgt am Sonntag, 25. Oktober. Morgens um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr umgestellt.
Von Uwe Schierhorn
Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen.

Quellen: Abbildungen erstellt vom Autoor mit Hilfe von Stellarium 0.13.01 (Freeware)
 Daten: www.calsky.com

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