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Brandenburg Vetternwirtschaft bei der IHK Potsdam?
Brandenburg Vetternwirtschaft bei der IHK Potsdam?
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16:36 25.10.2013
IHK-Präsident Victor Stimming. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) und ihr Präsident Victor Stimming wehren sich gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft und der Errichtung von „Protzbauten“. Gleichzeitig haben sie am Donnerstag die Beteiligung einer Firma des Sohnes Kai Stimming an einem Anbau der 2002 eröffneten IHK-Zentrale in der Potsdamer Innenstadt eingeräumt. Der IHK-Präsident ließ am Donnerstag erklären, er habe im Zusammenhang mit der Kontrolle der Errichtung eines anderen Teils des ganzen Baukomplexes eine Aufwandsentschädigung von 31.000 Euro bekommen.

Das Fernsehmagazin Klartext des RBB hatte Stimming unter Berufung auf Unternehmen einen selbstherrlichen Führungsstil und Bereicherung an Bauvorhaben der IHK vorgeworfen. Stimming habe sich mit Mitgliedsbeiträgen beim fünf Millionen Euro teuren Ausbau einer Villa in Potsdamer Seelage für eine IHK-Stiftung eine Art Denkmal setzen wollen.

Weder die IHK noch Stimming selbst reagierten gestern auf Nachfragen der MAZ. Stattdessen antwortete die von beiden beauftragte Kommunikationsagentur Faktenkontor in Hamburg. Die Villa diene nicht nur als Sitz des Stiftungsvorstandes, sondern vor allem als Tagungs- und Seminargebäude einer dort geplanten Weiterbildungseinrichtung für Führungskräfte der Wirtschaft, so Jörg Forthmann von Faktenkontor.

Die Aufwandsentschädigung für die Kontrolle der Errichtung der Potsdamer IHK-Zentrale habe Stimming bekommen, weil er damals in Vertretung des erkrankten Hauptgeschäftsführers die Baufortschritte überwachen musste. Die Summe sei nachträglich vom IHK-Präsidium ohne Stimmings Beteiligung festgesetzt worden.

Auch bei der Entscheidung über die Vergabe für einen fünf Millionen Euro teuren Anbau der IHK-Zentrale in Potsdam an die Firma seines Sohns Kai durch das Präsidium sei Stimming nicht beteiligt gewesen, so Forthmann. Das komplette Bauvorhaben hatte damals 25 Millionen Euro gekostet. Victor Stimmings Firma HIB in Brandenburg/Havel habe an dem Projekt nicht mitgewirkt.

Für die Bezahlung einer bei der HIB in Brandenburg/Havel sitzenden Sekretärin durch die Industrie- und Handelskammer lieferte Forthmann eine einfache Erklärung: Als IHK-Präsident stehe Stimming eine Sekretärin zu. Dass ihr Arbeitsplatz nicht in Potsdam, sondern in Brandenburg liege, sei der Praktikabilität geschuldet.

Die sogenannten IHK-Verweigerer, die die Zwangsmitgliedschaft von Firmen in den Kammern kritisieren, fühlen sich durch die Vorwürfe bestätigt. „Für uns ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass das Selbstbild der Kammern als Versammlung ehrbarer Kaufleute mit der Realität zu oft nichts mehr zu tun hat“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes für freie Kammern, Frank Lasinski.

Von Gerald Dietz

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