Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 19 ° wolkig

Navigation:
Viele Kinder können nicht schwimmen

DLRG Brandenburg fordert mehr Unterricht Viele Kinder können nicht schwimmen

Lebensgefährliche Tendenz: 45 Prozent der Viertklässler in Deutschland können nicht sicher schwimmen. Die DLRG Brandenburg beobachtet diese Entwicklung mit Besorgnis und fordert Konsequenzen.

Voriger Artikel
Alte Uni Cottbus zu Grabe getragen
Nächster Artikel
Lufthansa greift Billigflieger an
Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Lebensgefährliche Tendenz: Viele Kinder lernen nicht mehr richtig schwimmen. Nach einer Umfrage der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) können 45 Prozent der Viertklässler in Deutschland nicht sicher schwimmen, ein Viertel hat nicht einmal das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“, für das Kinder 25 Meter schwimmen müssen. „Wir beobachten diese Entwicklung auch im Wasserland Brandenburg mit Besorgnis“, sagt Armin Zimmermann, DLRG-Präsident in Brandenburg. Der Schwimmunterricht in den Schulen reiche nicht aus. Viele Eltern verließen sich aber auf die Schule und würden selbst nicht genug aktiv. Ein Problem sei, dass es zu wenig Schwimmhallen in Brandenburg gebe und so die regelmäßige Fahrt zum nächsten Bad für viele Familien zu weit und zu teuer sei.

„Im Spaßbad können sie nicht schwimmen lernen“, sagt auch Sven Kobelt, Landesleiter der Wasserwacht beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Ein Kurs bei einer privaten Schwimmschule koste bis zu 400 Euro. Wasserwacht und DLRG böten zwar günstige Schwimmkurse an, da diese von Ehrenamtlern geleitet werden, sei eine flächendeckende Versorgung aber nicht möglich. Hier sei das Land in der Pflicht, mehr Schwimm unterricht vorzuschreiben.

Das Brandenburger Bildungsministerium teilt die Sorgen nicht. Während der Grundschulzeit sollen 36 Stunden Schwimmunterricht erteilt werden, meist in Jahrgangsstufe 3. In der Sekundarstufe I muss Schwimmen in mindestens einer Jahrgangsstufe unterrichtet werden – empfohlen sind 15 Stunden. Das sei ausreichend, sagt Ministeriums-Sprecher Stephan Breiding, schließlich sei der Nichtschwimmeranteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. „Konnten 2005/06 noch 10,2 Prozent der Fünftklässler nicht schwimmen, waren es 2011/12 nur knapp 6 Prozent. DLRG-Präsident Armin Zimmermann überzeugt das nicht. Viele Kinder könnten zwar ein paar Meter schwimmen, um sich in einer Gefahrensituation über Wasser halten zu können, brauche es aber viel mehr Übung.

Weiteres Problem: Auch die Rettungsschwimmer werden in Brandenburg knapp. DLRG und Wasserwacht finden immer weniger Nachwuchs. Gerade in der Ferienzeit sei eine Überwachung aller Badestellen – Brandenburg hat 3087 Seen und 33<ET>000 Kilometer Fließgewässer – nicht möglich, sagt Kobelt. „Besonders in Regionen, die auf Wassertourismus setzen, fehlen uns aktive Helfer“, meint auch Zimmermann. In den 90ern hatte die DLRG 2500 Rettungsschwimmer, heute sind es Tausend weniger.

Gerade die Sommermonate sind besonders unfallträchtig. Insgesamt ertranken in Brandenburg im Vorjahr 25 Menschen, die meisten davon im Juli. Deutschlandweit sind im Vorjahr 383 Menschen beim Baden in Seen, Flüssen, Schwimmbädern oder Pools ums Leben gekommen.

Von Marion Kaufmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Was halten Sie von einem Kopftuchverbot in öffentlichen Gebäuden?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg