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Verirrt: Kritik an Hubschraubereinsatz

Irrwege in der Döberitzer Heide Verirrt: Kritik an Hubschraubereinsatz

Am Mittwochabend hat sich eine Familie aus Potsdam bei einer Radtour durch die Döberitzer Heide (Havelland) verirrt. In letzter Minute können sie der Polizei ihre Koordinaten schicken. Die Folge: Ein Hubschraubereinsatz auf Kosten des Landes. Doch war der überhaupt nötig?

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Wanderwege sind in der Döberitzer Heide ausgeschildert.

Quelle: Marotzke

Priort. Nicht alle Wege führen nach Falkensee. Das wurde einer Familie aus Potsdam am Mittwochabend während eines Fahrradausflugs durch die Döberitzer Heide (Havelland) bewusst. Die Polizei vermeldete, dass sich die dreiköpfige Familie mit einem 12 Jahre alten Kind in dem Naturschutzgebiet auf dem Weg nach Falkensee vollkommen verfahren hatte. Mit einem Hubschrauber konnten die Beamten die Verschollenen letztlich finden. Alle Familienmitglieder blieben unverletzt. Peter Nitschke, Projektleiter von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide, war über diesen Vorfall alles andere als erfreut. „Eigentlich kann man sich in der Döberitzer Heide nicht verirren, wenn man auf den Wanderwegen bleibt“, sagte er.

Handyakkus waren leer

Um 17 Uhr meldete sich der 45-jährige Familienvater bei der Polizei. Er, seine Frau (46) und sein Sohn schoben ihre Fahrräder dann eine halbe Stunde lang weiter, bis sie an einem Weidezaun jegliche Orientierung verloren. Die Temperaturen über 30 Grad machten ihnen zusätzlich zu schaffen. „Frau und Kind haben am Telefon im Hintergrund geweint“, sagte Pressesprecherin Jana Birnbaum. Kurz bevor Handyakkus streikten, sendeten sie der Polizei die Koordinaten ihres Standortes. „Der Anrufer hat eine Ortung mit seinem Smartphone ausgelöst und per Whats App an das persönliche Handy des Potsdamer Kollegen übermittelt“, erklärte Birnbaum. Demnach befand sich die Familie in Fahrland, einem Potsdamer Ortsteil. Diese Daten gab die Polizei an den Hubschrauber weiter, der die Vermissten gegen 19 Uhr fand und sie sicher nach Priort (Havelland) leitete. Von dort aus brachte ein Streifenwagen die Familie nach Hause. Den Namen der Familie gab die Polizei nicht bekannt.

Bei Peter Nitschke, der seit elf Jahren in der Döberitzer Heide unterwegs ist, löst solch ein Vorkommnis ein gewisses Unverständnis aus. „Es gibt 16 Eingänge in die Heide. Es gibt an den Wanderwegen alle 50 Meter etwa ein Hinweisschild. Es gibt am Wegesrand Holzpoller mit unterschiedlichen Farben und Piktogrammen von Tieren sowie Himmelsrichtungshinweisen, an denen man erkennt, wo man ist. Und es gibt Flyer an den Eingängen und im Internet, mit Hilfe derer man sich orientieren kann.“ Zwar kennt Peter Nitschke die Stelle im Ferbitzer Bruch im westlichen Teil der Heide, an der die Familie falsch abgebogen sein muss, nicht genau. Aber er geht fest davon aus, dass sie den Wanderweg verlassen hat.

Hubschraubereinsatz wäre nicht nötig gewesen

„Das Gelände ist sehr unübersichtlich. Dass man sich verläuft, kann schon mal passieren“, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Bereits viermal musste die Polizei seit 2002 nach vermissten Personen in der etwa 3442 Hektar großen Döberitzer Heide suchen, dreimal sogar mit dem Hubschrauber. Spaziergänger hatten sich verirrt oder fanden ihr Auto nicht wieder, Pilzsucher kamen vom Weg ab. Etwa 22 Kilometer ist der Rundwanderweg in der Kernzone der Heide ausgeschildert. Die Sielmannstiftung hat mehrere überdachte Rastplätze hat eingerichtet

Laut Polizeipräsidium trägt das Land die Kosten für den Hubschraubereinsatz. Die Frage, ob dieser überhaupt nötig war, stellt sich Peter Nitschke. „Weder die Sielmänner noch die Dallgower Feuerwehr wurden von dem Einsatz am Mittwoch in Kenntnis gesetzt. Dabei haben wir doch die Ortskenntnisse und die Fahrzeuge, mit denen wir die Familie hätte rausholen können“. Die entsprechenden Nummern seien in der Leitstelle der Polizei in Potsdam hinterlegt.

Von Jens Wegener und Luise Fröhlich

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