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Brandenburg Brandenburgs Autobahnen werden immer voller
Brandenburg Brandenburgs Autobahnen werden immer voller
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17:08 06.02.2019
Der Berliner Ring ist die verkehrsreichste Autobahn Brandenburgs. Hier geschehen auch die meisten Unfälle. Quelle: Settnik/dpa
Potsdam

Auf Brandenburgs Autobahnen sind immer mehr Fahrzeuge unterwegs. Wie aus Daten der Straßenverkehrszählung und der automatischen Zählstellen des Bundesamts für Straßenwesen hervorgeht, wuchs der Gesamtverkehr von 2010 auf 2017 um 16,7 Prozent. Im Schnitt wurden 2017 täglich 44.475 Fahrzeuge an den 21 Messstellen gezählt. Der Lkw- und Busverkehr (über 3,5 Tonnen) wuchs überproportional um 24 Prozent. Busse,Lkw und nächtliche Schwerlasttransporte machen inzwischen einen Anteil von 17 Prozent am gesamten Autobahnverkehr aus. Die Daten für 2018 liegen noch nicht vor.

Der verkehrsreichste Autobahnabschnitt ist demnach der südliche Berliner Ring. Auf der A10 in Höhe Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) wurden 2017 täglich im Schnitt 72.000 Pkw und 17.500 Lkw oder Busse registriert. 2010 waren es noch 63.190 Autos und 15.304 Lkw oder Busse. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hervor.

„Diese Tendenz beobachten wir seit Jahren. Der Güterverkehr wächst deutlich stärker als der Individualverkehr“, sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Allerdings würden die Straßen nicht zwangsläufig unsicherer, erklärte er. „Das Unfallgeschehen bleibt vergleichsweise konstant. Das liegt daran, dass die Straßen besser und die Fahrzeuge sicherer werden.“

Zahl der Unfälle steigt an, aber langsamer

Auch in Brandenburg steigt die Zahl der Unfälle auf Autobahnen langsamer als das Verkehrsgeschehen, nämlich zwischen 2010 und 2017 um etwa 14 Prozent. Allerdings hat sich die Zahl der Todesopfer halbiert – von 46 auf 23. Die Autobahn A10 ist dabei die unfallträchtigste Autobahn. 84 Menschen verloren dort im Untersuchungszeitraum ihr Leben, mehr als 3300 Menschen wurden verletzt. Auf der A12 kamen 36 Menschen ums Leben, auf der A13 waren es 34. Auf der A2 starben 25, auf der A9 21 Menschen.

Der CDU-Verkehrsexperte Rainer Genilke forderte ein vorausschauendes Baustellenmanagement für Brandenburg, um zu verhindern, dass Autofahrer von einer Baustelle in die nächste kommen. „Vor allem brauchen wir mehr Lkw-Kontrollen“, forderte er. „Die Lenkzeiten müssen eingehalten werden.“ Eine der größten Gefahren seien unaufmerksame Lkw-Fahrer, die mit ihren schweren Fahrzeugen auf ein Stauende auffahren.

„Werden mit mehr Verkehr leben müssen“

„Wir werden mit mehr Straßenverkehr und insbesondere mehr Lkw leben müssen“, sagte Unfallforscher Brockmann. Den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, sei angesichts fehlender Kapazitäten keine Option. Auch flächendeckende Tempolimits hält Brockmann für nicht hilfreich. Sinnvoller sei es, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und an gefährlichen Stellen die Geschwindigkeit zu reduzieren. „Wir müssen Fahrassistenten weiterentwickeln. Das gilt vor allem für den Lkw-Verkehr“, sagte er. Mit Notbrems- und Spurhaltesystemen könnten zwei wesentliche Unfallursachen reduziert werden.

Auch Rainer Genilke, der auch ehrenamtlicher Präsident der Landesverkehrswacht ist, sieht in einer Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn keine realistische Alternative. „Ich habe Zweifel daran, dass wir den Verkehr so einfach verschieben können. Dazu wären riesige Planungsprozesse nötig“, sagte er. Lkw auf den Straßen seien ein Ausweis wirtschaftlicher Stärke. „Wenn weniger Lkw fahren, haben wir auch weniger Betriebe.“

Innenminister erwägt Einführung des Massenblitzers

Um die Autobahnen sicherer zu machen, erwägt Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auch den Einsatz eines sogenannten Streckenradars, das in einem Pilotprojekt derzeit in Niedersachsen getestet wird. Dabei wird die Durchschnittsgeschwindigkeit von Fahrzeugen auf einem 2,2 Kilometer langen Abschnitt erfasst. Wer zu schnell ist, erhält ein Bußgeld. Brandenburg werde den Pilotversuch auswerten, kündigte Schröter unlängst im Landtag an. „Wir werden die Einführung überdenken und gegebenenfalls zeitnah durchsetzen.“

Das steigende Verkehrsaufkommen sorgt auch für mehr Staus. Im vergangenen Jahr summierten sich alle Staus auf eine Gesamtlänge von 53.360 Kilometern, die Wartezeit betrug laut einer ADAC-Auswertung 16.699 Stunden. Damit ist Brandenburg mit Abstand das am stärksten von Verkehrsbehinderungen geplagte Bundesland im Osten. Im Bundesländer-Vergleich landete die Mark auf dem sechsten Platz.

Von Torsten Gellner

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