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Brandenburg Versorgungslücken bei der Pflege
Brandenburg Versorgungslücken bei der Pflege
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21:55 28.03.2014
Quelle: dpa
Potsdam

Schuld seien die teils sehr langen Wege zu einzelnen Kunden beziehungsweise die Vergütungspraxis der Kassen, klagt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA). Problematisch sei die Lage insbesondere in der Lausitz, in der Prignitz und in Teilen der Uckermark.
Bereits jetzt ist das Angebot in manchen Landstrichen Brandenburgs teils deutlich ausgedünnt, berichtet BPA-Landesgruppenleiterin Ellen Fährmann, die rund 270 ambulante und stationäre Einrichtungen in der Mark vertritt und ein eigenes Pflegeunternehmen in Angermünde (Uckermark) führt. Für die Fahrt zu einem Patienten erhalte man pauschal maximal 3,25 Euro – egal, ob man fünf Kilometer zurücklegt oder 50. „Das ist absolut unwirtschaftlich“, sagt Fährmann.

Nach Angaben des Brandenburger Sozialministeriums und der AOK Nordost steigt die Zahl häuslicher Pflegedienste stetig an – von 516 im Jahr 2001 auf 667 heute. Diese Anbieter konzentrieren sich aber vor allem um die städtischen Ballungsgebiete, so der BPA. Auf dem Land würden gerade Betreiber kleiner Firmen oft 14 Stunden täglich arbeiten, um über die Runden zu kommen. Wo Dienste kapitulierten, blieben inzwischen auch „weiße Flecken“, warnt der Verband.

Die AOK Nordost bestreitet indes, dass es in Brandenburg Versorgungslücken gibt. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die pflegerische Versorgung in ländlichen Regionen nicht gewährleistet ist“, sagt Sprecherin Gabriele Rähse. Um rentabel zu arbeiten, sei eine „effektive Tourenplanung“ der Anbieter wichtig. Die Pflegestützpunkte seien außerdem bei der Suche nach einem Dienst behilflich.

Eckdaten zur Pflege in Brandenburg

  • Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in der Mark ist laut Brandenburger Sozialministerium seit 1999 um 50 Prozent auf jetzt knapp 96.000 gestiegen. Bis 2030 soll sie noch einmal um 70 Prozent auf dann etwa 162.000 klettern.
  • Der Bedarf an Pflegepersonal steigt ebenfalls drastisch: Allein bei den ambulanten Pflegediensten rechnet das Ministerium mit einem Anstieg von derzeit etwa 12.500 Beschäftigten auf fast 21.000 im Jahr 2030. In der stationären Versorgung müsse die Zahl der Beschäftigten von derzeit 16.400 auf über 33.000 steigen.
  • 77 Prozent aller Pflegebedürftigen in Brandenburg werden in den eigenen vier Wänden gepflegt – von Angehörigen oder von einem Pflegedienst.

Das Brandenburger Sozialministerium rät den Anbietern zudem, sich besser untereinander abzustimmen, „damit nicht vier Anbieter zu vier Pflegebedürftigen in ein Dorf fahren“, so Sprecher Florian Engels. „Das kann aber nicht politisch verordnet werden, sondern muss vor Ort geregelt werden.“ Hilfesuchende könnten sich auch mit Nachbarn zusammentun, um den gleichen Dienst zu beauftragen.

Ein weiterer Lösungsansatz sieht vor, dass der Staat Pflegediensten regionale „Tortenstücke“ zuteilt – ein Modell, das in Schweden praktiziert wird, erklärt Anne Böttcher, Vorsitzende der Liga der Wohlfahrtspflege in Brandenburg. Voraussetzung, um dieses Modell auch in Deutschland anzuwenden, sei eine Gesetzesänderung.

Info: Beratung gibt es bei den Pflegestützpunkten und im Internet: www.pflegestuetzpunkte-brandenburg.de

Von Angelika Pentsi

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