Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Verdi attackiert Amazon zum 20. Jubiläum

Online-Händler Verdi attackiert Amazon zum 20. Jubiläum

Der Online-Händler Amazon hat vor 20 Jahren sein erstes Buch verkauft.. Die Gewerkschaft Verdi hat dieses Jubiläum am Mittwoch kurzerhand zu einem „Tag der Schande“ gemacht. Hintergrund: Die Gewerkschaft fordert, dass der Online-Riese für seine Angestellten Tarifverträge aufsetzt. Amazon betreibt unter anderem in Brieselang (Havelland) ein Logistikzentrum.

Voriger Artikel
Volksbegehren gegen Massentierhaltung startet
Nächster Artikel
Steinmeier auf Medienkonferenz in Potsdam

„Shameday“ statt „Birthday“ - Verdi-Mitglieder demonstrieren in Berlin gegen Amazon.

Quelle: dpa

Berlin. Die Gewerkschaft Verdi kontert die Jubiläumsfeiern beim weltgrößten Online-Händler Amazon mit Aktionen für Tarifabsicherung in Deutschland. „Die Beschäftigten haben nichts zu feiern“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Mittwoch in Berlin bei einem Treffen der Streikleiter aus den neun deutschen Amazon-Logistikzentren. Auch in Brieselang betreibt Amazon ein Logistik-Zentrum. Dort gibt es seit rund einem Jahr einen Betriebsrat.

Seit zwei Jahren kämpften sie vergeblich um Tarifverträge für sichere Einkommen und geregelte Arbeitszeiten. Der Druck der Belegschaft auf die Unternehmensführung auch mit Streiks habe die Arbeitsbedingungen dennoch verbessert, ergänzte Nutzenberger.

Protest gegen Rabattaktion

Anlass für den Protest ist der 20. Jahrestag des ersten Buchverkaufs von Amazon, den der US-Konzern am Donnerstag feiert. Unter anderem gibt es dazu die Rabattaktion „Prime Day“, bei der Kunden von Amazons kostenpflichtigem Abo-Dienst Prime rund 3000 Artikel in wechselnden Sonderangeboten günstiger bekommen können.

Verdi versucht seit dem Frühsommer 2013 mit Arbeitskämpfen, einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

„Pro Amazon - Mit Tarifvertrag“

Verdi-Vorstand Nutzenberger sagte dagegen, Amazon führe einen Verdrängungswettbewerb gegen den stationären Einzelhandel - und zwar „mit der Zahlung von Einkommen, die unterhalb der Tarifstandards liegen“. Verdi rief die Amazon-Kunden auf, die Forderung nach einem Tarifvertrag zu unterstützen.

Viele Amazon-Mitarbeiter wollten am Mittwoch mit T-Shirts zur Arbeit erscheinen, die den Aufdruck „Pro Amazon - Mit Tarifvertrag“ tragen, und für eine Minute die Arbeit niederlegen. In Berlin erklärten die Streikleiter den von Amazon ausgerufenen „Prime Day“ auf einem Transparent zum „Shame Day“ (Tag der Schande). Ausgerechnet zum Jubiläum hätten viele Angestellte ihren Monatslohn im Juli nicht rechtzeitig bekommen, sagte Tim Schmidt, Ex-Betriebsratschef des nordrhein-westfälischen Amazon-Standorts Rheinberg. „Das ist respektlos gegenüber den Beschäftigten“, kritisierte er.

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg