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Brandenburg Vernichten die Gigaliner Jobs in Brandenburg?
Brandenburg Vernichten die Gigaliner Jobs in Brandenburg?
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10:40 21.03.2016
Die Gigaliner sollen bald auch durch Brandenburg rollen. Quelle: dpa
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Potsdam

Unter den Beschäftigten der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn herrscht große Unruhe. Hintergrund sind die drastischen Sparpläne von Bahnchef Rüdiger Grube, wonach rund 500 der insgesamt 1500 Güterverladestellen in Deutschland geschlossen werden könnten. Vor allem der Osten Deutschlands mit der Region rund um Berlin könnte davon stark betroffen sein, sagte der Betriebsratschef der Bahn-Logistiktochter DB Cargo, Thomas Pfarr, der MAZ. 1400 Arbeitsplätze hängen in der DB-Cargo-Region, die Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, davon ab.

„Gigaliner sind gefährlicher als alles andere“

Betriebsratschef Pfarr übt in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der Verkehrspolitik der rot-roten Landesregierung. „Die Landesregierung ist vor der Autolobby eingeknickt“, sagte Pfarr. Die Entscheidung, den Probebetrieb für die Riesen-Lkw (Gigaliner) doch noch in Brandenburg durchzuführen, erhöhe den Konkurrenzdruck massiv und gehe zu Lasten des Güterverkehrs auf der Schiene. „Diese Entscheidung setzt viele Arbeitsplätze aufs Spiel“, sagte Pfarr. „Gigaliner sind gefährlicher als alles andere für die Beschäftigten der Deutschen Bahn.“

1400 Arbeitsplätze hängen in der Region Berlin/Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern von der Bahn-Logistiktochter
DB Cargo ab.

Der Logistiksparte stehen drastische Einschnitte bevor. Die Verkehrsleistung von DB Cargo ging im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent zurück.

500 Güterverladestellen von 1500 stehen laut Aufsichtsratskreisen vor dem Aus. Deutschlandweit wären 3500 Jobs betroffen. Schwerpunkt der Schließungen ist Nord- und Ostdeutschland.

In dieser Woche sollen erste Gespräche mit Cargo-Kunden über Standortschließungen geführt werden.

Polnische Staatsbahn wildert in der Region

Wenn die derzeit laufenden Versuche mit den Lang-Lkw erfolgreich ausfallen, würden künftig deutlich mehr Güter auf der Straße und nicht mehr über die Schiene transportiert, befürchtet Pfarr. Er spricht von einem Irrweg, zumal die Konkurrenz in der Region ohnehin „enorm“ sei: So greife auch die polnische Staatseisenbahn PKP zunehmend Aufträge in Brandenburg und Berlin ab.

Auf diesen Strecken sollen die Gigaliner künftig rollen. Quelle: Scheerbarth

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro gemacht. Vor allem die Krise des Güterverkehrs sorgte für die roten Zahlen. Die Betriebsräte befürchten, dass bereits Anfang dieser Woche Gespräche mit den Kunden der DB Cargo über den möglichen Rückzug von Güterverladestellen beginnen könnten, damit diese sich rechtzeitig nach alternativen Umschlagmöglichkeiten umsehen können. Dies wollen die Beschäftigten unbedingt verhindern: „Wenn die Kunden erfahren, dass die Bahn ab Dezember nicht mehr mit ihnen fahren will, springen sie ab“, erklärte Pfarr.

Bahn: „noch keinerlei Beschlüsse“

Die Bahn hat Spekulationen über einen Stellenabbau und das Aus für die Verladestellen bislang zurückgewiesen. Hierzu gebe es „noch keinerlei Beschlüsse“, hieß es. „Klar ist, dass bei der DB niemand arbeitslos wird, denn es besteht ein umfassender tarifvertraglich verankerter Schutz der Mitarbeiter und gleichzeitig ein hoher Personalbedarf in anderen Bereichen des DB-Konzerns“, teilte eine Sprecherin mit. Alle Maßnahmen würden mit Arbeitnehmervertretern besprochen. Doch das bezweifelt Betriebsratschef Thomas Pfarr. Er wirft der Konzernspitze eine „unsaubere Taktik“ vor: „Bei vielen Planungen versucht die Bahn, das Betriebsverfassungsgesetz auszuhebeln“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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