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Brandenburg Schon zwölf Tote durch Lkw-Unfälle seit Januar
Brandenburg Schon zwölf Tote durch Lkw-Unfälle seit Januar
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02:20 20.05.2018
Beid dem schweren Lkw-Unfall auf der A10 am Montag sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Bei Unfällen mit Lastwagen sind in Brandenburg in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres erneut mehr Menschen umgekommen als im Vergleichszeitraum 2017. Zwölf Menschen starben (Januar bis April 2017: 11). In beinahe allen Fällen waren die Fernfahrer schuld.

Die Zahl der Lkw-Unfälle mit Verletzten stieg um elf Prozent auf 300, wie das Polizeipräsidium Potsdam auf MAZ-Anfrage mitteilte. Insgesamt waren an 4200 Kollisionen auf Brandenburgs Straßen Lastwagen beteiligt.

2017 war verheerend

Das sind erneut schlechte Nachrichten nach einem verheerenden Jahr 2017, in dem die Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg auf 148 kletterte – in keinem anderen Bundesland ist die Gefahr größer, Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls zu werden. Erst am Montag starben zwei Fernfahrer auf dem nördlichen Berliner Ring.

Mit einer Großkontrolle hat die Polizei am Donnerstag auf die Entwicklung reagiert. 104 Lastwagen wurden an mehreren Kontrollposten an den Autobahnen angehalten – bei rund der Hälfte hatte die Polizei etwas zu beanstanden. „Die heutigen Kontrollen sind ein gutes Signal. Nun ist wichtig, die Zahl der Kontrollen dauerhaft zu erhöhen“, sagte Michael Jungclaus, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Jungclaus hatte kürzlich mittels einer parlamentarischen Anfrage öffentlich gemacht, dass die Zahl der Lastwagen-Kontrollen seit 2009 um die Hälfte zurückgegangen ist, obwohl immer mehr Schwerverkehr über Brandenburgs Straßen rollt.

Polizeipersonal ist knapp

Die Gründe sind vielfältig. Die Landesregierung verweist darauf, dass kompliziertere Lastwagen-Technik die Kontrollen zeitaufwendiger mache. Tatsache ist aber auch: Seit 2012 ist die Zahl der Verkehrspolizisten im Land von 563 auf 429 geschrumpft. „Die Polizei ist personell gar nicht in der Lage, regelmäßig Kontrollen durchzuführen“, sagt der Präsident der Landesverkehrswacht, Rainer Genilke, der auch für die CDU im Landtag sitzt.

„Das Risiko für die Lastwagenfahrer, herausgewunken zu werden, ist ziemlich gering“, bemängelt Andreas Schuster, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Als Kreuzungspunkt europäischer Hauptverkehrsachsen müsse Brandenburg „den Kontrolldruck erhöhen“, so der Gewerkschafts-Chef. 2017 hatte es drei Großkontrollen gegeben, 2018 sollen es vier werden, so Präsidiumssprecher Herbst. Er verweist darauf, dass die Polizei seit 2016 umgesteuert habe. In den ersten vier Monaten des Jahres 2018 habe man 1000 Lastwagen mehr kontrolliert als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, dabei seien 800 Verstöße mehr festgestellt worden.

Baustellen auf Autobahnen sind großes Problem

„Flüchtlingskrise und Pogida-Demonstrationen in Potsdam haben 2015 und 2016 viele Kräfte gebunden“, erläutert Präsidiumssprecher Herbst. Mittlerweile habe sich die Lage entspannt, man intensiviere nun die Kontrollen. Helikopter sollen vermehrt zur Ahndung von Abstandssündern eingesetzt werden.

Ein Problem sieht die Polizei in Großbaustellen. Allein 1400 Unfälle ereigneten sich dort 2017. Neben dem südlichen Berliner Ring bei Michendorf wird jetzt der nördliche Berliner Ring inklusive eines Stücks der A 24 auf 60 Kilometern zur Baustelle.

Von Ulrich Wangemann

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