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Verwaltungschefs kritisieren Kreisreform

Städte fordern Eigenständigkeit Verwaltungschefs kritisieren Kreisreform

Dem Landrat fehlt die Nähe, so das Credo der Brandenburger Verwaltungschefs. Sie üben starke Kritik an der geplanten Kreisreform. Demnach werden Landkreise in der Verwaltung zusammengelegt und der Status kreisfreier Städte aberkannt. Einige Landkreise könnten dann in der Fläche größer sein, als manches Bundesland. Außerdem sei die Finanzierung fraglich.

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Jetzt kritisieren auch die Verwaltungschefs die Kreisreform und fordern die Eigenständigkeit der Städte.
 

Quelle: dpa

Potsdam.  Die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte in Brandenburg kämpfen um die Eigenständigkeit ihrer Kommunen. „Wir kümmern uns für unsere Bürger vor Ort um die Gesundheitsversorgung, die Schulen und die Nahverkehrsbetriebe“, sagte die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU), am Freitag in Potsdam. „Ein Landrat entscheidet dagegen nur aus der Ferne.“

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte die Landräte und Oberbürgermeister zuvor über die geplante Verwaltungsreform informiert, bei der neben Brandenburg/Havel auch Cottbus und Frankfurt (Oder) in Landkreise einbezogen werden könnten. Nach dem von Schröter vorgelegten Leitbild sollen Landkreise künftig mindestens 175 000 Einwohner haben - falls sie allerdings größer würden als 5000 Quadratkilometer, läge die Untergrenze bei 150 000 Bürgern. Dieselbe Vorgabe soll auch für die bislang vier kreisfreien Städte gelten.

Potsdam soll kreisfrei bleiben

Potsdam ist als einzige kreisfreie Stadt nicht bedroht. „Man kann aber nicht Städte und Landkreise mit einer Elle messen“, kritisierte auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Ziel der Landesregierung ist es, statt der derzeit 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte künftig nur noch maximal zehn Regionalverwaltungen zu haben.

Künftig soll es nur freiwillige Zusammenschlüsse geben

 Als Präsident des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes protestierte Jakobs auch heftig gegen den Plan, dass Gemeinden künftig eine Mindestzahl von 10 000 Einwohnern haben sollen. Dies werde gegen die getroffene Abmachung verstoßen, die Gemeinden zunächst unangetastet zu lassen, sagte Jakobs. Schröter wies daraufhin, dass es zunächst nur freiwillige Zusammenschlüsse geben solle.

Kritik an der neuen Mindestgröße für Gemeinden kam erneut von der CDU-Fraktion im Landtag. „Dies würde dazu führen, dass einige unserer Gemeinden flächenmäßig größer werden als ganze Landkreise in anderen Bundesländern“, sagte die kommunalpolitische Sprecherin Barbara Richstein. „Wie bei solchen Zentralstrukturen bürgerfreundliche und regional verankerte kommunale Selbstverwaltung möglich sein soll, ist mir ein Rätsel.“

Kritik an der Finanzierung der Reform

Alle Verwaltungschefs kritisierten heftig die bisher noch nicht feststehende Finanzierung der Reform. Dies gelte auch für die Aufgaben, die künftig vom Land auf die Kommunen verteilt werden. Dagegen erklärte Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski, es sei bereits festgelegt, dass die mit mehr als einer halben Milliarde Euro verschuldeten Städte zum Teil entschuldet werden sollen. Zudem sollen die Kommunen auch die Mittel für neue Aufgaben etwa im Naturschutz und im Sozialwesen bekommen, die vom Land auf die Kreise, Städte und Gemeinden übergehen sollen.

Von MAZonline/dpa

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