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Videos sollen zum Brandstifter führen

Brandanschlag in Nauen Videos sollen zum Brandstifter führen

Gezielter Brandanschlag: Das Feuer in dem geplanten Flüchtlingsheim in Nauen (Havelland) ist von Brandstiftern gelegt worden. Dafür haben die Ermittler am Mittwoch eindeutige Beweise gefunden. Der Tatort konnte wieder freigegeben werden. Die Soko mit 30 Beamten ermittelt auf Hochtouren zu den Tätern.

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Eine Sonderkommission ermittelt nach dem Brandanschlag in Nauen.
 

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Das Feuer in der geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen (Havelland) ist von Brandstiftern gelegt worden. Die Ermittler hätten am Mittwoch mit Hilfe eines Spürhundes Reste von Brandbeschleunigern in der abgebrannten Sporthalle entdeckt, teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter mit. "Es handelt sich um einen gezielten Brandanschlag ", so der Minister und schließt nun entgültig einen technischen Defekt aus.

Die Polizei konnte auch weiteres Beweismaterial sichern, das eindeutig auf Brandstiftung hindeutet. Das teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mit. Zur Art dieses Beweismaterials machte Schröter aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine näheren Angaben. Es handele sich um "Täterwissen", so Schröter. 

Soko ermittelt auf Hochtouren

Die Arbeit der Polizei am Tatort konnte am Mittwoch abgeschlossen werden, das Gelände ist wieder dem Landkreis übergeben worden. Die Ermittlungen im Umfeld des Tatortes laufen weiter. Es wird auch Videomaterial ausgewertet. Zu Einzelheiten des Ermittlungsstandes wollten sich Polizei und Innenministerium am Mittwoch nicht äußern. „Die Polizei muss nun in Ruhe ihre Arbeit machen können. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren “, versicherte der Innenminister.

Soviel verriet der Innenminister: Ein konkreter Tatverdacht gegen eine bestimmte Person liegt derzeit nicht vor. Damit ist auch nicht bekannt, ob Rechtsextremisten den Brand gelegt haben.

Nach dem Brand der geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen (Havelland) hatte die Brandenburger Polizei eine Sonderkommission gebildet. Darin würden 30 Beamte arbeiten, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwoch. Auch der Staatsschutz ist beteiligt. Die Soko ermittelt in alle Richtungen, mehrere Politiker vermuten einen rechtsextremistischen Hintergrund.

Kein Bekennerschreiben, keine Schmierereien

 Bei der Polizei sind keine Bekennerschreiben der Brandstifter eingegangen. Auch seien an dem Brandort keine Parolen an Wände geschmiert worden, hatte Polizeisprecherin Ingrid Schwarz am Mittwochmorgen gesagt.

Spürhund aus Berlin

Die Ermittlungen zur Brandursache waren am Mittwoch intensiviert worden. Am Morgen kam ein Spürhund aus Berlin zum Einsatz, der nach Spuren von Brandbeschleunigern gesucht hat. Die Ermittler hatten bereits am Dienstag weitgehend ausgeschlossen, dass das Feuer durch einen technischen Defekt ausgebrochen war.

Schwerster Brandanschlag seit 20 Jahren

„Es handelt sich den schwersten Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Brandenburg seit über 20 Jahren“, sagte Schröter. Im Jahr 1992 war ein bezugsfertiges Asylbewerberheim in Dolgenbrodt (Dahme-Spreewald) vorsätzlich in Brand gesteckt und zerstört worden. „Wir werden alles daran setzen, den oder die Täter zu finden und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Über Asylpolitik kann man diskutieren. Über Brandstiftung nicht! ", so Schröter.

Hinweise aus der Bevölkerung

Es gäbe auch einige Hinweise aus der Bevölkerung, sagte Schröter am Dienstagabend. Die Ermittler würden den Hinweisen heute intensiv nachgehen.

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In der Nacht zu Dienstag, 25. August 2015, ist in Nauen (Havelland) ein Brandanschlag auf eine geplante Notunterkunft für Asylbewerber verübt worden. Die Turnhalle ist komplett niedergebrannt.

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Wohin mit den Flüchtlingen?

Der stellvertretende Landrat des Havellandes, Roger Lewandowski, sagte am Dienstag, dass der Kreis seiner Verpflichtung bei der Aufnahme der Asylbewerber nachkommen werde. „Wir werden versuchen, schnellstmöglich eine Alternative als Flüchtlingsunterkunft zu finden“, so Lewandowski.

Und Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann sagte am Dienstagabend auf der Mahnwache: "Wer glaubt, er hätte damit die Ankunft von Flüchtlingen in Nauen verhindert, der irrt sich gewaltig - jetzt erst recht." Er kündigte an, dass die Stadt sich noch in dieser Woche mit dem Landkreis Havelland besprechen und in enger Zusammenarbeit mögliche, kurzfristige Ausweichoptionen erarbeiten werde.

Wie weiter mit dem Schul- und Vereinssport?

Wie die Stadt Nauen am Mittwoch mitteilte, sei durch den Brandanschlag "hauptsächlich der Nauener Bevölkerung für lange Zeit großen Schaden" zufügt worden. Schließlich fehlt nun 1.400 Schülern des Oberstufenzentrums eine Turnhalle. Nach ersten Einschätzungen der Stadtverwaltung wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis die abgebrannte Turnhalle ersetzt werden kann.

Roger Lewandowski kündigte aber bereits am Dienstag an, auch für den Schul- und Vereinssport in der Stadt nach Alternativen zu suchen, so dass der Sport künftig trotz der zerstörten Turnhalle abgesichert sei.

Von MAZonline

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